Ein Name, ein Antrag, viele Fragen

Erneut ist die Loewenfeldstraße in die Diskussion geraten

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Um die Umbenennung der Loewenfeldstraße sind wieder Diskussionen entbrannt.

So sammle sich mit der Zeit ein ganzer Stapel an Vorschlägen, die bei Bedarf gesichtet und an die Bezirksvertretungen weiter gereicht würden. „Es ist natürlich wichtig, dass wir prüfen, ob der Straßenname passt.“ So sollten sich in der Nähe der neu zu benennenden Straße keine ähnlich klingenden Straßen befinden. Momentan läuft bei den Anwohnern der Loewenfeldstraße eine Befragung durch das Katasteramt. Jedem Haushalt wurde ein Fragebogen zugeschickt. Die Ergebnisse, auf deren Grundlage wohl eine Entscheidung fallen wird, sollen der Bezirksvertretung am 16. November vorgelegt werden. „Gerichtlich kann die Umbenennung nur dann durchgesetzt werden, wenn zum Beispiel Sicherheit und Ordnung gefährdet sind“, erklärt Achim Petri, „wenn sich beispielsweise zwei Straßennamen ähneln und Polizei und Feuerwehr fehlgeleitet werden könnten.“ Ferner kann es zu einer Umbenennung auch gegen den Willen der Bürger kommen, wenn der Straßenname eine Verunglimpfung für die Stadt darstellt. „Auch diesen Fall hat es schon gegeben. Dabei haben Bürger sogar die Klage gegen ihre Stadt verloren.“ Solche Fälle sind allerdings die Ausnahme. Im Fall der Loewenfeldstraße ist zu hoffen, dass die Sitzung der Bezirksvertretung Klarheit bringt, denn immerhin nicht zum ersten Mal steht der Straßenname in der Diskussion. Erstmals aber haben Grüne, Linke und DKP einen gemeinsamen Antrag gestellt. „Wir werden sehen, wie die Anwohner entscheiden“, sagt auch Bezirksbürgermeisterin Margot Hülskemper, „wichtig ist aber, dass wir bei der Symbolik des Straßennamens das Jahr 1920 in den Blick nehmen.
 

Dass sich Teile der Brigade später zur nationalsozialistischen Idee bekannten, soll hier selbstverständlich nicht gewürdigt werden.“ Ein erstes Stimmungsbild konnte bereits Anwohner Hans-Ludwig Bredenbrock mit seiner Unterschriften-Aktion gewinnen. Rund 80 Prozent der Anwohner hat der Kirchhellener befragt. „Und ich habe niemanden angetroffen, der für die Umbenennung der Straße war.“ Er hofft, dass nun endlich einmal Ruhe einkehrt und eine Entscheidung getroffen wird, die in einigen Jahren nicht wieder zu Diskussionen führt. Die Kosten für die Umstellung von Ausweisen und KfZ-Scheinen im Falle eines neues Straßennamens würde übrigens die Stadt übernehmen. Alle anderen Aufwände, die in diesem Zusammenhang entstünden, angefangen bei der Ummeldung von Versicherungen bis hin zur Umstellung von Visitenkarten, müssten die Anwohner hingegen selbst tragen. gk
 

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Foto: Gabriele Knafla

Wenige Handgriffe waren nötig, dann war das Zusatzschild an der viel diskutierten Loewenfeldstraße angebracht. „Zur mahnenden Erinnerung an die Kirchhellener Ereignisse 1920“ – so der Wortlaut, der nun unter dem Straßenschild auf die Namensgebung hinweisen soll. Heftig debattiert worden war das Thema Umbenennung der Loewenfeldstraße im Kirchhellener Bezirk.

Die Anwohner, Grundstückseigentümer und die betroffenen Sportvereine hatten sich zudem in einer Unterschriftenaktion mit einer klaren Mehrheit für den Erhalt des Straßennamens ausgesprochen. Dieser Wunsch war von CDU, SPD und FDP berücksichtigt worden. Allein ödp und Grüne sprachen sich im Bezirk für eine unbedingte Umbenennung aus. FDP-Ratsfrau Ruth Becker brachte es Ende vergangenen Jahres allerdings auf den Punkt. „Es ist das fünfte Mal, dass wir an dieser Stelle über die Umbenennung diskutieren. Irgendwann muss doch einmal Schluss sein.“ Diesen Schlusspunkt hofft die Bezirksvertretung nun mit dem Zusatzschild zu setzen. Gleichzeitig soll das Schild aber auch ein Anstoß sein, sich mit der Ortsgeschichte und der turbulenten Zeit nach Kaiserreich und erstem Weltkrieg auseinanderzusetzen. 

Die Initiatoren der Unterschriftsaktion hoffen, dass mit dem Zusatzschild nun Ruhe einkehrt und die Antragsteller im Rat der Stadt Bottrop für die Umbenennung der Loewenfeldstraße in der jetzigen Lösung einen Sinn sehen können und den Eigenweg der Kirchhellener respektieren.

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