Nach den schönen Wintertagen werden auch in Gladbeck allmählich die negativen Auswirkungen von Schnee, Eis und Frost deutlich
Der Winter hat seine Spuren hinterlassen. Und das nicht nur in den Köpfen der kleinen Gladbecker, die gleich an mehreren Tagen das wunderbare Schneetreiben erleben durften, sondern leider auch auf Gladbecks Straßen. „Der diesjährige Winter hat immense Straßenschäden verursacht“, bestätigt auch Peter Breßer-Barnebeck, Pressesprecher der Stadt. Die eisigen Temperaturen in den letzten Wochen hätten starke Frostschäden zur Folge gehabt und insbesondere den schon beschädigten Straßen noch weiter zugesetzt. „Deshalb waren wir gezwungen, an der Horster Straße im Stadtsüden und an der Frentroper Straße ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern zu verhängen.“ Inzwischen sind jeden Tag zwei Teams aus Ingenieuren und Mitarbeitern der Stadt unterwegs, die die Situation auf den Straßen begutachten und bei Bedarf die entstandenen Löcher kurzfristig „stopfen“. Mehr könne die Stadt aus finanziellen Gründen nicht stemmen, so Peter Breßer-Barnebeck. Wären die Straßen vorher in einwandfreiem Zustand gewesen, so wäre womöglich auch das Ausmaß der jetzigen Frostschäden geringer. Bereits vor zwei Jahren sollten beispielsweise wichtige Landeszuschüsse für den Neubau der Horster Straße zwischen Marienstraße und Marienkirche genehmigt werden. „Die Mittel wurden aber erst für dieses Jahr bewilligt, so dass wir die Löcher an dieser Stelle ebenfalls nur provisorisch flicken können.“
Viel zu tun hatten auch die Mitarbeiter des Zentralen Betriebshofes. „Die Kollegen haben stets schnell und zuverlässig geräumt und gestreut“, so verlautet es von Seiten der Stadt. Selbst Bewohner von Seitenstraßen bekamen das Streufahrzeug häufiger zu Gesicht als in manch anderen Städten. Die hohen Schneelasten sorgten aber nicht nur auf den Straßen für Unmut, sondern auch im Hinblick auf Gebäude mit flachen Dächern und nur wenigen tragenden Wänden. Vielerorts wurden Sporthallen geschlossen, ganze Dächer stürzten ein. „So einen Fall gab es in Gladbeck nicht“, beruhigt Peter Breßer-Barnbeck. Es mussten keine Sport- oder Lagerhallen geschlossen werden.
Sportler, die auf den Außenplätzen trainieren, standen dagegen mehrmals
vor verschlossenen Toren, da die Stadt die Bespielbarkeit nicht mehr
gewährleisten konnte. „Im Falle der Rasen- und Tennenplätze wird es im
Winter immer dann problematisch, wenn es taut“, erläutert Klaus-Dieter
Bugdoll, Leiter des Amtes für Schule, Sport und Integration. „Mit dem
Frost kommen auch Steine und Asche aus dem Boden an die Oberfläche, so
dass sich die obere und die untere Schicht vermischen.“ Die Steine
bedeuten eine erhebliche Verletzungsgefahr für die Sportler und
Folgeschäden an den Plätzen, die kostenintensiv behoben werden müssen.
Während die drei Rasenplätze mit etwa 800 Stunden im Jahr frequentiert
werden, sind es bei den Tennenplätzen 1.500 Stunden, beim Gladbecker
Kunstrasenplatz sogar 2.000 Stunden. „Diese Zahlen kommen zustande, weil
wir vor allem Rasen- und Tennenplätze sperren müssen.“ Der
Kunstrasenplatz ist bisher noch nicht betroffen. Hier drohen keine
Steine an die Oberfläche zu gelangen. Aktuell sind alle Plätze für die
Trainingszeiten geöffnet. „Sobald sich aber der Frost ankündigt, werden
wir sperren.“ Für die Verantwortlichen der Stadt stehen die Sicherheit
der Sportler und der Schutz der Plätze an oberster Stelle. „Wir
versuchen stets im Sinne des Sports zu entscheiden, müssen aber auch
Schäden und somit hohe Instandsetzungskosten verhindern – eine
Gratwanderung, die auch ein wenig Fingerspitzengefühl erfordert“, sagt
Klaus-Dieter Bugdoll, selbst begeisterter Fußballspieler.
Die
Spieltage des Kreises wurden jedenfalls abgesagt. Denn auch wenn die
Plätze nicht gesperrt sind, müssen die Schiedsrichter die Bespielbarkeit
unter Wettkampfbedingungen bewerten und wenn nötig, die Spiele
nachholen lassen.
Da bleibt zu hoffen, dass die Gladbecker Sportler
die verlorengegangenen Spieltage wenigstens in strahlendem Sonnenschein
nachholen dürfen. Die Sonne hat sich ja in den letzten Tagen doch das
ein oder andere Mal blicken lassen. js
Straßenschäden in
ganz Deutschland
Im Vergleich zum Norden und Osten Deutschlands
scheint NRW (in den niederen Lagen) noch recht glimpflich davongekommen
zu sein. Der Landesbetrieb Straßenbau NRW hat bisher keine
Schadensbilanz herausgegeben, der Winter hat Nordrhein-Westfalen (noch)
fest im Griff. Es ist jedoch abzusehen, dass noch immense Kosten auf die
Kommunen zukommen werden.
Negative Auswirkungen hat nicht unbedingt
der Schnee, sondern vor allem der Frost. Ist der Asphalt bereits
brüchig, dringt Wasser in die Ritzen. Bei Minusgraden gefriert das
Wasser und dehnt sich aus, so dass Teile der Straßendecke aufgerissen
werden.