GLA statt RE

Die überragende Mehrheit der Bürger will das alte GLA-Kennzeichen zurück – Studie zeigt, dass die Gladbecker damit einen bundesweiten Trend widerspiegeln

Etwa 100 Fahrzeuge gibt es noch, die mit dem alten GLA-Kennzeichen auf den Gladbecker Straßen unterwegs sind. Das älteste Fahrzeug ist ein grüner Traktor aus dem Jahr 1959. Wenn es nach dem Willen der Gladbeckerinnen und Gladbecker geht, sollen es künftig wieder mehr sein!
Dies ist das Ergebnis einer Befragung der Heilbronner Initiative Kennzeichenliberalisierung, die am 24. April auf dem Gladbecker Marktplatz durchgeführt wurde. 87 Prozent der befragten Gladbeckerinnen und Gladbecker sprachen sich für die Wiedereinführung des Kennzeichen aus. Damit liegt Gladbeck deutlich über dem Trend einer bundesweiten Umfrage, bei der die Heilbronner Initiative im April und Mai mehr als 11.000 Menschen in 51 deutschen Städten befragt hatte.
Ziel der Initiative ist es, auslaufende Kfz-Kennzeichen wieder einzuführen. Um die Meinung der jeweiligen lokalen Bevölkerung zu erfragen, wurden die Umfragen im Rahmen eines Projekts unter der Leitung von Prof. Dr. Ralf Bochert, Studiendekan des Studiengangs Tourismusmanagement an der Hochschule Heilbronn, durchgeführt. Sie zeigen klar: Eine große Mehrheit will ihre alten Kennzeichen zurück!
„Die Gladbeckerinnen und Gladbecker identifizieren sich mit ihrer Stadt und wollen das auch deutlich machen. Dafür steht symbolisch das GLA-Kennzeichen. Die Teilnahme an den Autokorsos z.B. zu Jahrestagen des Nikolausurteils oder Gladbeck total zeigt, wie liebevoll die Fahrzeuge gepflegt werden – auch als Erinnerung an die Selbstständigkeit“, sagt Bürgermeister Ulrich Roland.
Vor allem die deutliche Zustimmung der jüngsten Altersgruppe von 16 bis 30 Jahren fällt auf: Offensichtlich besteht ein eindeutiger Wunsch bei jungen Menschen nach Verortung in ihrer Stadt.
Gladbeck nimmt unter den Alt-Bundesländern und im Deutschlandtrend eine Sonderrolle ein: Von den 239 Befragten sind 87 Prozent für die Wiedereinführung des auslaufenden Kennzeichens. Lediglich 4 Prozent sind dagegen. Bürgermeister Ulrich Roland sieht das Umfrageergebnis als klares Votum „pro Gladbeck“, aber nicht „contra Kreiszugehörigkeit“. Gemeinsam mit seinem Amtskollegen Johannes Beisenherz aus Castrop-Rauxel will Ulrich Roland nun eine Initiative in Richtung Kreis Recklinghausen starten.
„Die eindeutige Zustimmung der Menschen zur Wiedereinführung auslaufender Kfz-Kennzeichen in denjenigen Städten, die früher durch ein solches repräsentiert wurden, zeigt politischen Handlungsbedarf auf“, erläutert Prof. Dr. Ralf Borchert.
Im Rahmen der Heilbronner Initiative wird das „Hanauer Modell“ mit mehreren Kennzeichen in einem Landkreis vorgeschlagen, das nach einer einmaligen Umstellung ohne zusätzliche Verwaltungskosten funktioniert: Im Main-Kinzig-Kreis (MKK) wurde so für die kreisangehörige Stadt Hanau ein eigenes Kennzeichen (HU) gesichert.
Das detaillierte Ergebnis der Befragung kann bei Prof. Dr. Ralf Bochert per E-Mail an bochert@hs-heilbronn.de angefordert werden. gk

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