Foto: Aileen Kurkowiak

„NEIN zu Gewalt an Frauen“

Gladbecker Frauen hissen Fahne zum Gedenktag

Gladbeck - Der 25. November ist seit 1981 ein von den Vereinten Nationen anerkannter internationaler Gedenktag. Seit jenem Tag wird einmal im Jahr mit besonderem Nachdruck daran erinnert, dass Gewalt gegen Frauen verhindert werden muss. Auch in diesem Jahr steht die Frauenberatungsstelle Gladbeck in Kooperation mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Brigitte Puschadel gemeinsam für den guten Zweck ein.

Ein Aktionstag mit langjähriger Tradition findet auch in diesem Jahr wieder Anklang: Seit 2001 hat der Gedenktag zur Ächtung von Gewalt jeglicher Art an Frauen und Mädchen ein unverkennbares Symbol. Die Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ hat eine Fahne mit der Aufschrift „frei leben - ohne Gewalt“ gestaltet, die seit jenem Jahr immer am 25. November gehisst wird. An dem Aktionstag nehmen regelmäßig Mitglieder der Frauenberatungsstelle Gladbeck sowie zahlreiche Privatpersonen teil. Bei der diesjährigen Veranstaltung hielt die stellvertretende Bürgermeisterin Brigitte Puschadel die Eröffnungsrede für den anschließenden Vortrag. Anlässlich des Gedenktages wurde Diplom-Psychologin Dr. Charlotte Diehl von der Universität Bielefeld zu einem themenbezogenen Fachvortrag eingeladen.

Die Kommune leistet Beitrag

Foto: Aileen Kurkowiak

„So viel wie beispielsweise die Frauenberatungsstelle der Stadt Gladbeck und auch andere Organisationen leisten, allein moralische Unterstützung reicht oft nicht“, erklärt Brigitte Puschadel in ihren Grußworten zum Gedenktag. Der Verein sei gut organisiert und leiste eine wunderbare Arbeit, aber ohne finanzielle Unterstützung seien die Möglichkeiten leider eingeschränkt. „Damit wir die Arbeit der Frauenberatung würdigen und dem Team ein wenig unter die Arme greifen können, gibt es vom Kreis in diesem Jahr für alle vier Beratungsstellen eine Finanzierungshilfe von 5.000 Euro“, eröffnet die stellvertretende Bürgermeisterin. In Zusammenarbeit mit allen Fraktionen wurde sich dafür
entschieden, die Beratungsstellen zu unterstützen, um Frauen besser zu erreichen und informieren zu können.

Mit diesen tollen Nachrichten zur Eröffnung der Fahnenaktion erfolgte die Überleitung zu einem äußerst informativen Vortrag von Dr. Charlotte Diehl, die die Umstände von sexuellen Übergriffen am Arbeitsplatz näher erklärte. Mit 60% aller Frauen in Deutschland sind mehr als die Hälfte aller Frauen in einem Arbeitsverhältnis von einem Übergriff am Arbeitsplatz schon einmal betroffen gewesen. Dies ist eine Zahl, auf die Charlotte Diehl am Nachmittag des 25. November zu sprechen kam und die von viel mehr Menschen gehört und verstanden werden muss. Um betroffenen Frauen weiterhin unter die Arme greifen und in solch belastenden Lebenslagen zur Seite stehen zu können, engagiert sich das Team um Saskia Meyer der Frauenberatungsstelle jeden einzelnen Tag. Die Fahnen auf dem Rathausplatz bleiben bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, hängen und sollen zum Gedenken aller Frauen, die schon einmal Gewalt erfahren mussten, aufrufen. ak

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