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Medaillenregen für Thorsten Sonsmann

Rettungssportler Thorsten Sonsmann kehrt mit acht Medaillen nach Schermbeck zurück – Im Gespräch mit der LebensArt teilt er seine Erfahrungen

Schermbeck - Drei Mal Gold, zwei Mal Silber und drei Mal Bronze – Mit der Wahnsinnsausbeute kehrte der Schermbecker Thorsten Sonsmann von den diesjährigen Weltmeisterschaften im Rettungsschwimmen zurück. Im Gespräch mit der LebensArt erzählt er nicht nur von seinen Wettkampf-Erfolgen, sondern verrät auch, was den Rettungssport auszeichnet.

Alle zwei Jahre finden die sogenannten „Lives saving World Championships“ statt, die unter anderem bereits in Australien, Neuseeland und den USA beheimatet waren. In diesem Jahr wurde die Niederlande, genauer gesagt Einhoven und Noordwijk, zur Austragungsstätte der Weltmeisterschaft.  Über 3.000 Teilnehmer aus der ganzen Welt starteten in den verschiedenen Disziplinen im Hallenbad und am Strand – unter ihnen der Schermbecker Thorsten Sonsmann, der bereits seit 1998 an dem internationalen Wettkampf teilnimmt und in der Altersklasse 40 bis 44 an den Start ging.
 

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Bei den Disziplinen im Hallenbad wird immer ein Rettungseinsatz simuliert.
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Guter Start im Hallenbad

Mit acht Medaillen kehrte der sportliche Leiter des WSV Schermbeck zurück. Ein unglaubliches Ergebnis wenn man bedenkt, dass Thorsten Sonsmann vor der WM selbst nicht damit gerechnet hat. „Etwa drei Wochen vor der Meisterschaft kamen die Meldeergebnisse für die Hallenbaddisziplinen heraus. Hier konnte ich sehen, mit welcher Zeit die anderen Sportler gemeldet sind. Sogar mit meiner Bestzeit wäre ich nicht ganz oben gewesen“, erzählt Thorsten Sonsmann. Doch bei der Disziplin „100m retten mit Flossen“, die im Hallenbad stattfindet, konnte er sogar seine persönliche Bestzeit von 57,13 auf 54,99 Sekunden verbessern und damit das scheinbar Unmögliche möglich machen. Mit dem zweiten Platz wurde er belohnt. „Hätte mir jemand nach den Hallendisziplinen gesagt, dass hier mein Endergebnis ist, wäre ich zufrieden gewesen. Doch, dass ich bei den Stranddisziplinen ebenfalls so erfolgreich werde, damit hätte ich nicht gerechnet.“

Der perfekte Strandtag

Besonders am Strand sind die Sportler aus Großbritannien und Australien Favoriten. Umso schöner, dass der deutsche Sportler, der für den DLRG Uetersen an den Start ging, hier die Konkurrenz hinter sich lassen konnte. In der Kategorie „Rettungskajak Surfski“ holte er sich die Goldmedaille. „Ich habe einen Top-Tag erwischt. Wegen des hohen Wellengangs hat sich die Startreihenfolge geändert. Ich bin bei dem Massenstart sehr gut in den Wettkampf hineingekommen. Es war ein perfektes Rennen“, berichtet der Rettungssportler.
 

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Thorsten Sonsmann gemeinsam mit Christoph Heyer-Hillen auf Goldkurs.
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Teamgeist

Doch der wahrscheinlich schönste Titel für Thorsten Sonsmann ist die Goldmedaille, die er gemeinsam mit seinem Teamkollegen und sehr guten Freund Christoph Heyer-Hillen erkämpfte. „Christoph und ich traininern oft gemeinsam. Entweder paddeln wir im Kanal oder schwimmen im Hallenbad. Und auch wenn wir nicht zusammen trainieren können, motivieren wir uns gegenseitig.“ Dass die beiden Freunde nun gemeinsam in der Zweier-Staffel Weltmeister wurden, ist besonders schön.

Mehr als nur Wettkampfsport

Thorsten Sonsmann freut sich über seine sportlichen Erfolge. Doch für ihn ist der Rettungssport mehr als nur ein Wettkampfsport. „Für mich ist es eine Lebenseinstellung. Der Sport hat noch einen anderen Hintergrund. Ein guter Rettungssportler ist immer auch ein guter Retter“, betont der Schermbecker. „Man kann hier etwas Gutes tun.“ Außerdem hat Thorsten Sonsmann durch den Sport viele andere Athleten kennengelernt, die er nun zu seinen guten Freunden zählt. „Unser Team, mit dem wir zur WM gefahren sind, besteht aus 19 Athleten aus ganz Deutschland. Wir haben über die Jahre viel miteinander erlebt.“ Besonders freut sich Thorsten Sonsmann darüber, dass auch seine Kinder langsam Gefallen an dem Rettungssport finden. „Mein neunjähriger Sohn und meine sechsjährige Tochter haben diesen Sommer ihren ersten Wettkampf absolviert.“ Und auch im diesjährigen Familien Urlaub auf Korsika haben seine drei Kinder fleißig mit ihm geübt.

„An dieser Stelle möchte ich meiner Frau danken, die mich hier immer unterstützt“, sagt Thorsten Sonsmann, der drei bis vier Mal die Woche trainiert. Auch seinem Arbeitgeber ist Thorsten Sonsmann sehr dankbar. „Ich arbeite als Lehrer an der Erich-Kästner-Realschule in Gladbeck und habe hier eine tolle Schulleitung und ein super Kollegium, die mich während der WM vertreten haben.“

Zur Zeit legt der Rettungssportler eine kleine Trainings­pause ein. Doch bald geht es wieder in die Vorbereitungen für die Europameisterschaft, die 2017 in Belgien stattfindet. Und wer weiß, vielleicht schlägt Thorsten Sonsmann hier nicht nur seinen persönlichen Rekord, sondern stellt gleich einen Weltrekord auf. Wir drücken die Daumen. kb

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