Was wird aus der Clemens-Hofbauer-Straße?

Umgehungsstraße soll durch Umbaumaßnahmen verkehrsberuhigter und vor allem sicherer für Fußgänger werden

Die Bewohner der Clemens-Hofbauer-Straße wissen, was es heißt, an einer Umgehungsstraße zu wohnen. Seit Jahren können sie beobachten, dass Autofahrer die enge Straße nutzen, um die Ampel an der Kreuzung Hauptstraße/Kirchhellener Ring zu umgehen oder nachts mit stark erhöhter Geschwindigkeit durch die oft zugeparkte Straße zu rasen.
Damit soll bald Schluss sein, wie den Anwohnern bei der gut be­suchten Bürgerversammlung in der Bezirksverwaltung mitge­teilt wurde. Mit einer Fahr­bahn­verengung soll die Straße die Attraktivität für den Durch­gangsverkehr und für LKW-Fahrer verlieren und vor allem für Fußgänger und Kinder sicherer werden. Dafür hat Nikolas Child, Planverfasser der Stadt Bottrop, den Besuchern der Bürgerversammlung zwei Entwürfe präsentiert, zu denen Anregungen, Bedenken und Änderungsvorschläge geäußert wer­den können.
„Grundsätzlich verfolgen wir das Ziel, den heutigen und zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden“, versichert der Fachmann. Dazu sieht der erste Vorschlag vor, die Fahrbahn von nun ungefähr sechs Metern auf 4,25 Meter zu verengen und im Zuge dessen knapp 30 Stellplätze zu schaffen. Ausgenommen von dieser Fahr­bahnverengung ist jedoch der Einfahrtsbereich der Clemens-Hofbauer-Straße, damit der Lie­fer­verkehr des Unternehmens Wüb­belt nicht eingeschränkt wird. Auch bei der zweiten Variante soll der Umbau erst nach Wübbelt beginnen, doch entsteht im Gegensatz zum ersten Entwurf ein verkehrsberuhigter Bereich. Dieser erlaubt es den Auto­fahrern, mit höchstens sieben Stunden­kilometern die Straße zu befahren. Bei dieser Möglichkeit bleibt aber nicht nur die Geschwindigkeit auf der Strecke, sondern auch die Park­möglichkeiten. Während den An­wohnern mo­men­tan noch etwa 25 Stellplätze zur Ver­fü­gung stehen, käme es zu einer Ver­ring­erung auf ungefähr 20 Plätze. „Im Schwerpunkt beider Um­baumaßnahmen steht die gezielte Wohnfeldverbesserung und es soll ein Zustand geschaffen werden, der nachhaltig ist“, begründet  Norbert Höving, Technischer Beigeordneter der Stadt Bottrop, das Vorhaben.
Um diese Besserung zu erreichen, scheut die Stadt Bottrop auch die hohen Kosten von rund 200.000 Euro nicht. Jedoch lässt der Haushalt den Umbau erst im Jahr 2011 zu und die Anwohner, zu denen die direkten Bewohner der Clemens-Hofbauer-Straße sowie die Anlieger der davon abgehenden Stichstraßen zählen, müssen sich ebenfalls an den Kosten beteiligen. Zwar liegt die Gesamtsumme bei 20.000 Euro, doch variieren die Beträge zwischen 400 Euro und 3.000 Euro für die einzelnen Anwohner.
Als bekannt wurde, dass auch die Hauseigentümer der Stichstraßen zur Kasse gebeten werden, machte sich in der Bezirksverwaltung Un­mut breit. Schließlich hätten sie im Gegensatz zu den di­rek­ten Bewohnern der Clemens-Hof­bauer-Straße keine Einladung erhalten und so nur zufällig von der Bür­ger­versammlung erfahren. Auf die Frage, warum in die Stichstraßen keine Einladungen verschickt worden seien, die An­wohner aber zahlen müssten, gab die Be­zirks­verwaltung keine Ant­wort.
Um bezüglich der Umbau­maß­­nahmen dem Willen der An­woh­ner gerecht zu werden und ein Stimmungsbild zu erhalten, wurde am Ende der Veranstaltung eine Ab­­stim­mung durchgeführt, bei der die Anwohner mehrheitlich für den zweiten Vorschlag plädierten. Die Vorschläge der Bewohner, aus der Clemens-Hofbauer-Straße eine Ein­­bahnstraße oder gar eine Sack­gas­se zu machen, wurden abgelehnt, mit der Begründung, dass die Stellplatzproblematik dadurch nicht aufgehoben würde.
Was am Ende jedoch durchgesetzt wird, liegt in den Händen der Bezirksvertretung Kirchhellen, die die Durchsetzung noch beschließen muss. mh

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