Foto: privat
Gegenseitiges Geben und Nehmen
28.01.2012
Elisabeth Döking arbeitete sieben Wochen in der Mandya Mission – Vor allem die Arbeit mit und für die Kinder liegt ihr am Herzen
Reken - Elisabeth Döking ist Ruheständlerin und gerne unterwegs. Was sie antreibt: „ich lebe gerne in fremden kulturen“, sagt sie. aus diesem Grund nahm sie kontakt mit der Organisation Senior expert Service auf. eigentlich hätte die Organisation die Rekenerin nach Rumänien geschickt, doch Elisabeth Dökings gewünschtes ziel war die Schule für körperlich und geistig behinderte kinder im indischen Mandya im Bundesstaat Karnaka, die von Pater Sojan und mit vielen Spendengelder von Rekenern aufgebaut worden ist.
Elisabeth Döking verlegte das Basteln oft ins Freie.
Foto: privat Am 1. Dezember kam sie von ihrem bereits zweiten und siebenwöchigen Aufenthalt aus Indien zurück. Dort unterstützte sie Pater Sojan in der Schule Asha Sadan bei seiner Arbeit. Einbringen konnte sie dabei auch ihre langjährigen Erfahrungen als ehemalige Leiterin des St. Elisabeth Kindergartens, in dem integrativ gearbeitet wird. Abschließend stellt sie fest: „Trotz der Entfernung von 8.000 Kilometer sind sich die dunklen und hellen Hände zum gegenseitigen Geben und Nehmen begegnet und haben bei gemeinsamer Arbeit freundschaftliche Kontakte geknüpft.“ Das Geben und Nehmen äußerte sich bei ihrem Aufenthalt in vielerlei Hinsicht. Bereits bei ihrem ersten Aufenthalt in dieser Schule hat sie die Herzen der Menschen dort „im Sturm erobert“. Auch wenn sie ob ihrer hellen Haut mitunter beäugt wurde. „Immer wieder fassten mich die Kinder an“, erinnert sich Elisabeth Döking, die von Lehrern und Schülern mit stets freundlichem Lächeln begrüßt worden sei. Bei ihrem zweiten Besuch sei sichtbar geworden, wieviel Vertrauen sie bereits bei ihrem ersten Aufenthalt aufgebaut habe.
Bei ihrem Einsatz ging es hauptsächlich um die Freizeitgestaltung der Schülerinnen und Schüler. Sie lehrte den Kindern und auch dem Schulpersonal unter anderem Stricken und Häkeln. Aber auch mit den weiteren Kreativangeboten wie Basteln, Boggia spielen mit der Hilfe von Kieselsteinen oder dem Fangspiel „Tiger und Cow“ nach den Regeln von Katz und Maus begeisterte sie Schüler und Lehrer gleichermaßen. Auch im Garten beschäftigte sich Elisabeth Döking mit den Kindern, zeigte wie Gemüse angezogen wird. Für das Säen des Gemüsesamens im Garten hatte sie Karten mit dem Arbeitsablauf angefertigt. Nach Aussäen, regelmäßigem Gießen und Pflege des Beetes wurden nach Weihnachten Radieschen geerntet. Ein Gemüse, das die Kinder zum ersten Mal genießen durften.
Pater Sojan setzt sich unermüdlich für das Wohl der Kinder ein.
Foto: privat „Der Einrichtung fehlt es dringend an Gartengeräten“, stellt sie fest. Elisabeth Döking sorgte dafür, dass in den Schulräumen bessere Lichtverhältnisse herrschen, die Kinder mehr kindgerechte Tische und Bänke erhalten haben. Außerdem regte sie an, die Aufgaben der Schülerinnen und Schüler gezielt und entwicklungsgerecht auf die jeweiligen Fähigkeiten der Kinder abzustimmen. Und die Ordensfrauen dürfen sich auf eine Waschmaschine freuen, die Pater Sojan auf Anregung der Rekenerin besorgt. Sie habe gelernt, sich an die indischen Sitten anzupassen, berichtet die (Un)Ruheständlerin. Auf die Frage „Was essen Sie?“ habe sie geantwortet: „Ich esse alles.“ Wobei sie aber feststellen musste, dass sie sich an das warme Essen zum Frühstück nicht gewöhnen konnte. „Dort gibt es das, was es bei uns mittags mittags gibt“, so Döking. Sie habe dann Brot mit Marmelade gefrühstückt und wäre natürlich um elf wieder hungrig gewesen, so Elisabeth Döking lachend. Die Zeit bis zur weiteren Mahlzeit habe sich aber dann mit Obst überbrückt. „Ich habe viele für mich neue Obst- und Gemüsearten probiert. Außerdem habe ich gelernt nach indischer Art mit den Fingern zu essen“, erzählt Elisabeth Döking. Und: Nach indischer Sitte die Schuhe vor dem Betreten eines Hauses, einer Kirche oder eines Geschäftes die Schuhe auszuziehen. Auch diesen Brauch habe sie in der Fremde angenommen.
Fremde Kulturen lernte die Rekenerin aus nächster Nähe kennen.
Foto: privat An den schulfreien Tagen war die Rekenerin auch in dem Internat für behinderte Kinder „Deepti Nivas“ aktiv. Dort wohnte sie auch. Das Haus ist gerade fertig gestellt, so dass die ersten fünf Kinder eingezogen sind. Sie ließ sich dabei in anfallende Näharbeiten für die Ausstattung und die Beschäftigung mit den ersten Kindern einbeziehen. In ihrer Freizeit waren Lehrer, Hausbewohner und Padres bemüht, sie in ihre Aktivitäten einzubinden. Stadtbummel, Jubiläen, Besuche in Heimen mit behinderten Kindern oder Waisen, in Regelschulen, Rehabilitationszentren, bei Weihnachtsfeiern, Schulfesten, Einkäufen, gemeinsamem Kochen und Backen waren angesagt. Dabei gab es auch berührende und sehr persönliche Momente, wie der Todesfall eines Schülers, mit dem niemand gerechnet hatte. An die für Europäer ungewöhnlichen Trauerfeierlichkeiten mag sie nicht erinnert werden. Auch die Wohnverhältnisse der Lehrer, die sie kennenlernte, sind für Europäer sicherlich nicht alltäglich. Die Tiere sind oft gleich neben dem Wohn- oder Schlafzimmer untergebracht, haben so etwas wie Familienanschluss.
Elisabeth Döking war immer mittendrin im Geschehen.
Foto: privat Die Verabschiedung von den Kindern und Lehrern war auch nach dem zweiten Aufenthalt sehr emotional.Die Kinder führten Tänze auf, die Lehrer bedankten sich für Hilfe, Dienst, Liebe und Großherzigkeit. Ob sie noch einmal fahren wird, diese Frage stellt sich sicher nicht,nur die Frage, wann sie wieder fahren wird, obwohl sie ja auch gerne noch einmal in ein anderes Land reisen möchte. geg
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