Wenn der Knoten im Taschentuch nicht mehr ausreicht
16.09.2009
Die Schermbeckerin Frauke Hausberg hat sich zur Ganzheitlichen Gedächtnistrainerin ausbilden lassen und zeigt, wie man sich geistig fit hält
Immer dann, wenn man „mal eben“ zum einkaufen will passiert es, der Einkaufzettel liegt zu Hause in der Küche und man selbst steht hilflos vor den unzähligen Regalen im Supermarkt. Was stand denn nun drauf, auf der langen Einkaufsliste? Milch, Zucker, Jogurt und da war doch noch etwas. Doch egal wie tief man in den Schubladen seines Gedächtnisses kramt, diese sind und bleiben wie leer gepustet. Und dann kommt da auch noch der schnauzbärtige Mann freudestrahlende und mit einem Hallo auf den Lippen zielstrebig auf einen zu und schon auf die Entfernung geht man in Windeseile alle Namen durch, doch den passenden findet man nicht. Und ehe man sich versieht, hält man auch schon die Hand des Schnauzbärtigen und bekommt nicht mehr als ein „Hallo Herr...ähm“ heraus. Wenn Ihnen diese Situation bekannt vorkommt, dann wird es höchste Zeit mal wieder die grauen Zellen zu trainieren. Die Gedächtnistrainierin Frauke Hausberg hält dafür den einen oder anderen Tipp parat. „Wer immer vergisst, was auf seiner Einkaufsliste steht, der sollte es mit der Loci-Methode versuchen“, sagt Frauke Hausberg. Dabei werden vertraute Orte in der Wohnung mit Begriffen verknüpft. „Je außergewöhnlicher diese Kombinationen sind, je besser kann man sie sich merken“, so die Schermbeckerin. Auch die Geheimnummer der Bankkarte, Passwörter und Telefonnummern lassen sich mit Hilfe von Bildern ganz leicht einprägen. „Das erleichtert den Alltag ungemein.“
Ganzheitliches Gedächtnistraining lautet die Devise für einen fitten Kopf und dieses stützt sich auf die Einheit von Körper, Seele und Geist. „In dem Satz „Wer rastet, der rostet“ steckt viel Wahrheit, denn körperliche Bewegung hält auch den Kopf fit.“ Doch auch eine ausgewogene Ernährung und genügend Flüssigkeit beeinflusst das Gedächtnis positiv. „Gedächtnistraining ist für all diejenigen wichtig, für die der Knoten im Taschentuch nicht mehr ausreicht“, sagt Frauke Hausberg.
Wer meint, sein Gedächtnis mit Suduko und Kreuzworträtsel fit zu halten liegt übrigens falsch. „Solche Spiele könne zwar die Konzentrationsfähigkeit verbessern, dennoch ist es wichtig, dass man immer wieder neue Dinge lernt und sich eben auch bewegt.“ Ganzheitliches Gedächtnistraining eignet sich daher nicht nur für Schülern und Studenten, Berufstätigen sowie Hausfrauen, sondern besonders für ältere Menschen. Es beeinflusst die Lernfähigkeit und Aufnahmebereitschaft des Gehirns deutlich positiv und führt zu einer höheren geistigen Effizienz.
Am 19. September wird übrigens der „Tag der geistigen Fitness“ gefeiert. Dieser Tag wird vom Bundesverband Gedächtnistraining e.V. jedes Jahr veranstaltet, um den Trainern und Trainerinnen Gelegenheit zu geben, das Ganzheitliche Gedächtnistraining vorzustellen, bekannter zu machen und dadurch viele Menschen auf die Möglichkeit der Teilnahme an Gedächtnistrainingskursen aufmerksam zu machen. Auch Frauke Hausberg wird in den kommenden Monaten zu Vorträgen und Seminaren rund um das Gedächtnistraining einladen und dabei so manchem Nachdenker auf die Sprünge helfen. gk
KASTEN IM TEXT
Gedächtnis
Das Gedächtnis ist die Fähigkeit des Nervensystems wahrgenommene Informationen zu behalten, zu ordnen und später wieder abzurufen. Die gespeicherten Informationen sind das Ergebnis von bewussten oder unbewussten Lernprozessen. Gezieltes Gedächtnistraining durch Mnemo-Technik oder Loci-Methode kann die Merkfähigkeit verbessern.
Zur Person
Seit 1991 ist die Sprachtherapeutin Frauke Hausberg in Dorsten tätig. Neben Kindern und Schlaganfallpatienten betreut die Schermbeckerin auch demenziell Erkrankte. Nun hat sie ihre Fortbildung zur Ganzheitlichen Gedächtnistrainierin absolviert. „Fordern ohne zu überfordern“ lautet ihr Motto. In Gruppenkursen bietet sie praktische Hilfestellungen für den Alltag an. Fragen rund um das Thema Gedächtnistraining beantwortet Frauke Hausberg gerne unter der Telefonnummer (02362) 62575.