Ein besonderer Blickfang war auch „Jupp“. Das Oldtimer-Tanklöschfahrzeug, das sich inzwischen im Ruhestand befindet, feierte seinen 50. Geburtstag. Es steht sinnbildlich für den Wandel im Feuerwehrwesen und erhielt einen Ehrenplatz, umringt von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern, Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Vereinen sowie natürlich den ehrenamtlichen Feuerwehrkräften aus Kirchhellen.
Unermüdlicher Einsatz
„Ohne moderne Technik, dafür aber mit viel Mut und Gemeinschaftssinn wurde vor 140 Jahren die Freiwillige Feuerwehr Kirchhellen gegründet“, erinnerte Norbert Niewerth, Vorsitzender des Ortswehrvereins, an die Anfänge.
Um die vergangenen Jahrzehnte gebührend zu würdigen, durchforsteten die Mitglieder Dachböden, Keller und das Gerätehaus nach alten Fotos, Ausrüstungsgegenständen und Erinnerungsstücken. So entstand eine Ausstellung, die in dieser Form ihresgleichen sucht.
In enger Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Kirchhellen wurde daraus eine kleine Zeitreise durch die Geschichte der Feuerwehr vor Ort. Bei der feierlichen Eröffnung lobte der Vereinsvorsitzende den Einsatz seiner Kameradinnen und Kameraden: „Wir bilden einen Querschnitt der Gesellschaft ab und sind Menschen, die für das brennen, was sie tun.“ Bezirksbürgermeister Hendrik Dierichs und Oberbürgermeister Matthias Buschfeld schlossen sich den Worten an. Sie dankten den Ehrenamtlichen für ihr großes Engagement und ihren Einsatz.
Kameradschaft verbindet
Auch Mitglieder der Ehrenabteilung wie Alfred Schmitz, die sich noch gut an frühere Zeiten erinnern, sowie weitere prägende Persönlichkeiten der Wehr blickten zurück. Ein besonderes Projekt macht diese Erinnerungen lebendig: Anlässlich des Jubiläums begleitete ein professionelles Filmteam die Feuerwehr sowohl im Einsatzdienst als auch im Vereinsleben. Die Premiere des Films fand ebenfalls im Rahmen der Ausstellungseröffnung statt.
In 34 eindrucksvollen Minuten vermittelt der Film, was es bedeutet, sich in diesem Ehrenamt zu engagieren. Die gezeigten Kameradinnen und Kameraden sind sich einig: Sie verbindet nicht nur die Verantwortung für den Bevölkerungsschutz, sondern vor allem ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Die Kameradschaft ist es, die sie zusammenhält und antreibt.
Denn das Ehrenamt bringt auch viele Entbehrungen mit sich. Die Familien gehören deshalb selbstverständlich zur Gemeinschaft dazu. Sie verzichten nicht selten auf Ehemänner und Väter an Feiertagen oder bei besonderen Anlässen – denn Einsätze richten sich selten nach einem festen Terminplan. Der Film zeigt eindrucksvoll, wie Väter vom Frühstückstisch aufspringen, Landwirte vom Acker gerufen werden oder angehende Ehemänner den Trauringkauf unterbrechen, um Menschen in Not zu helfen.
Nächstes Highlight steht bevor
Während der Ausstellungszeit läuft der Film in Dauerschleife, sodass alle Interessierten die Möglichkeit haben, ihn zu sehen. Die Ausstellung ist sonntags (bis einschließlich 3. Mai) von 11 bis 14 Uhr kostenlos geöffnet. Zusätzliche Besichtigungen sind nach Absprache unter (02045) 6267 möglich.
Nach diesem gelungenen Auftakt bleibt den Kameradinnen und Kameraden jedoch kaum Zeit zum Verschnaufen. Das nächste große Highlight steht bereits bevor: Vom 30. April bis zum 2. Mai finden die Festtage im großen Partyzelt auf dem Josef-Terwellen-Platz statt.