Der Pilsumer Leuchtturm gilt auch als Wahrzeichen von Greetsiel.
Das malerische Fischer- und
Künstlerdorf Greetsiel bildet mit seinen 18 romantischen Warfendörfern die
Region Krummhörn an der ostfriesischen Nordseeküste.
Wer nach Greetsiel kommt
ist gefangen vom zauberhaften Anblick eines Puppenstubenortes. Kein Wunder
also, wenn immer wieder viele bekannte Filmproduktionen, wie beispielsweise der
„Tatort“ oder Filme des ostfriesischen Komikers Otto Waalkes die besondere
Atmosphäre Greetsiels und seiner Umgebung als einzigartige Filmkulisse nutzen.
Nur noch rund zwei Stunden
Anreise braucht man aus dem Ruhrgebiet, um das idyllische Dorf an der Nordsee
zu erreichen. Bekannt durch den romantischen Fischerhafen, die nebeneinander
liegenden Zwillingsmühlen sowie den Pilsumer Leuchtturm, auch Otto-Leuchtturm
genannt, mauserte sich Greetsiel in den vergangenen Jahren zu einer wahren
Touristikattraktion.
Zentrum und Blickfang für
jeden Fotografen ist der malerische Hafen. Bunte Schiffe vor einer Kulisse aus
alten Häusern, die wie Perlen aneinander gereiht, den Ortskern bilden. Hier
lohnt es sich, stundenlang auf der Bank zu sitzen und das Geschehen um die Kutter
zu beobachten. Schließlich ist in Greetsiel die größte Kutterflotte
Ostfrieslands beheimatet. An die 25 Kutter haben bisweilen festgemacht.
Muschelfänger, Ausflugsdampfer, holländische Tjalken und ein Segelboothafen
runden das Bild ab.
Der Hafen selbst ist gezeitenunabhängig. Durch eine
Schleuse an der Leyhörn, die Anfang der 90-ziger Jahre fertig gestellt wurde,
haben Ebbe und Flut ihren Einfluss verloren. In der Vergangenheit nutzten
Schiffe, die aus dem Binnenland kamen, den Sieldurchlass, um von hier ins
offene Meer zu gelangen.
Die Zwillingsmühlen weisen schon von Weitem den Weg nach Greetsiel.
Zahlreiche Restaurants,
Gaststätten und Geschäfte, die auch am Wochenende geöffnet haben, laden den
Besucher zum Verweilen ein. Ob Hotel, Pension, Ferienwohnung oder Ferienhaus -
für die verschiedensten Ansprüche steht ganzjährig ein Angebot bereit.
Im Winter wärmt man sich
nach einem ausgedehnten Marsch durch die Dünen in einem der zahlreichen
Teehäuser auf oder genießt einen hochprozentigen Friesengeist, der natürlich
nur im Originalglas und mit dem dazugehörigen Spruch („Wie Irrlicht im Moor,
flackert´s empor – lösch aus, trink aus, genieße leise, auf echte Friesenweise
– dem Friesen zur Ehr´ vom Friesengeist mehr“) brennend serviert wird. Aber
auch die zentral gelegene Greetsieler Oase mit Schwimmbad und Sauna bietet Raum
für Ruhe und Erholung.
Im Sommer lohnt sich eine
Fahrradtour über Deichstraßen und Feldwege in die Umgebung. Ein Pflichtbesuch
jedes Greetsielurlaubers ist natürlich der Pilsumer Leuchtturm. Er entstand im Jahr 1888 auf der Krone des
Deiches bei Pilsum. Mit seinen etwa elf Metern Höhe wurde der kleine gelb-rote
Turm zur Kulisse für Otto Waalkes Kinofilm, und wird seitdem auch als
„Otto-Turm“ bezeichnet. Seit einigen Jahren ist er zudem zu einem Ort geworden,
an dem sich verliebte Paare das Ja-Wort geben. Jährlich finden hier rund 200
Trauungen statt.
Die Zwillingsmühlen wurden
übrigens nicht, wie man vielleicht meinen mag, zur gleichen Zeit gebaut. Die
östliche, zum Ortsrand gelegene Mühle wurde im Jahr 1921, die westliche Mühle
schon im Jahr 1856 erbaut. Beide Mühlen hatten Vorgänger, die entweder durch
Stürme oder Brände zerstört wurden.
Mit dem Mahlen von Getreide ist es nicht mehr möglich, die Mühlen rentabel zu
betreiben. Heute werden in der östlichen Mühle Vollkornartikel, Brot und
Andenken verkauft, in der westlichen ist eine Teestube eingerichtet.
Ein Besuch im Hafenkieker sollte auf jeden Fall mit ins Programm.
In Briefen aus dem Jahr 1388
(Ocko tom Brock) wird Greetsiel das erste Mal urkundlich erwähnt. Hamburger
Schiffe lagen damals im Hafen von Greetsiel vor Anker und hatten Zoll zu
entrichten. Der Ort wurde von der Domäne Appingen aus unter den Häuptlingen der
Cirksena gegründet. Während Appingen an Bedeutung immer mehr verlor, wurde
Greetsiel zum Häuptlingssitz. Heute hat der Ort über 1500 Einwohner. Seit 1972 gehört Greetsiel zur Gemeinde Krummhörn, deren Verwaltung ihren Sitz
in Pewsum hat.
Niemand sollte Greetsiel
verlassen, ohne Ekkehard und Rudi im Hafenkiecker einen Besuch abgestattet zu
haben. Das urige Lokal liegt direkt am Hafen, genau zwischen zwei
Souvenirlädchen und beherbergt neben allerlei Strandgut auch den größten,
bislang in der Region gefangenen Fisch. Und wer genau hinsieht, findet eine
Autogrammkarte von Maria Furtwängler, Tatortkommissarin, die sich in einer
Drehpause im Hafenkiecker an einem Tee gewärmt hat. gj