Einmal tief durchatmen hieß es für die Schermbecker Kulturstiftung nach der local heroes-Woche im Februar.
„Wir haben uns nicht nur mit dem Programm, sondern auch finanziell aus dem Fenster gelehnt“, sagt Brigitte Straus von der Kulturstiftung. Dafür boten die Organisatoren aber auch eine Woche lang ein buntes und vielfältiges Programm. „Im ersten Halbjahr haben wir daher aber auch kein extra Programm der Kulturstiftung angeboten.“ Umso frischer startet die Stiftung nun ins zweite Halbjahr und das mit einem Veranstaltungskalender, der sich sehen lassen kann. Los geht es am 27. August mit dem großen Vergessenen der Literaturgeschichte. Noch einmal rückt die Kulturstiftung den Literaten Gustav Sack in den Fokus. Den 125. Geburtstag des Schermbecker Dichters und Denkers nimmt das Museum für Westfälische Literatur zum Anlass, ihn neu zu entdecken. So zeichnet die Ausstellung im Haus Nottbeck ein überlebensgroßes Portrait des Dichters. „Gemeinsam mit den Schermbecker Kulturfreunden wollen wir die Ausstellungseröffnung besuchen“, sagt Brigitte Straus. Mit dabei sein wird auch Schauspieler Claude-Oliver Rudolph, der zur Eröffnung aus den Prosa- und Lyriktexten des Gustav Sack liest.
Uli Masuth sorgt für einen amüsanten Nachmittag.
Ein erneutes Stelldichein gibt sich am 5. September Uli Masuth. Schon einmal hat der Kabarettist gezeigt, dass er das Schermbecker Publikum bestens zu unterhalten weiß und so wird er auch mit seinem neuen Programm „Ein Mann packt aus“ den Kampf der Geschlechter aufnehmen und dem Publikum einen vergnüglichen Nachmittag bereiten. „Wir laden bereits um 17 Uhr zu dieser Veranstaltung ein.“ Nach dem sonntäglichem Kaffee und Kuchen lässt es sich nämlich bestimmt am besten lachen.
Einen weiteren Höhepunkt im Veranstaltungskalender setzt die Kulturstiftung am 15. September mit dem Besuch der Ausstellung „Ritter, Burgen und Intrigen“. Gemeinsam mit dem Heimat- und Geschichtsverein Schermbeck und dem Heimatverein Gahlen machen sich kleine und große Ritterfreunde auf zum LWL-Museum für Archäologie in Herne. Hier lädt die Ausstellung „Aufruhr 1225“ zu einem Mittelalterserlebnis der besonderen Art ein.
Am gleichen Tag liest Dirk Sondermann vom Institut für Erzählforschung in der Aula der Gesamtschule die schönsten Sagen des Ruhrgebiets vor. Dabei nimmt er das Publikum mit zu Raubritter Jost, dem Zwergenkönig Goldemar oder der Emscher-Nixe. Am 29. September ist „Frederik“ um 15 Uhr zu Gast im Kindergarten Stenkampshof. Der Kleinste der Fledermausfamilie möchte mithelfen, wenn es darum geht, Vorräte für den Winter zu sammeln, doch immer kommt ihm etwas dazwischen, denn es gibt so viel zu entdecken. Alle Kinder sind herzlich eingeladen zusammen mit Frederik die Welt zu erleben.
Musik aus der Welt der Götter und Halbgötter erklingt am 10. Oktober in der Georgskirche. „Gemeinsam mit dem Kulturraum Niederrhein laden wir zu dieser Veranstaltung ein und hoffen damit auch den Grundstein für eine zukünftige Kooperation legen zu können“, sagt Brigitte Straus. Der Eintritt zu dem göttergleichen Musikprogramm ist übrigens frei.
Wessen Herz dann doch eher für Klassik schlägt, der sollte sich den 24. Oktober im Kalender notieren. Zum Schumann- und Chopin-Jahr überrascht Oleg Polianski mit einem Klavierkonzert in der Ehemaligen Reformierten Kirche. Bereits im Alter von sechs Jahren wurde das Talent des ukrainischen Pianisten erkannt und gefördert. Seither genießt er weit über die Grenzen von Kiew hinaus großes Ansehen.
Jochen Jasner setzt mit seinem Gitarrespiel Maßstäbe.
„Und am 28. Oktober feiern wir noch einmal den Geburtstag von Gustav Sack, das haben wir bereits bei der local heroes-Woche versprochen und dieses Versprechen halten wir auch.“ Lars Helmer, Dramaturg vom Landestheater Burghofbühne Dinslaken wird ab 19.30 Uhr im Heimatmuseum aus Gustav Sacks Werken lesen. Lesen, das wird auch Martin Weskott, der durch die von ihm initiierte Buchrettungsaktion in der Zeit nach der politischen Wende in der DDR bekannt wurde. In der Aula der Gesamtschule liest er ab 9.45 Uhr aus einen Werken.
Weiter gelesen wird am 2. November, dann allerdings unter dem Titel „Mord am Hellweg“. Klaus-Peter Wolf ist zu Gast und gibt Passagen aus seinem aktuellen Krimi zum Besten. „Die Kulturstiftung kooperiert dafür mit Europas größtem internationalen Krimifestival, das unter anderem vom Land NRW und RUHR.2010 gefördert wird“, erklärt Brigitte Straus.
Nicht minder spannend wird es für die Kleinen, wenn Ritter Rost im November im Begegnungszentrum des Rathauses auf ein Gespenst trifft. Und zum Abschluss wird es dann noch einmal musikalisch. Mit „Sentimento Latino“ und dem „Chorkonzert zum Totensonntag“ stehen am 12. und 21. November zwei musikalische Höhepunkte auf dem Programm. Den fulminanten Abschluss werden am 12. Dezember die „Lipsticks“ unter der Leitung von Peter Mehrens mit einem adventlichen Konzert setzen. „Wir hoffen, dass wir auch dieses Mal wieder den kulturellen Geschmack des Publikums getroffen haben.“ GK