Besuchsdienste aus Nächstenliebe
18.03.2012
Zahlreiche Ehrenamtliche aus Reken machen sich jede Woche auf den Weg, um Kranken oder Alten einen Besuch abzustatten
Reken - Die einen machen es aus Nächstenliebe, die anderen um kranken Menschen in der Gemeinde das Gefühl zu vermitteln: „Die Pfarrgemeinde denkt an Dich“. Die Rede ist vom Besuchsdienst, der sich regelmäßig auf den Weg macht, um Rekener Bürger in den Krankenhäusern von Borken und Coesfeld zu besuchen. Und das seit fast 20 Jahren, in Bahnhof Reken bereits seit mehr als 20 Jahren.
Christa Kessel engagiert sich seit Jahren. Dabei wird kein Unterschied zwischen den Konfessionen gemacht. In der Hand haben die 25 Ehrenamtler, die in den meisten Fällen zu zweit losgehen, einen Gruß der Kirchengemeinde in Heftform und einen Genesungswunsch von Pater Mario. Hedwig Bernemann begründet ihre Motivation so: „Ich bekomme eine Menge bei den Besuchen zurück.“ Auf der Station frage sie jeweils die Krankenschwestern, ob der Zustand des Patienten einen Besuch erlaube. „Gespräche entwickeln sich dann immer“, habe sie erfahren. Hedwig Robert und Mia Nienhaus gehen nach den Besuchen stets „Kaffee trinken“. Sie erzählen: „Das hat sich so eingespielt und darauf freuen wir uns auch immer.“ Dass die Kranken zu zweit besucht werden, hat den Vorteil, sich bei Bedarf über das Erlebte austauschen zu können. Denn natürlich sind manche Schicksale oder die Krankengeschichte der Patienten auch belastend.
Bernhard Hoffmann ist der einzige Mann in der Runde und von Anbeginn dabei. „Ich finde, das ist eine gute Sache und es würde mich freuen, wenn sich mehr Männer dazu bereit erklären würden“. Unerwähnt lässt er nicht, dass der „Nachwuchs“ leider fehle. Auch Schwester Regine beteiligt sich am Besuchsdienst, spricht von vielen positiven Rückmeldungen und davon, dass jeder Besuchstag anders sei. Und: „Jeder Patient soll durch uns das Gefühl der Verbindung zur Pfarrgemeinde erhalten“. Gesprächsthemen zu finden, das fällt den aufgeschlossenen Mitgliedern des Besuchsdienstes nicht schwer. Außerdem: „Die meisten Menschen kennen wir ja aus dem Ort“, erzählt Angelika Rathmann, die die kranken Menschen im Coesfelder Krankenhaus besucht.
Für Christa Kessel ist der Besuchsdienst auch ein Ausdruck von Nächstenliebe „Viele Patienten vermissen Besuch – weil zum Beispiel Angehörige weit entfernt wohnen. Besonders diese Menschen sind sehr dankbar für die Aufmerksamkeit, die ihnen durch den Besuchsdienst geschenkt wird“. Christa Kessel hofft, dass recht bald neue Gesichter hinzukommen. Wer Interesse an der Tätigkeit hat, kann sich bei Christa Kessel unter der Telefonummer (02864) 5176, bei Irmgard Schürmann unter der (02864) 4436 oder bei Maria Ahlte unter der Rufnummer (02864) 94016 melden.
Auch Senioren werden besuchtDie Hunde vom Verein Graues Gold sorgen mit ihren Frauchen für Fröhlichkeit im Seniorenheim. Ein Besuchsdienst, der etwas anders strukturiert ist, erfreut die Bewohner in den Rekener Senioreneinrichtungen. Hier ist zwar auch jeder Besuchstag anders, aber die meisten Betreuer haben „ihre“ Seniorin oder ihren Senioren, mit denen sie sich beschäftigen. Mehr als 20 Ehrenamtler unternehmen eine Menge, um etwas für die Lebensqualität der Bewohner zu tun. Die „guten Geister“ kommen ins Haus, lesen den Menschen vor, gehen mit ihnen spazieren, begleiten sie bei Ausflügen, helfen beim Essen. „Oder sie sind einfach nur da“, erklären Beate Jönen und Mechtild Bödder vom Leitungsteam des Hauses. Dinge, die das Pflegepersonal in der Form nicht leisten kann. Eine regelmäßige Einrichtung, auf die die Bewohner nicht mehr verzichten möchten, ist das „Geburtstagscafé“ mit Anni Schmäing und Martha Klöpper, das einmal im Monat stattfindet. Beide Damen spielen auf Keyboard und Akkordeon und singen mit den Bewohnern.
Nicht „Altes Eisen“, sondern „Graues Gold“, so werden die Senioren nach skandinavischem Vorbild im Verein „Graues-Gold-Dorsten“ genannt. Der Verein sorgt für Kontakte zwischen Mensch und Tier. Denn: „Nachweislich fördert der Kontakt zu Tieren gerade auch bei dementen und sterbenskranken Menschen die Wahrnehmung für das Leben und somit die Lebensqualität“, ist auf der Homepage des Vereins nachzulesen. Eine von ihnen ist Anne Dehling, die mit dem eigenen Haustier die Bewohner im Haus St.Ludgerus besucht. „Die Bewohner erfreuen sich an den Tieren, können mit ihnen knuddeln und sich mit ihnen beschäftigen“, berichtet sie. Für fröhliche Momente bei den Ehrenamtlern sorgte kürzlich Hausherr Manfred Lehmkuhl. Er drückte sein Dankeschön an die Damen in einem schmackhaften Frühstück aus. „Das, was sie machen, ist mit Geld nicht zu bezahlen“, so Lehmkuhl, der die Leitung des Hauses im April abgibt.
Übrigens: Menschen, die sich im Haus St. Ludgerus ebenfalls ehrenamtlich einbringen möchten, sind immer gerne gesehen. geg
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