Schermbeck - Der Bart ist länger, das Gesicht etwas schmaler geworden, aber ansonsten
hat sich Richard Jezak nicht verändert.
Doch da wäre noch etwas und das ist das
Funkeln in den Augen des Pilgers. „Der Weg hat mich verändert“, sagt er voller
Zufriedenheit. 1.140 Kilometer liegen hinter dem Schermbecker, der sich Mitte August auf
den Jakobsweg gemacht hat. Auf die Frage, ob er sich diese Reise noch einmal
zumuten würde, antwortet er voller Überzeugung: „Ja, ich würde das jedes Mal
wieder machen.“ Und das, obwohl er nicht nur einmal an seine körperlichen
Grenzen stieß. „Einmal hatte ich solche Blasen an den Füßen, dass ich kurz
davor stand aufzugeben.“ Ein anderes Mal zwang ihn eine Zerrung im Knie beinahe
zur frühzeitigen Abreise. „Da ist mir bewusst geworden, dass ich nicht auf den
Weg gehört habe. Denn der Weg spricht mit jedem Pilger. Er sagt: Bleib
gelassen, dann wirst du durchhalten. Wenn man allerdings nicht mit dem Weg
spricht, dann kommt man schnell an seine Grenzen“, weiß Richard Jezak nun aus
eigener Erfahrung. Mit Bedauern hat er jene Wegbekanntschaften erlebt, die
nicht zum Pilgern, sondern als Urlauber hierher kamen. „Beim Jakobsweg kann es
nicht darum gehen so viele Kilometer wie möglich zurückzulegen.“ Nach 37 Tagen fernab der Zivilisation muss sich Richard Jezak nun ganz neu
ins Leben einfinden. Doch eines hat er mitgenommen von seiner Pilgerreise: „Man
sollte jeden Menschen so nehmen wie er ist.“
Gerne berichtet Richard Jezak Interessierten von seiner Reise und hält
Informationen für all diejenigen bereit, die sich auch gerne auf den Weg machen
wollen. Zu erreichen ist der Schermbecker unter (02853) 5341. gk



