Kirchhellen
Schon mit 15 Jahren gilt Paul als Nachwuchstalent im Parkour-Sport. Das liegt auch daran, dass er nicht aufgibt und hart trainiert.Foto: aureus GmbH - Daniel Böhm
Schon mit 15 Jahren gilt Paul als Nachwuchstalent im Parkour-Sport. Das liegt auch daran, dass er nicht aufgibt und hart trainiert.Foto: aureus GmbH - Daniel Böhm

TSG-Mitglied will „Schnellster Fänger Deutschlands“ werden

Erst seit zwei Jahren gibt es die Parkour-Abteilung bei der TSG Kirchhellen - Jetzt nimmt das 15-jährige Nachwuchstalent Paul an der SAT.1-Sendung „CATCH! Academy“ teil

Kirchhellen -

Bereits zum fünften Mal geht die Event-Sport-Show „CATCH“ an den Start. Dieses Frühjahr sogar gleich in dreifacher Ausführung. So wird nicht nur der schnellste Fänger des Landes, sondern auch der schnellste Fänger der Welt und seit diesem Jahr auch der schnellste Fänger unter den jungen Nachwuchstalenten gesucht.

Am 18. Februar feiert die „CATCH! Academy“ auf dem Sender SAT.1 Weltpremiere. Mit dabei ist der 15-jährige Paul Ben Rhouma. Mit zwölf Jahren begann er mit dem Parkour-Sport. Die Idee hatte er, als er auf dem Schulhof sah, wie ein Schulfreund einen Rückwärtssalto von einer Tischtennisplatte machte. „Das möchte ich auch können“, dachte sich der damalige Fünftklässler. Bis er allerdings einem Verein beitreten konnte, musste er erstmal das Mindestalter von zwölf Jahren erreichen. Bis dahin übte er in der Freizeit mit seinem Schulfreund.

Soziale Medien als wichtige Plattform

Schon in jungen Jahren legte sich Paul einen Instagram-Kanal zu, auf dem er Videos von seinen Parkour-Läufen und Tricks hochlädt. So wurde auch der Kirchhellener Daniel Böhm auf ihn aufmerksam. Er war selbst jahrelang Parkour-Läufer, bevor er seinen Trainerschein machte und gemeinsam mit dem TSG Kirchhellen Anfang 2019 eine eigene Abteilung auf die Beine stellte. „Gerade in ländlichen Gegenden ist der Parkour-Sport noch nicht weit verbreitet. Es gibt nicht viele Vereine, die diese Sportart anbieten“, bedauert er.

Paul (rechts) und Tjark sind befreundet und unterstützen nicht nur sich gegenseitig beim Training, sondern assistieren auf Daniel Böhm beim Unterrichten.Foto: aureus GmbH - Daniel Böhm
Paul (rechts) und Tjark sind befreundet und unterstützen nicht nur sich gegenseitig beim Training, sondern assistieren auf Daniel Böhm beim Unterrichten.Foto: aureus GmbH - Daniel Böhm

Das beweist auch die Konstellation der Vereinsmitglieder: „Wir haben hier Jungs, die kommen aus Schermbeck, Bochum und Gelsenkirchen.“ Unter anderem liege das aber auch an der starken Community, die weit über die Grenzen von Deutschland hinausgeht. Als Daniel Böhm den Instagram-Kanal von Paul entdeckte, hat er sein Talent sofort erkannt und den Gladbecker für den neuen Verein in Kirchhellen gewinnen können: „Paul hat eine Begabung. Mir war direkt klar, dass er ein ganz Großer werden kann.“

„… wie bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei“

Beim Parkour geht es darum, möglichst schnell von A nach B zu kommen. Dabei werden Hindernisse überwunden. Im Gegensatz zum Freerunning geht es dabei weniger um die Ästhetik: „Parkour-Läufer wollen nicht beeindrucken. Es ist mehr wie bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei“, scherzt Böhm. Einen Salto aus dem Stand heraus machen, ist eine Herausforderung. Deshalb seien Beweglichkeit, Ehrgeiz und der Spaß an der Sache Grundvoraussetzungen für diese Sportart.

Der Vorteil, wenn man in einer Sporthalle trainiert: Reelle Szenarien können nachgebaut und in gesicherter Umgebung geübt werden. Foto: aureus GmbH - Daniel Böhm
Der Vorteil, wenn man in einer Sporthalle trainiert: Reelle Szenarien können nachgebaut und in gesicherter Umgebung geübt werden. Foto: aureus GmbH - Daniel Böhm

„Eine gesunde Mischung aus Wahnsinn und Vernunft“, lacht der Trainer, „Man muss seine Grenzen kennen. Andererseits darf man aber auch nicht aufgeben.“ Und Aufgeben kommt Paul nicht in den Sinn. Der steckt nämlich leidenschaftlich seine ganze Energie in das Training. Und das hat sich gelohnt. Er darf im Fernsehen im Team gegen andere Nachwuchstalente antreten. „Auch wenn ich Parkour nicht hauptberuflich machen möchte, ist es ein tolles Gefühl, zum ersten Mal Geld damit zu verdienen. Ich freue mich darauf, Erfahrungen zu sammeln und künftig noch besser zu werden“, betont Paul.

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Vor Beginn der Corona-Pandemie hatte Trainer Daniel Böhm noch bis zu 30 Schüler: „Jetzt ist es nur noch etwa die Hälfte.“ Gemeinsam trainieren sie montags von 17 bis 18.30 in der Loewenfeld-Halle und dienstags von 18 bis 19.30 in der Turnhalle an der Johannesschule. Dabei legt der Kirchhellener großen Wert darauf, dass sich die Schüler gegenseitig unterstützen, ihre Erfahrungen teilen und etwas beibringen. „Den Interessenten sollte auch klar sein, dass in der Regel Wettkämpfe nicht im Vordergrund stehen. Parkour ist eine sehr spezielle Sportart“, betont Daniel Böhm. Wer einmal in das Training hineinschnuppern möchte, kann sich per Mail parkour@boehmdaniel.de oder telefonisch unter der 01578 6689859 bei ihm melden.

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Valerie Misz

Valerie Misz

v.misz@aureus.de

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