Kirchhellen
Die Familie Popihn besucht das Team des Kirchhellener Auto-Shops kurz vor der Abreise nach Hamburg.Foto: Valerie Misz

Kein Navi, kein GPS, keine Autobahn: Kirchhellener wagen Extrem-Rallye durch Skandinavien

Mit zwei umgebauten Fahrzeugen geht es für die Familie Popihn quer durch Skandinavien - Während der Viking Sun Rallye sammeln sie Spenden

Kirchhellen -

Die Familie Popihn aus Kirchhellen startet in ihr bislang größtes Abenteuer: Heike, Bernd und Sohn Fabian nehmen an der Viking Sun Rallye durch Skandinavien teil. Acht Tage, 3.000 Kilometer, kein Navi, kein GPS und keine Autobahnen. Auf ihrer Reise sammeln sie zudem Spenden für den guten Zweck. Kurz vor der Abfahrt zum Startpunkt in Hamburg berichten sie von ihren Vorbereitungen und den durchaus gemischten Gefühlen vor dem großen Abenteuer.

Es ist Freitagmorgen (12. Juni), Regen prasselt auf die Windschutzscheiben, als die Popihns mit ihren Rallye-Fahrzeugen vor dem Auto-Shop in Kirchhellen vorfahren. Ein letzter Zwischenstopp, bevor es für die drei auf große Reise geht. In den vergangenen Monaten hat die Familie viel Unterstützung von Auto-Shop-Inhaber Dirk Schiffer und seinem Team erhalten. Für die Kirchhellener ist die Viking Sun Rallye schließlich eine Premiere.

Mit Karte und Kompass

Auf die „Schnapsidee“ kamen Fabian (26) und Mutter Heike während eines gemeinsamen Urlaubs im vergangenen Jahr. „Wir saßen am Frühstückstisch, da wurde mir der Vorschlag unterbreitet. Da dachte ich: Na gut, einmal in seinem Leben kann man ja etwas Wahnwitziges tun“, erinnert sich Bernd Popihn. Noch am selben Tag meldeten sich die drei Autofans für die Rallye an.

Eine Rallye, die ihre Teilnehmer auf unterschiedlichste Weise herausfordert. Der Start erfolgt am Samstagvormittag in Hamburg, das Ziel liegt acht Tage später im norwegischen Kristiansand. Dazwischen liegen rund 3.000 Kilometer durch Schweden und Norwegen. Das Besondere: „Wir dürfen weder GPS noch Navigationssysteme nutzen. Wir orientieren uns mit Karte und Kompass“, erklärt Heike.

Der 30 Jahre alte Opel Vectra wurde in ein wachechtes Rallye-Fahrzeug verwandelt. Foto: Privat

Für die ältere Elterngeneration ist das keine allzu große Herausforderung. „Wir kennen das noch von früher.“ Und Fabian? „Das wird kein Problem, ich habe mich vorbereitet“, sagt er selbstbewusst.

Vorbereitung ist alles

Vorbereitung ist an diesem Morgen ohnehin das Stichwort. Für das Abenteuer hat Bernd seinem Opel Vectra B von 1996 ein umfangreiches Makeover verpasst. Das Fahrzeug sieht nun genau so aus, wie man sich einen Rallye-Wagen vorstellt: Bunte Folierungen zieren die Karosserie, darunter auch die Logos zahlreicher Unterstützer. Auf der Motorhaube haben sich Sponsoren und Wegbegleiter mit ihren Unterschriften verewigt.

„An meinem 60. Geburtstag habe ich mir nur Geld von meinen Gästen gewünscht“, erklärt Bernd. Denn die Familie ist nicht nur für das Abenteuer unterwegs: „Wir sammeln auch für den guten Zweck.“ Die Spenden gehen an das Bottroper Hospiz.

Auf der Motorhaube von Bernd Popihns Rallye-Wagen haben sich Unterstützer persönlich verewigt. Foto: Privat

Auch Fabian hat seinen Chevrolet K5 aus dem Jahr 1984 für die Tour fit gemacht. „Es wurden Dachträger für das Dachzelt installiert, außerdem haben wir den Innenraum für die Reise umgebaut“, erzählt er. Natürlich darf auch hier eine passende Folierung mit Hinweis auf die Viking Sun Rallye nicht fehlen.

„Eine Reise ins Unbekannte“

Wie das Dachzelt bereits verrät, werden die Popihns die kommenden Tage weitgehend als Selbstversorger unterwegs sein und beim Wildcampen in Skandinavien übernachten. Vorgaben für die Unterkünfte gibt es von den Veranstaltern nicht. Gerade das macht für die Familie einen großen Teil des Abenteuers aus.

Heike wird während der Rallye als „Springerin“ fungieren und mal bei ihrem Mann, mal bei ihrem Sohn mitfahren. Die Aufregung an diesem Morgen ist deutlich spürbar. „Es ist eine Reise ins große Unbekannte“, sagt sie. Neben der Vorfreude schwingen auch einige Sorgen mit. „Wir sind mit alten Autos unterwegs, da kann viel schiefgehen.“

Damit möglichst keine Panne die Reise vorzeitig beendet, haben die drei Werkzeug, Ersatzteile, Öl, Benzinkanister und vieles mehr im Gepäck. Wer die Reise der Kirchhellener live mitverfolgen möchte, findet die Teams „Silverrücken“ und „Hubraum mit Wohnraum“ auf der Karte unter www.superlative-adventure.com. Spenden werden über folgenden Link gesammelt: www.paypal.com/pools/c/9pCn5XFNUu.

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Valerie Misz

Valerie Misz

v.misz@aureus.de

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