Seit dem 24. April sind die Pforten des Martin Luther Forums Ruhr an der Bülser Straße 38 mit der Ausstellung „Reformation und Ruhrgebiet“ für alle interessierten Besucher geöffnet.
Die Eröffnung der Ausstellung im Jahr der Kulturhauptstadt RUHR.2010 beendete einen zweijährigen Planungs- und Vorbereitungsprozess. Schon 2008 hatte der Verein Martin Luther Forum Ruhr e.V. die Idee zu dieser Ausstellung. Mit der großzügigen finanziellen Unterstützung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und der NRW-Stiftung sowie weiterer Förderer, wurde der Aufbau der 30.000 Euro teuren Ausstellung Wirklichkeit.
Im separaten Ausstellungstrakt zeigt die auf vier Ebenen angeordnete Dauerausstellung „Reformation und Ruhrgebiet“ die Entwicklung evangelischen Lebens im Ruhrgebiet. Mentalitäts-, Sozial-, Wirtschafts- und Alltagsgeschichte, Traditionen und Herkunft der Zuwanderer, protestantische Ethik der Unternehmer, Entstehen des (katholischen)BVB und des (evangelischen) Schalke 04 sind nur einige der Themen, welche die Besucher erwarten.
Gezeigt werden zudem Exponate aus der Zeit der Reformation bis in das 21. Jahrhundert. Die Ausstellung präsentiert, wie sich in der Region Ruhr besonders ab dem 19. Jahrhundert aus einem religiös motivierten Prozess heraus eine grundlegende Neuorganisation gesellschaftlicher, sozialer und politischer Strukturen und Institutionen entwickelt hat.
„Mit der Ausstellung präsentieren wir einen bunten Kultur-Blumenstrauß der vielfältigen allgemeinen Kenntnisse und speziellen Informationen im Zusammenwirken mit Kunst, verpackt mit aktueller Medien-, Audio- und Lichttechnik in moderner Architektur“, bringt es Dr. Martin Grimm, Vorsitzender des Beirats des Martin Luther Forum Ruhr, auf den Punkt.
Und auch bei Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Staatssekretär für Kultur der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen, fand die Umsetzung des Projektes großen Anklang. Er lobte das Konzept der Folgenutzung der ehemaligen Markuskirche durch das Martin Luther Forum Ruhr. „Ihnen ist es vorbildlich gelungen, die ehemalige Kirche, mit neuem Leben auszufüllen. Sie haben eine Plattform für den Dialog geschaffen, der einem einstigen Sakralbau mehr als gerecht wird.“
Die Ausstellung konnte bereits viele Besucher in das Forum locken. „Wir sind mit dem bisherigen öffentlichen Interesse an der Ausstellung sehr zufrieden“, sagt Andreas Willmes vom Martin Luther Forum Ruhr. „Jetzt haben sich auch die ersten Schulklassen angemeldet. Wir freuen uns, dass wir auch der jungen Generation im Rahmen der Dauerausstellung die Entwicklungsgeschichte des evangelischen Lebens im Ruhrgebiet näher bringen können.“
Übrigens, für die Ausstellung wurden von Sammlungen, Archiven und aus Privat- und Kirchenbesitz zahlreiche wertvolle Leihgaben zur Verfügung gestellt. „All denen, die als Leihgeber, als Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats und vor allem durch ihre tatkräftige Mitarbeit die Ausstellung gefördert und ermöglicht haben, gilt unser Dank“, so die Initiatoren der Ausstellung. Geöffnet ist die Ausstellung, das Café und der Turmladen Dienstag sowie Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr und mittwochs von 17 bis 20 Uhr. Montag bleibt das Forum geschlossen.
Neben der Ausstellung „Reformation und Ruhrgebiet“ werden weiterhin Vorträge und Lesungen zum kulturellen Erbe der Reformation stattfinden.
„Dabei haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter mit ihrem großen Engagement zahlreiche namhafte Referenten gewinnen können“, freut sich Andreas Willmes. So wird die ehemalige Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann am 7. Juni im Rahmen der Reihe „Im Gespräch mit ...“ zu Wort kommen. Religion und Politik sind das Thema beim Sommerempfang des Forums am 17. Juni. Dann wird Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert einen Vortrag zur Neutralität des Staates in Religionsfragen halten. gk / js



