Wenn die Narzisse mit dem Krokus ...
16.03.2010
Für Gartenbesitzer ist der Winterschlaf allmählich vorbei – LebensArt gibt Tipps für die anstehende Gartenarbeit und Neupflanzungen
Von so einem Winter, mit all seiner weißen Schneepracht, hat der ein oder andere sicher lange geträumt – gar keine Frage. Doch so langsam könnte einmal wieder etwas mehr Farbe in den Alltag einziehen. Garten, Terrasse und Balkon warten geradezu auf ihre anstehende Frühjahrskur.
Lesen Sie in unserem Garten-Spezial, welche Maßnahmen in Sachen Nutz- und Ziergarten im März auf jeden Hobbygärtner zukommen werden, erhalten Sie Tipps von Gärtnermeister Helge Allmer und erfahren Sie mehr über die neuesten Gartengeräte. Viel Spaß dabei!
Allgemeine Maßnahmen im Garten
Nach diesem Winter steht Aufräumen wohl ganz oben auf der Liste, um den Garten auf den kommenden Frühling vorzubereiten. Sobald der Rasen und die Beete schneefrei sind, kommt auch das „Grauen“ zum Vorschein. Laubreste, Moos, Erdreste und abgefallene Zweige zieren dann den Garten, wo doch bald schon der Frühling erblühen soll. Den Rasen einmal kräftig durchhacken, vertikutieren und düngen, die Beete säubern und den Boden auflockern – sind die ersten Maßnahmen vollbracht, sieht der Garten meist schon ganz anders aus. Erstes Unkraut sollte ebenfalls jetzt beseitigt werden, damit es sich auch in Zukunft nicht allzu sehr ausbreiten kann.
Blumen und Stauden
Narzisse, Krokus, Tulpe und Co. dürfen im
Frühling natürlich nicht fehlen. Wer die Zwiebeln im Herbst gepflanzt
hat, der kann sich jetzt nach und nach auf die schönen Farbtupfer
freuen.
Rosen benötigen jetzt Ihre ganze Aufmerksamkeit. Im März
deutlich zurückgeschnitten, werden sie schon bald wieder kräftig
erblühen. Ob Edelrose, Wildrose oder Zwergrose – Mehrjährig blühende
Rosen müssen regelmäßig geschnitten werden, damit sich neue Triebe
bilden. Zusätzlich sollte ausreichend gedüngt werden. Zweijährige
Sommerblumen wie Tagetes, Stiefmütterchen oder Löwenmäulchen werden
jedem Gartenbesitzer einen prächtig blühenden Garten bescheren.
Gepflanzt werden sie, sobald die Tage milder werden.
Das Staudenbeet
sollte ebenfalls jetzt auf Vordermann gebracht werden. Blühen
bestimmte Stauden nach einiger Zeit nicht mehr so üppig, ist jetzt noch
Zeit sie zu teilen und umzupflanzen. Der Teil mit noch genügend und vor
allem jungen Wurzelstücken bleibt im Beet zurück, die anderen Teile
müssen mit einem anderen Ort vorlieb nehmen.
Freuen Sie sich auf
prächtige Farben im Sommer, zum Beispiel mit Sommerflieder und Lavendel?
Die sollten besser jetzt, statt im Herbst, gepflanzt werden. So haben
die kälteempfindlichen Wurzeln mehr Zeit, sicheren Halt zu finden, bis
der Winter kommt.
Die Staude des Jahres 2010 ist übrigens die
Katzenminze (Nepeta). Sie wächst auf fast jedem Boden, ist besonders
widerstandsfähig, kaum krankheitsanfällig. Doch Vorsicht: der Name ist
Programm, einige der nachtaktiven Vierbeiner werden Sie wohl im Garten
besuchen. Bis heute ist nicht geklärt, weshalb Katzen vom Geruch
angezogen werden, Ratten dagegen bleiben der Pflanze angeblich fern.
Obst
und Gemüse
Für die süßen Gaumenfreuden ist es eher noch zu früh.
