Foto: Privat - Musikschule Stadt Gladbeck
Foto: Privat - Musikschule Stadt Gladbeck

Die Tradition des Gladbecker Blasorchesters

Rolf Hilgers, Leiter der Musikschule der Stadt Gladbeck, hat uns alles über den vielfältigen und abwechslungsreichen Bereich der Holz- und Blechbläser verraten.

Gladbeck - Schon vor 28 Jahren hat Rolf Hilgers die Leitung des Blasorchesters der Musikschule der Stadt Gladbeck übernommen. Kurz darauf übernahm er auch die Leitung der Musikschule. Für diesen Teil unserer Reihe hat er uns verraten, woraus ein Blasorchester so besteht, wie die Bläser zum Stadtbild Gladbecks gehören und wie vielfältig Blasinstrumente überhaupt einsetzbar sind. Schon 1973 wurde das Große Blasorchester der Musikschule der Stadt Gladbeck von dem damaligen stellvertretenden Musikschuldirektor Istvan Balog gegründet. Bis zu seiner Pensionierung 1991 stand es auch unter seiner Leitung, übernommen wurde die Leitung dann von Rolf Hilgers. „Ich bin ja auch schon eine ganze Weile hier und unser Blasorchester existiert ja auch schon sehr lange“, bemerkt er in unserem Gespräch. Nach der Gründung des Großen Blasorchesters wurden in den darauffolgenden Jahren noch Unter- und Mittelstufenblasorchester ins Leben gerufen, die bis heute bei Musikschulveranstaltungen wie dem Tag der offenen Tür oder dem offenen Weihnachtssingen auftreten.

Das Große Blasorchester ist bis heute fester Bestandteil Gladbecker Feste, wie dem Appeltatenfest, dem Zimtsternfest oder dem Nikolausmarkt. Auch das Jahreskonzert des Blasorchesters gehört fest in den Jahresplan. „Beim jährlichen Turmblasen zum Jahresabschluss auf dem Sparkassenturm sind es ja unsere Blechbläser, die in der Stadt zu hören sind“, zeigt sich der Musikschulleiter auch nach vielen Jahren Tradition stolz. Wie es um die kommenden Veranstaltungen in diesem Jahr steht, weiß Rolf Hilgers aber noch nicht. „Wir wissen ja schon, dass das Appeltatenfest in diesem Jahr ausfällt, aber wie es beispielsweise um unser Weihnachtskonzert oder die anderen Konzerte steht, können wir noch nicht sagen. Für das diesjährige Turmblasen werden wir noch eine gute Lösung in Zusammenarbeit mit der Stadt Gladbeck finden“, zeigt sich Rolf Hilgers optimistisch. Aber er erzählt uns auch: „Immerhin erarbeite ich gerade Pläne, sodass sich unsere Orchester überhaupt wieder treffen und proben können.“ Denn das ist momentan nicht so leicht, Blasinstrumente verursachen mitunter umherfliegende Tröpfchen beim Spielen.

Da muss ein ausreichend großer Raum her und auch für Spuckschütze vor den Instrumentenöffnungen wird Rolf Hilgers noch sorgen. „Mein Plan ist, dass sich die Orchesterspieler statt der Gesamtprobe in zwei Besetzungen wöchentlich in einem großen Raum treffen. Bereits vor den Sommerferien haben wir in kleineren Besetzungen vor Seniorenheimen gespielt und wollen dies möglichst mit dem Blasorchester fortsetzen.“

Vielfältige Möglichkeiten

Foto: Privat - Musikschule Stadt Gladbeck
Foto: Privat - Musikschule Stadt Gladbeck

Blasinstrumente sind sehr vielseitig einsetzbar. „Wir spielen viele Genres, von Charts und Pop/Rock über Musical bis hin zu Filmmusiken. Blasinstrumente sind außerdem in Jazz- und klassischen Orchestern vertreten, in Big Bands oder als Solisten“, erklärt Rolf Hilgers. Deswegen freut sich die Musikschule immer über zahlreichen Nachwuchs. „Wir freuen uns immer über Leute aller Altersgruppen, die einmal in die Welt der Blasinstrumente hereinschnuppern möchten, oder auch über diejenigen, die einen Wiedereinstieg wagen wollen“, sagt der Musikschulleiter. Neben dem gemeinsamen Musizieren stand bis zur Pandemie auch die Gemeinschaft der Orchestermitglieder im Vordergrund. „Wir haben immer viel zusammen unternommen, seien es Orchesterfahrten gewesen, gemeinsame Grillfeste oder Bowlingabende. Es sind hier viele Freundschaften entstanden, die momentan ein wenig auf Eis liegen müssen und das bedauern wir alle sehr. Deswegen wird es Zeit, dass langsam und unter Einhaltung aller Sicherheitsvorgaben die Gemeinschaft wieder aufgebaut wird“, betont Rolf Hilgers.

Für Neueinsteiger gibt es Leihinstrumente von der Musikschule, die unter allen gegebenen Hygienevorschriften Neulingen zur Verfügung gestellt werden können. „Wir bieten Unterricht im Bereich der Blech- und der Holzblasinstrumente an. Das Schöne an den Blechblasinstrumenten ist, dass sie wetterunabhängig gespielt werden können. Andere Instrumente und auch Holzblasinstrumente sind da etwas empfindlicher. Aber dadurch, dass sie so wetterrobust sind, können wir auch so problemlos beim Turmblasen jeden Winter spielen“, erklärt Rolf Hilgers. // jl

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