„Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Apotheker“

DocMorris eröffnet in Bottrop, doch „aus rot mach grün“ reicht allein nicht aus

Die ganzheitliche Betreuung von Patienten bleibt auch vordem Hintergrund ständiger Reformen und unter dem Einfluss zunehmendenWettbewerbs die wichtigste Aufgabe der Apotheken. Darauf machte Birgit Lauervon der Glückauf-Apotheke und gleichzeitig Beauftragte fürÖffentlichkeitsarbeit der Apothekenkammer Westfalen-Lippe für die Stadt Bottropin einem Gespräch mit LebensArt-Regional aufmerksam. Angesichts der Tatsache,dass in den nächsten Tagen in Bottrop eine so genannte Doc-Morris Markenpartner-Apothekeeröffnen wird, zeigt sie sich gelassen: „Vielen Kunden wird die Außenwerbungund die Schaufenstergestaltung der so genannten Markenpartner-Apothekensuggeriert, aus den bisherigen Apotheken werde nun die Filiale einer Kette.Dies ist jedoch nicht der Fall. Die Apotheken bleiben im Besitz der bisherigenInhabers, die approbierte Pharmazeuten sind.“ Apothekenketten bleiben inDeutschland unzulässig. Lediglich die Außendarstellung wechselt von rotem „A“zu grünem Kreuz. Ob das jedoch ein sinnvoller Schluss ist, wagt diePressebeauftragte zu bezweifeln: „Das rote „A“ steht für Apotheke mit allem,was diese zu bieten hat. Diese langjährige Tradition ist mehr wert als einMarkenname.“


Vor allem das Wohl der Kunden liegt den Heilberuflern am Herzen. Dasbeinhaltet auch wesentlich mehr, als nur der Verkauf und die Abgabe vonMedikamenten. Die Apotheken entwickeln sich zunehmend zu regelrechtenGesundheitszentren. Dazu gehören neben der Beratung über Einnahme, Risiken undNebenwirkungen auch die Ermittlung von Gesundheitswerten, wieBlutdruckmessungen, Urintests, Blutzuckertests oder Knochendichtemessungen.

Verstärkt wird in der vergangenen Zeit auf Diskretiongeachtet: „Das Innenleben der Apotheken verändert sich – abgetrennte Beratungsräume,Wartezonen und Gesprächsecken sind Trumpf“, weiß Birgit Lauer nicht nur ausihrer eigenen Apotheke zu berichten.

All diese Faktoren sind Gründe, warum sich Patienten nichtnur nach dem Preis orientieren sollten. Eine Apotheke ist Vertrauenssache, daMedikamente nicht wie Bonbons verkauft werden. „Die Wirkung ist individuellunterschiedlich. Außerdem kann es nicht sein, dass durch Lockangebotebeispielsweise Schlaftabletten auf Vorrat eingekauft werden“, weist diePharmazeutin auf die Gefahr hin, die Sonderangebote im Medikamentenwesen mitsich bringen können.

(August 2007)

Diesen Artikel teilen:

Zurück