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Von wegen Einheitsbrei!
04.02.2012
Die Kinder und Jugendlichen der Kirchhellener Schulen werden gesund und lecker ernährt, wenn sie das Essen in der Mensa zu sich nehmen
„Gerne auch mal öfter Obst" - so lautete vor einiger Zeit der Wunsch eines Grundschülers an den Leiter der Dorstener Caritas-Küche, Andreas Nagel, der für die Verpflegung von vier Kirchhellener Schulen zuständig ist. Gerne nahm er diesen Wunsch auf und liefert nun zweimal in der Woche Obst zur Gregorschule.
Das Team der Dorstener Caritas fährt das Essen für die Kirchhellener Schulen aus. Immer wieder hört man kritische Stimmen, wenn es um die Ernährung der Schülerinnen und Schüler geht. Zuletzt wurde eine Studie der Hochschule Niederrhein veröffentlicht, die aussagt, dass nur wenige Caterer für ein ausgewogenes und schmackhaftes Essen sorgen. Die Kirchhellener Kinder und Jugendlichen sehen das anders. Auch wenn immer mal wieder die Imbissbuden und Bäckereien im Dorf um die Mittagszeit regen Zulauf haben, so sind dennoch auch die Mensen des Vestischen Gymnasiums (VGK) und der Hauptschule sehr gut besucht. Auch in den Offenen Ganztagsbetreuungen (OGS) der Grundschulen kommen täglich bis zu 250 Essen auf die Teller der Kinder. Allein die Caritas Dorsten fährt fünf Schulen in Kirchhellen dann: Das VGK, die Gregorschule, die Johannes-Grundschule, Matthias-Claudius Schule und die Hauptschule.
Andreas Nagel, Küchenleiter bei der Caritas Dorsten, ist sehr daran interessiert, das Feedback der Schulen zu erhalten und umzusetzen: „Wir richten uns nach dem Wunsch der Schüler und nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DEG). Den Speiseplan gehen wir regelmäßig mit unseren Kunden durch und nehmen gerne Anregungen auf. So wie bei dem kleinen Jungen, der mehr Obst essen möchte. Darüber hinaus bieten wir Workshops für die Schulen und Kindergärten an, die das Thema „Gesunde Ernährung“ behandeln.“ So lernen die Jungen und Mädchen, was es bei der Ernährung zu beachten gibt. Ausgeliefert werden die Mahlzeiten von den Mitarbeitern der Caritas Dorsten, die auch das „Essen auf Rädern“ bringen. Ein extra dafür hergerichteter Bulli fährt in mehreren Touren Richtung Kirchhellen. Dabei wird die Gregorschule gleich zweimal angefahren. „Dort essen die Kinder in drei Schichten. Bei den Grundschulen ist es ja so, dass die Kinder regelmäßig dort essen und die Gregorschule hat täglich zwischen 80 und 100 Essen.
Das sollte frisch zubereitet und nicht zu lange warm gehalten sein, sonst schmeckt es nicht und die Vitamine sind raus“, sagt der Koch und fährt auch schon mal selbst die Auslieferungsstellen an, wenn es Probleme gibt. Denn bei aller Planung kann ein Bestellschein auch mal unvollständig sein, und dann muss Nachschub her, bevor die Kinder Hunger haben.
Gemeinsam essen ist kommunikativIn der Mensa des Vestischen Gymnasiums bekommen die Schülerinnen und Schüler mittags ein warmes Essen. Und wie sieht ein gesundes Mensaangebot in Schulen aus? „Es sollte mindestens einmal pro Woche ein Fischgericht, jeden Tag Gemüse und Salat sowie regelmäßig Vollkornprodukte angeboten werden. Fleisch sollte fettarm und nicht paniert sein, und bei den Nachspeisen sind Milchprodukte und Obst sehr wünschenswert", heißt es in der Studie. Auch sollte möglichst täglich ein vegetarisches Essen angeboten werden. „Es gibt inzwischen viele attraktive vegetarische Gerichte, die von den Schülern angenommen werden“, weiß Andreas Nagel. Aber auch sehr spezielle Wünsche werden erfüllt. Eine Diätassistentin kümmert sich um Allergien und Unverträglichkeiten. Das ist der Vorteil einer Küche, die auch für ein Seniorenheim kocht, da ist mehr Kapazität für Sonderwünsche.
Die Bestellungen müssen immer einen Tag vorher eingehen, sonst ist es schlecht kalkulierbar, wie viele Essen von welcher Sorte zubereitet werden müssen. Der Preis für eine Mahlzeit liegt beim Vestischen Gymnasium bei 1,98 Euro. „Bei den Speiseplänen der Kindergärten haben die Gerichte sogar Namen. Das war ein Wunsch der Kinder.“ So halten also Michel-aus-Lönneberga und die Wilde 13 als Käselauchsuppe mit Rinderhackbraten oder drei gefüllten Kartoffeltaschen in Kräutersoße Einzug in die Kindergärten.
Am Vestischen Gymnasium ist es anders. Dort können die Kinder ab der 7. Klasse mit Erlaubnis der Eltern das Gelände verlassen, um zu essen. Aber immer mehr Jugendliche nutzen die Gelegenheit, in der Mensa zu essen statt ins Dorf oder nach Hause zu fahren. Auch die Schülerinnen und Schüler der angrenzenden Hauptschule werden in der Mensa verköstigt. Und sie sind mit dem Essen zufrieden. „Das Essen ist gut – mal sehr lecker, mal nicht so“, sagt Marie, die täglich in die Mensa zum Mittagessen kommt. Auch Annabel, 12 Jahre, mag das Essen: „Es ist immer etwas anderes dabei und außerdem sitzen wir hier so schön zusammen und quatschen“.
Kinder sind zufrieden mit dem SpeiseplanJeden Tag ein vertrautes Gesicht: Monika Jarendt, die gute Seele der Schulmensa, bewirtet die hungrigen Schüler des VGK. Der Kontakt unter den Schülern beim Essen ist auch Lehrer Jürgen Stübler wichtig, der ebenfalls das Angebot des Schulessens in Anspruch nimmt: „Erstens schmeckt es mir und das Essen ist vollwertig – das gibt es nicht überall. Aber auch das Zusammensein mit den Schülern ist mir wichtig. Man unterhält sich und kriegt mit, was die Kinder auf dem Herzen haben und womit sie sich außerhalb des Schullebens beschäftigen“. Celina beispielsweise isst nicht mit, sitzt aber gerne dabei und quasselt mit den anderen: „Ich nehme mir Brote mit, das reicht mir über den Tag. Trotzdem bin ich gerne mit meinen Freundinnen hier.“ „Elterndienste nehmen wir nicht in Anspruch, die Ausgabe wird von der Caritas mit übernommen“, sagt Jürgen Stübler. Im Fall des VGK/Hauptschule werden die Teller von Monika Jarendt ausgeteilt, der guten Seele der Mensa. An den Hauptessenstagen dienstags und donnerstags, wenn alle Schüler einen langen Tag haben, geht es schon mal heiß her am Buffet. „Aber dann müssen die älteren Schüler aushelfen“, sagt Monika Jarendt.
Aber auch die anderen Kirchhellener OGS und Grundschulen bieten warme Speisen zum Mittag an. Grafenwälder Kinder erhalten in der Schule ein Frühstück vom Bottroper Tisch und in der OGS ein warmes Mittagessen von appetito, einem bundesweit agierenden Cateringservice. Es besteht also kein Grund, sich zu Mittag von Fast-Food zu ernähren, auch wenn es ab und zu sicher mal verführerisch ist. gj
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