Kirchhellen / Grafenwald - „Es herrscht noch immer eine große Scheu vor der Blutspende,
dabei ist es ganz unkompliziert“, erzählt Maria Haubold, stellvertretende
Blutspendebeauftragte, als sie und ihr Team des DRK-Zentrums Anfang Februar am
Wienkamp auf freiwillige Spender wartet.
Insgesamt spenden deutschlandweit nur 5 Prozent der 18- bis
68-Jährigen, dabei werden täglich etwa 1.500 Blutkonserven gebraucht. Maria Haubold aber ist froh, dass in ländlichen Gegenden wie
Kirchhellen und Grafenwald viele Menschen dazu bereit sind. Die Einladung zum
Blutspenden in die Grundschule Grafenwald wurde wieder sehr gut angenommen. Das
improvisierte Wartezimmer war voll und auch die Liegen im Spenderaum waren
stets besetzt.
Klemens Lanfermann gehörte zu den Freiwilligen, die
einmal den gesamten Prozess durchzogen. Bereits zum 28. Mal fand er sich ein,
um mit seinem Blut eventuell anderen Menschen zu helfen. „Es ist nicht schlimm
oder tut weh“, erklärt der Kirchhellener. „Es ist sogar recht entspannend. Und
nach höchstens einer Stunde kann man auch schon wieder den Heimweg antreten.“
Davor durchlaufen die Patienten aber einige Stationen:
Zunächst geht es zum Blutdruckmessen und der Entnahme kleiner Proben, mit der
unter anderem der Wert des roten Blutfarbstoffes gemessen wird. Danach erfolgt
ein kurzes Gespräch mit einem Arzt, der nach Krankheiten oder Unwohlsein fragt.
Wer krank ist oder offene Wunden hat, darf kein Blut spenden. Gibt auch der
Doktor sein Okay, geht es in den Spenderaum, wo aus einer Ellenbogenvene circa
500 Milliliter Blut entnommen werden. Wenn das geschafft ist, heißt es
ausruhen, also weitere 10 Minuten liegen, um Kreislaufprobleme zu vermeiden.
„Es darf niemand das Haus verlassen, ohne etwas gegessen und
getrunken zu haben“, erklärt Maria Haubold. Dafür sorgt eine Art Café, das extra
eingerichtet wird und in dem sich die Spender kostenlos bedienen können. Auch
für die Kinder ist gesorgt, die von freiwilligen Helfern während der Zeit der
Blutspende betreut werden können. Alle Angaben, die der Spender am Tag der Blutspende
hinterlässt, werden streng vertraulich behandelt und unterliegen der ärztlichen
Schweigepflicht.
Wer noch mehr zum Thema erfahren möchte, kann sich an die
kostenlose Hotline wenden (0800) 11 949 11 oder im Internet unter
www.blutspendedienst-west.de nachschauen. kw



