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Schutz für Löwen, Tiger & Co

Zumba-Tanzen für die Rettung der Raubtiere vor dem Abschuss durch Touristen

Schermbeck - Die großen wilden Katzen haben es dem Schermbecker Lukas Seland angetan. Mehr als drei Monate half er als Volunteer – also freiwillig – bei einem südafrikanischen Projekt mit, um Löwen, Tiger, Panther und andere Raubtiere, vor dem brutalen Abschießen durch Touristen zu retten.

„Bevor ich meine Ausbildung beim Finanzamt antrete, wollte ich unbedingt noch einmal etwas völlig anderes machen. So entschied ich mich nach langer Suche für das Projekt „panthera-africa“ in der Nähe von Stanfort in Südafrika. Zunächst war ich drei Monate am Stück dort und nach einigen Wochen zuhause noch einmal vier Wochen. Und ich werde wieder hinfliegen!“, erzählt Lukas Seland mit großer Lei­denschaft für das Projekt und für die Tiere. Schließlich geht es für die Tiere um Leben und Tod und auch um Arterhaltung. Die Züchtung von Großwildkatzen für den Tourismus ist noch immer eine der Haupteinnahmequelle in Südafrika. Dabei steht der Abschuss für viele „Jäger“ im Vordergrund. Um möglichst viele Spenden zu sammeln, die für die Aufzucht und Pflege der Raubtiere bei panthera-africa benötigt werden, bietet der passionierte Tänzer am 28. Oktober 2017 von 16.30 bis 19.30 Uhr einen Zumba-Workshop an. Für (mindestens) fünf Euro Eintritt können interessierte Tänzerinnen und Tänzer Zumba lernen. In der Halle der Gesamtschule wird es bei Getränken und Snacks auch jede Menge Informationen und Fotos zum Projekt geben. „Als Tanz­trainer und Zumbalehrer habe ich die Möglichkeit, diesen Workshop anzubieten und hoffe, dass viele Leute mitmachen und so den ‚big cats‘ helfen.“
 

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Lukas Seland (2.v.l.) möchte mit einem Zumba-Workshop Spenden sammeln.
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Kein „Abschieß-Tourismus“

Auf der Suche nach dem geeigneten Einsatzort war ihm wichtig, einen Park zu finden, der keinen „Abschieß-Tourismus“ fördert. Die sogenannten „Breed for the bullet“-Tiere (für die Kugel gezüchtet) leben oft in großen Gruppen und werden den Touristen, die entsprechend zahlen, zum Abschuss vorgelegt. „Das hat noch nicht einmal was mit Jagen zu tun, denn die Tiere sind ja Menschen gewöhnt“, empört sich Lukas Seland. In lediglich sieben so genannten Sanctuarys in ganz Südafrika wird nach anderen Kriterien gearbeitet. So ist auch das Kuscheln mit Jungtieren bei panthera-africa nicht vorgesehen. „Das ist nur ein Marketing-Instrument der Farmen, um möglichst viele Touristen zu erreichen. Für die Tiere ist es Stress pur“, so der erfahrene Volunteer. Dazu kommt, dass kein Tier verkauft wird und keine Interaktion mit den Tieren stattfindet. „Wir haben auch Gäste, die gegen Eintritt durch unsere Anlagen spazieren, um die Tiere zu sehen. Aber wenn keines aus den Sträuchern oder Höhlen hervorkommt, ist das eben so.“
 

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Foto: Privat

Zutraulich, aber dennoch wild

Lukas Seland möchte die Zeit bei den wilden Tieren nicht missen: „Es hat mir so viel gegeben! Die Tiere sind zutraulich, aber dennoch wild. Auch wenn sie natürlich nicht in der freien Wildbahn leben. Die Menschen auf der Station sind sehr freundlich und die Arbeit hat von früh bis spät Spaß gemacht. Das ist einfach unbeschreiblich. Als ich zum zweiten Mal dorthin kam, hat mich der kleine weiße Löwe erkannt, das konnten wir an seinem Verhalten spüren – das war unglaublich schön.“ Der 24-Jährige könnte wohl noch Stunden erzählen, so viel gibt es zu berichten über das Leben mit den Raubkatzen, die nur eingezäunt eine Chance aufs Überleben haben. Zu viele Menschen gibt es, die ihnen nach dem Leben trachten … gj

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