Die Bäume und Sträucher entlang der Straße „Am Tüsselbeck“ sind gefällt und es bietet sich zurzeit ein Bild der Verwüstung. Das ehemals grüne und bewaldete Gebiet hat sich in den vergangenen Wochen in eine verwilderte Landschaft umgewandelt. Kein Wunder, dass die Anwohner entsetzt sind. So hatten sie sich den Beginn des Bauvorhabens nicht vorgestellt. Im Gespräch mit LebensArt äußerten sie ihre Bedenken. „Auch wenn wir natürlich seit jeher wissen, dass das Gebiet bebaut werden soll, sehen wir uns mit dem jetzigen Zustand überrumpelt“, so die Initiatoren einer Interessenvertretung „Tüsselbeck und Norbertstraße“, die bezüglich des Baugebietes seit Jahren im Gespräch mit der Stadt Oberhausen stehen. Bereits mehrfach haben sie ihre Ideen und Vorstellungen einer sinnvollen Bebauung an die Verwaltung und in den Rat weitergegeben. Mit dem aktuellen Bebauungsplan 221 sind sie jedoch nicht einverstanden. „Unsere Bedenken hinsichtlich der Verkehrsführung, des Schallschutzes und der Abwasserregelung wurden keineswegs berücksichtigt. Das macht uns natürlich sauer.“ Das rund 2,7 Hektar große ehemalige Thyssengelände zwischen der Straße „Am Tüsselbeck“ und der Autobahn A3 soll mit insgesamt 94 zweigeschossigen Doppel- und Reihenhäusern bebaut werden. Dabei ist entlang der Autobahn eine passive Schalldämmung vorgesehen, indem der ersten Häuserreihe eine Garagenfront in sechs Metern Höhe vorangestellt wird.
Die Stadtverwaltung Oberhausen verweist in dem Zusammenhang auf die Protokolle eines Workshops (19. 09. 2007) sowie der Bürgerversammlung (12. 12. 2007), die im Planfeststellungsverfahren stattgefunden haben. Dort konnten die Anwohner ihre Bedenken und Wünsche äußern. Vor allem hinsichtlich der Verkehrsplanung haben die Anwohner starke Bedenken. So sei der Verkehrsfluss bereits jetzt zu Stoßzeiten in den engen Bereichen der Straßen „Norbertstraße“ und „Am Tüsselbeck“ stark beeinflusst. Wenn nun noch weitere Fahrzeuge regelmäßig dazukämen, dürfte es sehr eng werden.
Dazu heißt es in der Niederschrift der Bürgerversammlung: „Die Verkehrserschließung erfolgt über die Straßen „Am Tüsselbeck" und „Zum Steinacker". Der Steinacker wird dabei als Sackgasse ausgebildet. Die westliche Gebäudezeile wird durch eine Stichstraße von der Straße „Am Tüsselbeck“ erschlossen.“ Dem halten die Kritiker jedoch entgegen, dass die Einfädelung des Steinackers in die Norbertstraße genau gegenüber den Wohnhäusern Norbertstraße 15 und 17 erfolgen würde. In diesem Bereich jedoch stauen sich die Fahrzeuge jetzt schon und bei erhöhtem Verkehrsaufkommen seien chaotische Zustände vorprogrammiert. „Warum kann die Straße „Am Steinacker“ nicht an die Schmachtendorfer Straße angeschlossen werden?“, fragen sich die Vertreter der Interessengemeinschaft. Auf der Bürgerversammlung wurde ihnen versichert, dass die Verkehrsentwicklung untersucht werde. Doch offensichtlich sind die Einwände der Bürger dabei nicht berücksichtigt worden.




