Die Würde des Menschen achten

Gladbecker Einrichtungen bieten eine Chance für´s Alter

Gladbeck - Die Frage wird sich früher oder später jedem stellen – „Waswird aus mir, wenn ich mich nicht mehr selbst versorgen kann?“ Die Alternativezur häuslichen Pflege durch Angehörige heißt häufig Alten- oder Pflegeheim.

DieStadt Gladbeck betreibt seit Jahren keine eigenen Einrichtungen mehr, unterhältaber nach wie vor eine unabhängige Beratungs- und Anlaufstelle für Fragen rundum das Wohnen und Leben im Alter. Federführend dabei ist das Amt für Familie,Jugend und Soziales mit der Seniorenberatung Gladbeck im Fritz – Lange – Haus.Der Leiter des Amtes, Rainer Böddeker, kennt keinen Grund zur Klage: „Die Stadthat selbstverständlich ein starkes Interesse an einer guten stationären Pflege.Bislang haben wir nur äußerst selten davon gehört, dass es Grund fürBeschwerden gibt.“

Zurzeit stehen in Gladbeck sechs Heime mit insgesamt 699stationären Plätzen zur Verfügung.  Zweiweitere mit insgesamt 159 Plätzen befinden sich im Neu- bzw. Umbau.

Die Einrichtungen werden von verschiedenen Trägernbetrieben, von privaten Gesellschaften über Caritas, Diakonie oder dieArbeiterwohlfahrt.

Das Eduard-Michelis Heim mit insgesamt 124 Dauerplätzen und11 Kurzzeitplätzen stellt   eines dergrößeren Pflegeangebote in der Stadt. Für Mechthild Eckholt, Leiterin desHeimes, das in der Trägerschaft der Ordensgemeinschaftder Schwestern von der

Göttlichen Vorsehungliegt, ist es selbstverständlich, die Menschen in ihrer Einmaligkeit zubegegnen: „Die gesellschaftliche Veränderung und die Demographie ist eines derwichtigsten Herausforderungen unserer Zeit. Dies müssen auch die Seniorenheimein ihr Konzept mit einbeziehen. Wir gehen mehr und mehr zu einer ganzheitlichenArbeit mit den Menschen über. Dabei ist die Wertschätzung unserer Bewohner einwichtiges Anliegen.“. Die Senioren dürften nicht auf ihre Defizite reduziertwerden, sondern die Ressourcen, die alle Menschen bis zuletzt haben, müsstengefördert werden. „Wir feiern viel – mindestens einmal im Monat findet einkleines oder größeres Fest, den Jahreszeiten und den christlichen Festenentsprechend, bei uns im Heim statt. Das begeistert die Menschen, sie freuensich darauf und man spürt, wie sie förmlich aufleben“, so die engagiertePädagogin. Das Miteinander bedeutet Lebensqualität und die eigene Beteiligungdurch Vorlesen, Geschichten und Dönekes erzählen, ein Musikinstrument spielen –all das trägt zum Wohlbefinden der Bewohner bei.

Trotzdem kommt die Pflegenatürlich nicht zu kurz. Der Mitarbeiterinnenstab setzt sich aus examiniertenAltenpflegerinnen und Krankenschwestern, assistierenden Pflegekräften,pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die im sozialen Dienst tätigsind sowie Physio- und Ergotherapeuten zusammen. Zusätzliche Hilfe stellen dieehrenamtlich tätigen Ordensfrauen dar, die nicht zuletzt dem christlichenAnsatz des Hauses gerecht werden. „Ein großer Vorteil bei uns ist essicherlich, dass wir nach wie vor in der glücklichen Lage sind, sowohl dieHauswirtschaft als auch die Wäscherei im Haus zu haben und nicht auf externeZuarbeit angewiesen sind“, betont Mechthild Eckholt. Ein ganzheitlicher Ansatzeben – denn „das Recht auf Menschenwürde darf es nicht nur in der Theoriegeben.“

Zu einem Erfahrungsaustausch treffen sich auch regelmäßig die GladbeckerVerantwortlichen in Sachen „stationäre Pflege“. Zuletzt gab es am 10. Oktoberauf Einladung des Amtes für Familie, Jugend und Soziales einen Dialog zwischenStadtverwaltung und Heimleitungen. Dabei wurde die Gelegenheit genutzt, dieEinrichtungen und deren personelle und bauliche Veränderungen vorzustellen unddie Entwicklung in Gladbeck zu diskutieren. Einhellige Feststellung derBeteiligten: Das stationäre Angebot in der Stadt ist gut und die dortgeleistete Arbeit von hoher Qualität. Um das auch zukünftig sicherzustellen,will man sich weiter regelmäßig zum Erfahrungsaustausch treffen.     

(November 2007)
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