Foto: Julian Schäpertöns

Internationales Mädchenzentrum in Gladbeck feiert Jubiläum

Das Mädchenzentrum Gladbeck blickt bei der Jubiläumsfeier zum 35-jährigen Bestehen auf die Entwicklung der Frauenrechte zurück

Gladbeck - Kein Tag hätte besser gepasst als der Internationale Frauentag am 8. März 2019, um das Jubiläum des Internationalen Mädchenzentrums zu feiern. Zum Festakt im Rathaus waren viele Gladbecker gekommen, die der Einrichtung nahestehen, um gemeinsam auf die vergangenen Jahre zurückzublicken, aber auch um zu diskutieren, was für eine gleichberichtigte Gesellschaft noch getan werden muss. „Es hat sich in den vergangenen hundert Jahren einiges getan im kollektiven Bewusstsein der Menschen. Frauen stehen mittlerweile alle Wege offen. Aber es muss noch einiges passieren“, lobte und forderte Bürgermeister Ulrich Roland bei seiner Ansprache vor den geladenen Gästen. Wenige Frauen in Vorständen und der Politik, ungleiche Bezahlung oder typische Rollenklischees seien immer noch aktuelle Probleme. „Wir sind auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ziel“, so der Bürgermeister.

Lobende Worte fand der Bürgermeister für die Arbeit des Mädchenzentrums in Gladbeck-Brauck, das seit mittlerweile 35 Jahren ein fester Bestandteil der Stadt ist. „Die Arbeit vor Ort macht Frauen selbstbewusster und durchsetzungsfähig“, betont Roland. Das Internationale Mädchenzentrum besteht seit 1984 als interkulturelle Freizeit- und Bildungseinrichtung. Die vielfältigen Angebote richten sich an Mädchen ab dem Grundschulalter sowie an Frauen. Auch Marita Ingenfeld-Hanster, 1. Leiterin des Mädchenzentrums, war beim Festakt dabei. Sie erinnert sich: „Das Mädchenzentrum war und ist ein Ort zwischen Schule und Zuhause.“ Die Mädchen, vor allem viele Töchter türkischer Gastarbeiter, haben ihre eigenen Ideen mitgebracht und so das Miteinander gestaltet. „Die Mädchen waren immer der eigentliche Motor. Das war von Anfang an so“, erzählt Marita Ingenfeld-Hanster.

Fotos: Julian Schäpertöns

Da es auch heute noch vor allem Mädchen mit anderen kulturellen Wurzeln schwer haben, versucht das Team um die heutige Leiterin Esther Montzka, diese Frauen stark zu machen. Die geschlechtssensiblen Freizeit- und Bildungsangebote werden montags bis freitags für Mädchen ab 6 Jahre, ab 12 Jahre, ab 14 Jahre und für Frauen angeboten. In den Angeboten stehen die Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung der Mädchen im Vordergrund. Die Mädchen werden dabei unterstützt, ihre eigenen Wünsche zu formulieren und ihre Stärken zu entfalten und sich im Mädchenzentrum zu entdecken, zu erleben und auszuprobieren. Frauen und Mütter treffen sich zu Themen der Integration, der Erziehung und zu einem intensiven Erfahrungsaustausch. Das von und miteinander Lernen steht hierbei im Mittelpunkt. js

Weitere Infos unter www.mzgladbeck.de

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