Geburtstagsgrüße aus Afrika
14.08.2009
Der Grundstein für das Kinderhaus in Sierra Leone ist gelegt
„Der Grundstein ist gelegt“, sagt Gudrun Gerwien und freut sich über den Erfolg beim Projekt „Home of Hope“ (so die englische Bezeichnung des „Haus der Hoffnung“). Ein erster Schritt zum Bau des Kinderhauses in Sierra Leone ist also getan. Ein Jahr lang hatte die Gagu-Zwergenhilfe mit zahlreichen Aktionen und einer außergewöhnlichen Wette (LebensArt berichtete) Spenden gesammelt, um in Sierra Leone ein Kinder- und Waisenhaus bauen zu können. „Nun haben wir nicht nur alle Anträge durch, sondern sind in Afrika auch als so genannte NGO also als gemeinnützige Organisation anerkannt. Das erleichtert uns die weiteren Schritte.“ Das so wichtige Dokument mussten Gudrun Gerwien und Dieter Schmitt natürlich persönlich in Empfang nehmen. Vom 19. bis zum 31. Juli reisten sie daher erneut nach Sierra Leone. „Die Reise hat mich unglaublich berührt“, berichtet Gudrun Gerwien. Obwohl sie bereits zum dritten Mal in das Slum-Gebiet reiste, nahm sie das Schicksal der Kinder hier erneut gefangen.
„Die Kinder sind auf unsere Hilfe angewiesen, daher suchen wir dringend Paten.“ Zum Beispiel für Abdulai Sesay. Das vier Monate alte Baby benötigt eine lebenswichtige Operation, die in Sierra Leone gerade einmal 50 Euro kostet. „Wir haben dem Kleinen die OP ermöglicht, aber wir suchen Jemanden, der Abdulai weiter unterstützt.“ Und dies ist nur eines der Slums-Kinder, das dringend Hilfe benötigt. Mit vielen Geschichten und erschütternden Bildern sind die Zwergenhelfer nach Deutschland zurückgekehrt. „Nun hoffen wir, dass sich Familien, Vereine oder Gruppen finden, die mit 25 Euro im Monat den Kindern ein besseres Leben ermöglichen.“
Mit gutem Beispiel voran geht der erste Mann der Gemeinde. Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter selbst hat bereits die Patenschaft für eines der Kinder übernommen. „Auf unserer Reise haben wir sein Patenkind getroffen, das natürlich mächtig stolz ist, dass sich der Bürgermeister persönlich seiner angenommen hat.“ Zum Geburtstag gab es für Ernst-Christoph Grüter daher gleich ein Ständchen aus dem fernen Afrika. „Wir haben den Bürgermeister zum Geburtstag angerufen und sein Patenkind hat für Ihn Happy Birthday gesungen.“ So ein Geschenk bekommt auch ein Bürgermeister nicht alle Tage.
Ein weiteres Beispiel für gelungene Hilfe ist Abass. Der Junge, den Gudrun Gerwien und Dieter Schmitt noch vor einem Jahr verwahrlost am Strand gefunden und schließlich in einer Familie untergebracht haben blüht von Tag zu Tag mehr auf. „Aus ihm ist ein richtiger junger Mann geworden“, sagt Dieter Schmitt.
In den kommenden Monaten soll das Home of Hope fertig gestellt werden. 30 Kinder werden hier schon im Januar ein neues Zuhause finden, Schulunterricht genießen und regelmäßige Mahlzeiten bekommen. „Wir sind aber weiter auf Spenden angewiesen.“ Mit gutem Beispiel geht da Ralf Triptrap von der Signal Iduna Versicherung voran. Nachdem er die Bilder aus dem Slum-Gebiet gesehen hat, erhöhte er seinen Spendenscheck ohne zu zögern auf 250 Euro.
Um weiter auf ihr Engagement aufmerksam zu machen laden die Gagu-Zwergenhelfer schon im Oktober zu einer großen Gala-Show ein. „Zudem planen wir jetzt schon die Neuauflage des Weihnachtsdorfes und der Auftritt für Ma-Mi-La steht ja auch noch an.“ Viel zu tun für die Ehrenamtlichen, doch schließlich haben sie sich einem besondern Projekt verschrieben, für das es sich zu kämpfen lohnt. gk
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