Obstbäume, die jetzt neu gepflanzt werden, brauchen ihre Zeit, bis die
ersten Früchte sprießen. Doch sollten vorhandene Obstbäume spätestens
jetzt Anfang März geschnitten werden. Auch mehrjährige Pflanzen wie
Erdbeeren müssen nun zurückgeschnitten und von Unkraut befreit werden.
Soll
es bald in Ihrem Garten eine reiche und vor allem nahrhafte Gemüseernte
geben, beginnen Sie im März mit der Planung der Freilandbeete. Der
Boden sollte umgegraben und gelockert sein und etwa zehn Tage vor der
ersten Aussaat mit Kompost bestreut werden. Bleiben die Temperaturen
immer knapp über 0 Grad, kann man Ende März schon mit den ersten
Aussaaten beginnen. Radieschen eignen sich hier wunderbar. Sie benötigen
viel Licht, genügend Abstand und können am besten in Reihen gesät
werden. Wer wegen der Temperaturen sicher gehen möchte, kann sie zu
Beginn auch unter Folie gedeihen lassen. Geerntet wird das knackige
Gemüse von April bis etwa September je nach Aussaat. Frühe Aussaat im
März oder besonders späte Anfang September können verhindern, dass die
Pflanze von Gemüsefliegen befallen wird.
Auch Möhren sollten im März
noch mit einer Folie abgedeckt werden. Die Möhrensamen können noch bis
etwa Juni ausgesät und dann zwischen Juli und Oktober geerntet werden.
Um schneller ernten zu können, empfiehlt es sich die Samen gemischt mit
feuchtem Sand vorab in einem Gefäß vorquellen zu lassen. Die frühen
Möhren sind zwar nicht besonders groß, dafür aber umso leckerer. Späte
Aussaaten sollten am besten bis in den Herbst im Boden lassen, damit sie
ausreifen können. Sind die orangefarbenen Köpfe bereits zu sehen,
werden sie wieder mit Erde bedeckt, damit sie nicht grün anlaufen.
Kohlrabi
ist ebenfalls ein beliebtes Frühgemüse. Wer sich bereits Mitte Februar
die Jungpflanzen herangezogen hat, kann Ende März bis Anfang April mit
der Einpflanzung beginnen. Acht bis zwölf Wochen später gibt es dann den
ersten Kohlrabi Marke Eigenanbau auf den Tisch. Bei späteren Aussaaten
kann die Knolle bis in den Winter hinein geerntet werden. Frost wirkt
sich sogar positiv auf den Geschmack aus. Fast schon in Vergessenheit
geraten sind solche Gemüsesorten wie Pastinaken und Schwarzwurzel. Dabei
ernährten sich unsere Vorfahren im 18. Jahrhundert vor allem von
Ersteren, bevor Möhren und Kartoffeln überhaupt auf den Speiseplan
kamen. Ballaststoff- und vitaminreich liefern Pastinaken auch wertvolle
Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium und Zink. Sie werden wie Karotten
zubereitet, schmecken aber eher nussig bis würzig-scharf. Die beste Zeit
zum Aussäen ist Mitte April.
Balkon und Terrasse
Auch auf
Balkon und Terrasse ist Frühjahrsputz angesagt. In vielen Fällen genügt
das bloße Durchfegen kaum, um den Schmutz zu entfernen. Ein
Hochdruckreiniger schafft Abhilfe und lässt die Fliesen und
Pflastersteine mitsamt Fugen wieder wie Neu aussehen. Die Gartenmöbel
sollten rechtzeitig auf Vordermann gebracht werden, damit man ganz
entspannt den einen oder anderen Frühlingstag im Freien genießen kann.
Staub und Dreck lassen sich in der Regel problemlos entfernen. Ergraute
Holzmöbelstücke sollten eventuell neu angestrichen werden. Die
überwinternden (Kübel-)Pflanzen sollten jetzt auf ihre Gesundheit hin
untersucht werden, Krankheiten und Schädlinge sind mithilfe einer Lupe
gut erkennbar. Mehrjährige Pflanzen spätestens alle zwei Jahre austopfen
und mit frischer Erde versorgen. Robuste Sorten dürfen bereits jetzt
Frühlingsluft schnuppern. js