„Ich bin noch nicht wirklich zurück“, sagt Gudrun Gerwien. Die Eindrücke der letzten Reise nach Sierra Leone beschäftigen die Schermbeckerin noch stark. Und auch Dieter Schmitt ist immer noch gerührt von den Erlebnissen.
Wichtigste Nachricht der beiden Gagus: Das Home of Hope steht. „Es wurde wirklich eine prima und exakte Arbeit geleistet“, sagt Dieter Schmitt. Jetzt beginnen die Feinarbeiten. Neben der Elektrik fehlen Böden und Sanitäranlagen. „Und dann muss das ganze Haus ja noch möbliert werden.“ Abermals eine große Herausforderung für das Gagu-Team, denn die Preise für Baumaterialien sind in Sierra Leone in den vergangenen Monaten enorm gestiegen. „Soweit, dass wir nun wohl das gesamte Mobiliar aus Deutschland nach Sierra Leone verschiffen werden.“ Um dieses möglich zu machen sind erneut Sponsoren nötig. „Denn langsam wird das Geld in der Spendenkasse knapp.“ Doch trotz all den neuen Herausforderungen, der Traum von Gudrun Gerwien und allen Gagus hat sich erfüllt. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Kinder in das Kinderhaus auf der Insel Lungi einziehen. „Nach Möglichkeit noch vor der Regenzeit, die Anfang August beginnt.“ Etwa 30 Kinder werden im Home of Hope ein neues Zuhause finden. Am liebsten würden Gudrun Gerwien und Dieter Schmitt noch vielen Weiteren ein Dach über den Kopf geben. „Aber wir wissen, dass wir nicht allen helfen können.“ Neun Kinder wurden bereits ausgewählt. „Es sind wirklich die ärmsten der Armen. Halbwaisen, die momentan in den so genannten Amputee Camps wohnen. Hierhin wurden nach dem Krieg die Verletzten, die Arm- und Beinamputierten gebracht. Die Mütter der Kinder sind meist verstorben und die vom Krieg verstümmelten Väter kaum in der Lage ihre Kinder zu versorgen.“ Im Home of Hope sollen sie Liebe und Geborgenheit erfahren und zur Schule gehen können.
Mit einziehen soll auch John. „Ihn haben wir am Strand getroffen. Seine Eltern haben ihn bei der Tante zurückgelassen, statt in der Schule zu lernen muss John am Strand betteln.“ Besonders berührt hat Gudrun Gerwien und Dieter Schmitt die unglaubliche Intelligenz des Jungen. „Er muss einfach zur Schule gehen!“




