In ihrer Rede blickte sie auf die bewegte Geschichte des Klosters zurück. Die fand ihren Anfang im Jahr 1945, als Pater Albert Kampmann, zu seiner Zeit Kaplan in Buer-St. Urbanus, auf der Suche nach Lebensmitteln und einem Ort für das Noviziat der Redemptoristen, in Kirchhellen eintraf. Zahlreiche Klöster waren im Krieg zerstört worden oder belegt.
Nach einigen Verhandlungen mit der Gemeinde und dem Bistum Münster konnte im Folgejahr das Klemenskloster gegründet werden. Aus dem ehemaligen Schweinestall, der zu den Wirtschaftsgebäuden der Villa Körner gehörte, wurde mit tatkräftiger Unterstützung vor Ort und Improvisation die Klosterkirche erbaut. Zeitzeugen erinnerten sich, wie erstaunt viele waren, „so ein schmuckes Kirchlein“ entstehen zu sehen.
Als die Kirche eingeweiht wurde, spiegelte die Ausstattung noch die Nachkriegszeit wider, so zum Beispiel gereinigte Kartuschen, die als Blumenvasen genutzt wurden. Seither steht sie unter dem Schutz des heiligen Klemens Maria Hofbauer. Das Noviziat begann 1946 mit 13 jungen Männern. „Zugleich entwickelte sich das Kloster rasch zu einem Ort lebendiger Seelsorge“, sagt Kückelmann.
Die Patres waren auch außerhalb aktiv, etwa in Volksmissionen, Exerzitien und religiösen Wochen. Der Auftrag und das Selbstverständnis änderten sich mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965). „Neue Formen pastoraler Arbeit entstanden und die Bedeutung der Laien sowie die Zusammenarbeit von Ordensleuten mit diesen wurde stärker betont“, so das Leitungsteam.
Schon früh spielte die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eine große Rolle und wurde in den 1970er Jahren zum Schwerpunkt. In diesem Jahrzehnt entstanden Jugendräume, Begegnungsangebote und auch neue pastorale Konzepte. Angebote wie „Kloster auf Zeit“, Freiwilligendienste oder gemeinsames Leben eröffnete den jungen Menschen neue Perspektiven.
Seit mehr als 20 Jahren trägt der Standort den Namen „Jugend-Kloster Kirchhellen“, der bis heute für die Verbindung von klösterlichem Leben und Jugendarbeit steht. Hier kommen Menschen aus verschiedenen Kulturen, Ländern und Konfessionen zusammen. Ein Grund zum Feiern. Besonders freuen sich außerdem Pater Aloys Daniel, der in diesem Jahr das 50. Jubiläum seiner Priesterweihe begeht, sowie Pater Fransis Da Cunha, der 25 Jahre Priesterweihe feiert.