Wo der Schölsbach rauscht …

Kirchhellens Bäche unterteilen und gliedern die Landschaft, stecken Grenzen, laden zum Verweilen und Spielen ein und sind ein ökologisch unproblematisches System

Ein Bach ist ein kleines fließendes natürliches Gewässer, das üblicherweise dann als Bach bezeichnet wird, wenn seine Breite auf der gesamten Länge unter fünf Metern liegt. Zahlreiche solcher Gewässer hat Kirchhellen auch. LebensArt wird sich in dieser und den nächsten Ausgaben den heimischen Bachsystemen widmen.
Derer findet man in Kirchhellen vier: der Schölsbach, der Rotbach, der Schwarzbach und die kleine Boye mit einer Vielzahl an Nebengewässern. Im Gegensatz zu den Bottroper Bächen, die allesamt zur Emscher fließen, reihen sich die Kirchhellener auch zum Rhein und zur Lippe ein. Somit kann man Kirchhellen durchaus als Quellgebiet zahlreicher wichtiger regionaler Gewässer bezeichnen.
Das größte der Systeme bildet der Schölsbach mit den Nebengewässern Heidebach, Breilsbach, Bräukebach, Grenzbach und Feldhausener Mühlenbach. Die Gesamtlänge des Schölsbachs innerhalb Kirchhellens beträgt 5,5 Kilometer, das gesamte Einzugsgebiet des Schölsbaches bis unterhalb der Einmündung des Feldhausener Mühlenbachs umfasst eine Fläche von etwa 29 Quadratkilometern.  Der Schölsbach entspringt mitten in Kirchhellen an der Oberhofstraße und fließt in nordöstlicher Richtung und tritt oberhalb der Grenzstraße in das Stadtgebiet von Dorsten ein, um von dort weiter seinen Weg zur Lippe zu nehmen.
Doch bis dahin hat der Bach, der einer Straße, einem Wald und sogar einem Schnaps den Namen gibt, viel zu tun. Er hat die bedeutsame Aufgabe, das gesamte nordöstliche Gebiet Kirchhellens zu entwässern.  Befindet er sich von der Quelle entlang der südlichen Bebauung Schulze-Delitzsch-Straße am Brauhaus vorbei in den Wald noch in seinem natürlichen Lauf, so ist er Richtung Alter Bahnhof verroht. Sein weiterer natürlicher Lauf wurde 1946/47 begradigt und an die (ehemalige) Bahntrasse verlegt. Vor seiner Begradigung speiste er die Repeler Mühle.
Auf seinem Weg nimmt er den Breilsbach auf. Dieser hat seinen Ursprung südwestlich der Straße An der Linde in Hardinghausen und mündet nach einer Fließstrecke von etwa 4.700 Metern unterhalb der ehemaligen Bahntrasse Bottrop/Dorsten linksseitig in den Schölsbach. Viele alte Bauernhäuser wurden und werden vom Breilsbach begrüßt. Der Heidebach hingegen ist ein linksseitiges Nebengewässer des Breilsbaches und  entspringt am Alten Postweg südlich der Stadtgrenze Dorsten.
Der Bräukebach beginnt östlich der Münsterstraße und ergießt sich westlich der A 31 in den Schölsbach. Ein weiteres Gewässer, das den Schölsbach speist, ist der Grenzbach. Dieser bildet - wie der Name schon sagt - die Grenze zwischen Overhagen und Feldhausen. Er startet am nördlichen Abhand des Karnickelberges und nimmt seinen Lauf in nördliche Richtung, überquert die Landstraße Gladbeck/Dorsten. Südlich des Repeler Hofs mündet er zwischen der L618 und dem Weg Mestseroth in den Schölsbach. Zu guter Letzt nimmt unser Schölsbach den Feldhausener Mühlenbach in sich auf. Dieser beginnt am Liboriweg und fließt nach 4,4 Metern unterhalb des Repeler Weges rechtsseitig in den Schölsbach.
Kirchhellen kann sich glücklich zeigen, dass die meisten heimischen Bäche trotz intensiver Eingriffe in die Natur noch über ein ökologisches Gleichgewicht verfügen. „Das war nicht immer so“, weiß Laurenz Kerwer vom Bottroper Umweltamt. Das natürliche Bett der Bäche ist durch Eingriffe des Menschen meist stark verändert worden. Bachbegradigungen und die Einleitung von Schadstoffen haben in Bal­lungsgebieten zu erheblichen Störungen des natürlichen Verlaufs und zu einer Beeinträchtigung der Selbstreinigungskraft geführt.
Auch die Überdüngung der Felder in Bachnähe durch die vielerorts übliche intensive Landwirtschaft sorgt für erhöhte Schadstoffwerte im Bach. „Seit einigen Jahren wird sukzessive das alte Bachgefüge wieder hergestellt.  In bewohnten Gebieten oder dort, wo intensive Landwirtschaft betrieben wird, sind die ökologischen Bewertungen noch nicht optimal. Aber alle anderen Bereiche sind unbedenklich“, so Kerwer weiter.  gj

Einen Teil der geschichtlichen Ausführungen über die Kirchhellener Bäche haben wir der Schriftenreihe des Vereins für Orts- und Heimatkunde Kirchhellen, Nr. 11, entnommen. Vielen Dank!

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