Kirchhellen
Foto: Aileen Kurkowiak

„Lasst uns reden“: Gesprächsformat „SchnackBAR“ erstmals in Kirchhellen

Anschluss in Kirchhellen gelingt nicht immer über Vereine - Am 30. April findet im Jugend-Kloster erstmals die SchnackBAR statt, inklusive Kinderbetreuung

Kirchhellen -

Kirchhellen wächst. Seit Jahren entstehen neue Wohngebiete, Familien ziehen zu, schaffen sich hier ein Zuhause. Ein Ort, der auf den ersten Blick alles bietet: Ruhe, Natur, Nachbarschaft. Doch was ist mit jenen, die eben noch keinen Anschluss an der hochgelobten Dorfgemeinschaft gefunden haben?

Genau hier setzt ein Format an, das nun erstmals in Kirchhellen Station macht. Unter dem Titel „Nebeneinander wohnen – miteinander leben!“ lädt die SchnackBAR am 30. April von 17 bis 19 Uhr ins Jugend-Kloster ein.

Die Idee ist so einfach: ein Erzählcafé soll es sein. Zwei Stunden Zeit, um zuzuhören, zu erzählen, vielleicht auch einfach nur dabei zu sein. Niemand muss sprechen, aber jede Stimme zählt. Nach moderierten Gesprächen bleibt Raum für lockeren Austausch, bei einem leckeren Snack.

Schwierig, Anschluss zu finden

Dass gerade das Jugend-Kloster Gastgeber ist, passt. Hier wird Gemeinschaft nicht nur diskutiert, sondern gelebt. Hildegard Kückelmann und ihr Team erleben über Altersgrenzen, Kulturen und Lebenswelten hinweg täglich, wie Begegnung funktioniert. „Über die Kinder und Jugendlichen erreichen wir oft auch die Eltern, viele von ihnen sind neu hier“, beschreibt Hildegard Kückelmann. Und sie spricht auch offen aus, was viele fühlen: „Es gibt Menschen in Kirchhellen, die sich schwer tun, Anschluss zu finden, die sogar darunter leiden.“

Denn so stark das traditionelle Vereins- und Brauchtumsleben zwischen Schützen- und Brezelgesellschaft, Traditionsfesten, Landjugend und VfB auch ist, für Zugezogene bleiben diese Strukturen zunächst schwierig zugänglich. Wer nicht hineingewachsen ist, braucht Courage und Gelegenheiten, um Teil davon zu werden.

Bezirksbürgermeister Hendrik Dierichs kennt diese Herausforderung: „Austauschorte und Treffpunkte gibt es viele, aber es erfordert Mut, von außen Anschluss zu finden.“ Umso wichtiger seien niedrigschwellige Angebote wie die SchnackBAR, die bewusst ohne Hürden auskommen.

„Lasst uns reden“

Getragen wird das Format von einem Bündnis engagierter Akteure: die Volkshochschule Bottrop, dem Kommunalen Integrationszentrum / Referat Migration, dem Selbsthilfe-Büro und dem Bündnis Buntes Bottrop. Sie alle verbindet die Überzeugung, dass Demokratie im Gespräch, im Zuhören, im ehrlichen Interesse am Gegenüber beginnt.

„Wir haben Gäste, die regelmäßig kommen, andere ganz spontan“, erzählt Frederike Lelgemann vom Selbsthilfebüro Bottrop. „Manche wollen reden, andere einfach nur hören. Beides ist wichtig.“

Es ist bereits die sechste SchnackBAR in Bottrop, doch die erste in Kirchhellen. Die Türen im Jugend-Kloster stehen offen für Alteingesessene, für Zugezogene, für neugierige Männer, Frauen, Menschen jeglicher Kultur und Nationalität. Eine Anmeldung ist nicht nötig, aber hilfreich. Der Kontakt kann telefonisch unter der (02041) 23019 erfolgen.

Da sich insbesondere auch Familien willkommen fühlen sollen, bietet das Jugend-Kloster zu diesem Termin auch eine parallele Kinderbetreuung an.

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Aileen Kurkowiak

Aileen Kurkowiak

aileen.kurkowiak@aureus.de

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