Kirchhellen
Die Kirchhellenerin Kathrin Gödecke, Inhaberin des Rewe-Marktes Gödecke und Regionalausschussvorsitzende für die IHK Bottrop, koordiniert das Hilfsprojekt.Foto: aureus GmbH - Aileen Kurkowiak
Die Kirchhellenerin Kathrin Gödecke, Inhaberin des Rewe-Marktes Gödecke und Regionalausschussvorsitzende für die IHK Bottrop, koordiniert das Hilfsprojekt.Foto: aureus GmbH - Aileen Kurkowiak

Bottroper Hilfsprojekt konnte bereits vielen Geflüchteten helfen

Als die Ukraine-Krise begann, riefen die Mitglieder des IHK-Regionalausschusses Bottrop „Bottroper Unternehmen helfen“ ins Leben - Warum das Projekt auch zukünftig hilfreich sein kann

Kirchhellen -

Als neue Regionalausschussvorsitzende für die IHK Bottrop koordiniert die Kirchhellener Unternehmerin Kathrin Gödecke das Hilfsprojekt „Bottroper Unternehmen helfen“. Der Ausschuss setzt sich aus verschiedenen Unternehmen zusammen, die in der IHK stellvertretend für die Wirtschaft der Stadt sprechen.

„Wir möchten gezielt hier vor Ort helfen.“

„Als die Kriegssituation entstanden ist, haben wir gemeinsam überlegt, was wir tun können“, erinnert sich die Ausschussvorsitzende und erklärt: „Wir wollen strukturiert helfen und uns hauptsächlich um die Flüchtlinge kümmern, die in der Stadt Bottrop ankommen. Zur Anfangszeit wollte jeder irgendetwas tun, und um das Ganze organisiert anzugehen, haben wir uns entschieden, mit dem Hilfsangebot nicht in die Ferne zu gehen, sondern gezielt hier vor Ort zu helfen und die Stadt bei der Bewältigung der neuen Aufgaben zu unterstützen.“

Auf diese Idee erhielt die Kirchhellenerin viel gutes Feedback und trat schließlich damit an den Oberbürgermeister heran. Erneut war die Resonanz positiv. Koordination ist das A und O bei einem Hilfsangebot. Um kurze Wege zu schaffen, haben sich die Unternehmen zusammengetan und eine Plattform ins Leben gerufen. „Wenn Hilfsbedarf seitens der Stadt besteht, müsste diese zunächst das passende Unternehmen finden und ansprechen. Um das zu vereinfachen, gibt es die Website www.bottroper-unternehmen-helfen.de“, erklärt Kathrin Gödecke. „So können Anfragen an das Hilfsangebot gestellt werden und die passenden Unternehmen bieten dann entsprechend ihre Unterstützung an.“

Schon vieles wurde auf den Weg gebracht

„Im nächsten Schritt sind wir auf Schulen zugegangen und haben uns als Ansprechpartner angeboten. Wenn Anforderungen an Kinder gestellt wurden, haben wir dabei geholfen, sie zu erfüllen“, so Gödecke. Beispielsweise gab es Schulausflüge, bei denen alle Kinder fünf Euro mitnehmen sollten. Ob die ukrainischen Familien das überhaupt leisten konnten, war unklar. Die Hilfsaktion hat diese finanziellen Mittel dann zur Verfügung gestellt. Gleiches gilt für den Bedarf an Turnschuhen, Schulmaterialien oder ähnlichem. „Es darf sich gerne weiterentwickeln, dass wir zukünftig mehr Anfragen von Schulen und Sportvereinen erhalten und nicht mehr nur ausschließlich vom Sozialamt“, sagt Kathrin Gödecke.

In den vergangenen Wochen und Monaten konnte „Bottroper Unternehmen helfen“ schon viele Erfolge erzielen: So wurde zum Beispiel in der Flüchtlingsunterkunft in der Dürer-Schule ein Spielzimmer eingerichtet und ausgestattet, Begrüßungspakete geschnürt und Essen verteilt sowie verschiedene Ausflüge für die Geflüchteten ermöglicht. Auch an Feiertagen soll niemand zu kurz kommen: „An Ostern haben wir Geschenke verteilt und das Kinderfest der Stadt Bottrop unterstützt. Das ist es, worum es geht – Deutschland sorgt per Gesetz für die Flüchtlinge, aber wir möchten, dass sich die Betroffenen des Krieges so wohl wie möglich bei uns fühlen und probieren das mit verschiedenen Aktionen zu fördern“, so die Inhaberin des Rewe-Marktes Gödecke.

Plattform kann auch bei anderen Krisen hilfreich sein

Jetzt geht es darum diejenigen, die hier sind, zu unterstützen und zu integrieren. „Wie viele Kriegsflüchtlinge noch kommen werden, hängt stark mit den zukünftigen Entwicklungen zusammen“, so Gödecke. „Durchaus möglich ist auch, die Plattform für zukünftige Notsituationen beizubehalten und entsprechend anzupassen. Die Website ist extra so angelegt, dass sie flexibel für alle Situationen hilfreich sein kann, sollte eine weitere Krise auftreten.“ Um den flexiblen Einsatz der Plattform leisten zu können, haben sich die Unternehmen bewusst für eine neutrale Namensgebung der Initiative entschieden.

 

Zurück

Aileen Kurkowiak

Aileen Kurkowiak

aileen.kurkowiak@aureus.de

Diesen Artikel teilen