Foto: Privat

Die Gaststätte „Zum Weißen Igel“ wird abgerissen

Das Ende einer Ära – das Haus wird wegen Bergschäden abgerissen

Kirchhellen - Kirchhellen ist eine Gaststätte ärmer. Nach mehr als 130 Jahren schließt das Restaurant „Zum Weißen Igel“ an der Utschlagstraße für immer seine Türen. Aufgrund von Bergschäden muss das Haus abgerissen werden.
 

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„Der Weiße Igel“ wird aufgrund von Bergschäden bald abgerissen.
Foto: Julian Schäpertöns

„Eine Sanierung würde sich nicht mehr lohnen“, sagt Hermann Igelbüscher, Eigentümer des Hauses. Besonders in den vergangenen zwei Jahren seien immer wieder vermehrt neue Risse aufgetaucht, so dass er nun eine Entscheidung treffen musste, die viele Kirchhellener traurig stimmt: Das Haus wird abgerissen! Und auch in Zukunft ist an dieser Stelle keine neue Gaststätte geplant. „Wir werden neu bauen, allerdings ein Wohnhaus“, sagt Hermann Igelbüscher. Dies kann sich allerdings noch etwas hinziehen. Die Verhandlungen mit der RAG laufen noch.

Auch der aktuelle Pächter Ivan Zahirovic verabschiedet sich nach mehr als drei Jahren vom „Weißen Igel“. Wie es für ihn weiter geht, das weiß er noch nicht genau. „Ich werde mir irgendwo einen neuen Job suchen“, so Zahirovic. Bis zum 2. September haben die Kirchhellener noch die Möglichkeit, sich von der Gaststätte zu verabschieden. „Klar bin ich traurig, dass das Haus abgerissen werden muss“, sagt Hermann Igelbüscher. „Aber ich bin jetzt 65 Jahre alt und meine Kinder möchten die Gaststätte nicht weitermachen.“ Nun wird ein Teil Kirchhellener Geschichte für immer verschwinden.

Bereits seit dem Jahr 1885 soll an dem Standort Utschlagstraße 55 eine Gaststätte gewesen sein, die damals von Heinrich Igelbüscher als Nebengewerbe betrieben wurde. Schon damals sollen dort Fuhrleute, die Holz aus der Kirchheller Heide zum Sägewerke Liesenklas transportierten, Schnaps getrunken haben. Im zweiten Weltkrieg wurde ein Teil des Hauses zerstört. Erst um 1960 wurde das heutige Haus von Hermann Igelbüschers Vater Wilhelm neu aufgebaut und seitdem wieder als Gaststätte genutzt. Wie es zu dem Namen „Zum Weißen Igel“ kam, daran erinnert sich Hermann Igelbüscher noch genau: „Damals gab es schon eine Gaststätte ‚Schwarzer Igel‘, unweit von unserer entfernt. Wir hatten bei uns vor der Tür eine Wanne mit Kalk stehen und eines Tages kam ein Igel vorbei und fiel in die Wanne. So ist der Name entstanden.“ Bis ins Jahr 1990 betrieben Vater und Sohn gemeinsam die Gaststätte. Danach wurden die Räume verpachtet. js

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