Durch die Einrichtung der Offenen Ganztagsschule haben sich die Schulzeiten geändert und es gelten andere Öffnungszeiten für die Spielplätze an den Schulen
Ausgelassen toben die Kinder der Offenen Ganztagsschule (OGS) der Matthias-Claudius-Schule über den Schulhof. Keine Frage, mit dem großen Sandkasten, den Klettergeräten und der Wiese, die zum Fußballspielen einlädt, ist der Schulhof zum Spielen und Toben ideal. Bisher war es auch so, dass der Spielraum allen Kindern nach Schulschluss zur Verfügung stand. „Das ist auch heute noch so, nur haben sich die Schulzeiten eben geändert“, sagt Andrea Kaufmann Leiterin der OGS der Matthias-Claudius-Schule. Ertönte bis vor einigen Jahren spätestens um halb zwei der Gong zum Schulschluss, gibt es für die Kinder heute die Möglichkeit, auch nach der offiziellen Schulzeit in der Schule betreut zu werden. Die Bundesregierung hat mit den Offenen Ganztagsschulen Betreuungszeiten bis um 16 Uhr geschaffen, Mittagessen, Hausaufgabebetreuung und natürlich viel Zeit zum Spielen inklusive.
„Wir planen für unsere Betreuungskinder oft ganze Spielnachmittage.“ Fröhlich wird dann auf dem Schulgelände mit Wasser gepantscht oder auch schon mal ein Fußballturnier gespielt, bis die Kinder um 16 Uhr von ihren Eltern abgeholt werden. „In der Vergangenheit war es oft so, dass auch Kinder aus der Nachbarschaft zum Spielen auf das Schulgelände kamen“, sagt Andrea Kaufmann. Natürlich gibt es hier genügend Spielraum für alle, ein Problem ergibt sich allerdings bei der Aufsichtspflicht. „Zu Spitzenzeiten betreuen wir auf dem Schulhof rund 80 Kinder.“ Da ist ein wacher Blick gefragt.
Das weiß auch Dagmar Schnieder, Leiterin der OGS an der Johannesschule, die sich den Schulhof mit der Matthias-Claudius-Schule teilt. „Die Aufsichtspflicht über unsere Betreuungskinder steht für uns absolut im Vordergrund, wird aber durch den Besuch anderer Kinder, Jugendlicher und Eltern erheblich gestört.“
„Oftmals kam es zu Streitereien, weil die Besuchskinder ihr eigenes Spielzeug mitbrachten oder einfach mit dem der OGS-Kinder gespielt haben. Das macht schon in soweit Probleme, da die Eltern hier ja für die Betreuung ihrer Kinder zahlen", so die OGS-Leiterinnen. So werden Schaukeln, Rutschen und Tischtennisplatten häufig von anderen Kindern belegt. „Ein großes Problem ist auch, dass andere Kinder Süßigkeiten oder Getränke mitbringen und diese an unsere OGS-Kinder weitergeben. Das kann schwere Folgen haben, wenn Kinder gegen bestimmte Inhaltsstoffe allergisch sind und wir als Aufsicht tragen dann die Verantwortung." Es geht also nicht darum, dass andere Kinder ausgegrenzt werden sollen, sondern um die Betreuungs- und Aufsichtpflicht der Offenen Angebote.
Trotzdem hatten die Eltern aus der Nachbarschaft regen Diskussionsbedarf und beschlossen zusammen mit der Schul- und OGS-Leitung und einem Vertreter der Stadt einen Kompromiss. „Von den drei unteren Schulhoftoren bleibt nur eins unverschlossen, so dass hier Zutritt gewährt wird. Zudem müssen die Eltern die Aufsichtspflicht für ihre Kinder übernehmen und auch andere Eltern davon in Kenntnis setzen.“ Ob diese Lösung durchgehalten werden kann, ist fraglich. Schließlich wollen 10-Jährige wohl kaum noch unter der Aufsicht ihrer Eltern spielen.
Ganz in der Nähe zum Schulhof laden Spielplätze zum Toben ein.
In den Ferien könnte es verstärkt zu Diskussionen kommen, denn in den ersten drei Wochen bietet die OGS ebenfalls eine Betreuung an und das von 8 Uhr bis 16 Uhr. Nicht betreute Kinder haben hinsichtlich des Spielens auf dem Schulhof dann das Nachsehen. „Das geht nun mal nicht anders. Die Schulzeiten haben sich geändert und die Bevölkerung muss hier umdenken. Zudem ist der Großteil der Spielgeräte nicht wie so oft vermutet von öffentlicher Hand, sondern vom Förderverein der beiden Schulen angeschafft worden", sagt Andrea Kaufmann.
Wenn sich um den Spielraum Schulhof eine solche Diskussion entfaltet, stellt sich die Frage, gibt es in Kirchhellen vielleicht nicht genügend Spielmöglichkeiten außerhalb der Schulhöfe für die kleinen Kirchhellener?
Wie die Stadtverwaltung LebensArt mitteilte, gibt es für die rund 1.700 Kirchhellener Kinder unter zehn Jahren 39 Spielplätze im gesamten Ortsteil Kirchhellens. Das müsste ausreichen, sollte man meinen. Einer dieser Spielplätze liegt sogar in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schulhof der Matthias-Claudius- und Johannesschule. Gegenüber der evangelischen Kirche breitet sich ein großer Sandkasten mit Rutsche und weiteren Spielgeräten aus. Eine große Wiese lädt außerdem zum Bolzen ein und unter schattigen Bäumen finden sich auch Sitzplätze für die Eltern. Natürlich hat der Spielplatz längst nicht die Ausmaße des naheliegenden Schulhofes, doch als Übergangslösung bis um 16 Uhr ist er durchaus geeignet. Andere Spielplätze wie der am Wellbraucksweg oder am Brabecker Feld in der Nähe der Gregorschule sind keineswegs in einem so desolaten Zustand, dass sie nicht genutzt werden könnten. Doch auch wenn es offensichtlich ausreichend Ausweichmöglichkeiten gibt, heißt das nicht, dass alle Spielplätze in Kirchhellen in einem guten Zustand sind und das Angebot an Spielmöglichkeiten für Kinder nie groß genug sein kann. Und drei ausgewiesene Bolzplätze, die erfahrungsgemäß auch von Jugendlichen und Erwachsenen genutzt werden, sind nicht viel. Da müsste noch nachgebessert werden.
Morgenstund’ hat Gold im Mund – Dieses Sprichwort passt dieser Tage wie eh und je. Morgen für Morgen werden wir von den Sonnenstrahlen wachgekitzelt, viel schöner als durch das schrille Läuten des Weckers. Bei so einer sonnigen Stimmung lassen sich auch die ein oder anderen Regentage ertragen.
Termine
5. September
Zentraler Begrüßungsgottesdienst der neuen Konfirmanden - Veranstaltungen Ort: Evangelische Kirche am Buchenweg / Schmachtendorf
5. September
Fahrradtour - Veranstaltungen Ort: Kirchplatz St. Theresia / Schmachtendorf