„Nachdem der 2. Weltkrieg zu Ende war, wurden die Menschen aus dem Sudetenland (Nord-Böhmen) vertrieben, auch meine Familie. Drei Wochen waren wir unterwegs bis nach Harburg / Schwaben. Dort wohnte ich einige Jahre und arbeitete im Haushalt einer Bäckerei.
1950 kam ich nach Oberhausen-Schmachtendorf, ohne zu ahnen, was mich hier erwartet. Vom Ruhrgebiet war mir wenig bekannt. Nur, dass es hier zahlreiche Industrie- und Bergbauanlagen gab und durch Bomben sehr viel zerstört war. Eine Wohnung fand ich in einer Baracke an der Hühnerstraße. Ich habe geheiratet und bekam drei Kinder. Mein Mann kam aus Holten und war bei der Ruhr-Chemie beschäftigt, dadurch hatten wir die Möglichkeit, an der vorderen Kempkenstraße ein Haus zu bauen. Dort wohnte ich über 50 Jahre.
So war ich also in Schmachtendorf „gelandet“! Damals hieß der Ortsteil Sterkrade-Nord. Wie sah es hier aus? Wie viele andere Orte im Ruhrgebiet war einiges noch vom Krieg zerstört, die Straßen nicht befestigt, eine lockere Bebauung, nur im Ortskern einige mehrstöckige Häuser mit Geschäften, ferner zwei Kirchen, zwei Grundschulen, eine Poststelle, einige kleine Geschäften Handwerksbetriebe, meines Wissens auch eine Apotheke, eine Drogerie, ein Textilhaus und ein Haushaltswarengeschäft, vier Gaststätten mit Tanzsaal. Fünf Straßen führten von hier in die Nachbarorte. Dort stand auch eine befestigte Windmühle.
Die Zeit lief weiter und es wurde eine „Wohnfeldverbesserungsmaßnahme“ begonnen. Nun bewegte sich etwas in Schmachtendorf! Überall wurde gebaut, restauriert, der Marktplatz zweimal umgestaltet, Straßen gebaut und ausgebaut. Inzwischen feierten die Schmachtendorfer zweimal Ortsjubiläum mit Festzug und Ausstellung. Schmachtendorf hat sich in den letzten Jahren zu einem der schönsten Nebenzentren Oberhausens entwickelt. Es gäbe noch viel zu erzählen!“



