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Schermbecker Projekt als Vorbild

Der Landtagsabgeordnete Norbert Meesters besichtigt den Windpark – Bürgerbeteiligung als Schlüssel zum Erfolg

Schermbeck - Die Schermbecker machen vor, wie die Energiewende aus der Mitte der Gesellschaft funktioniert. Seit Kurzem drehen sich auf einem Feld im Bereich des Wachtenbrinker Weges die Rotoren von vier neuen Windenergieanlagen. Das Besondere an dem Projekt: Grund und Boden gehören der Evangelischen Stiftung Lühlerheim und die Bürger vor Ort haben maßgeblich mitinvestiert.

Damit profitiert die Region stark von den neuen Energieerträgen. Über eine Million Euro wurden sowohl durch die Schermbecker Energiegenossenschaft als auch durch weitere Bürger aus der Region getragen. Für einen weiteren Teil der Finanzierung des Projektes zeigt sich die Niederrheinische Sparkasse Rhein Lippe verantwortlich. Nach Ansicht der beteiligten Akteure ist das der Schlüssel zum Erfolg dieses Projektes und der Energiewende insgesamt: Bevölkerung, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen gestalten aktiv und Hand in Hand den Wandel.
Diesen Erfolg wollten die Träger des Projekts der Politik nicht vorenthalten und haben gemeinsam mit dem Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) den Wahlkreisabgeordneten Norbert Meesters (SPD) zur Führung eingeladen. „In Schermbeck sehen wir, dass die Windenergie der Schlüssel zum Erfolg der Energiewende ist“, sagte Norbert Meesters vor einer der vier Windenergieanlagen. „Bürger können hier an der Energiewende teilhaben, sie gestalten mit solchen Projekten aktiv den Weg in ein neues Energiezeitalter mit. Gleichzeitig stärken wir damit den ländlichen Raum: lokale Wertschöpfung statt teurer Energieimporte, Jobs vor Ort statt in der Ferne. Ich freue mich, dass die Bürgerenergie in der Heimat solch ein Erfolg ist“, so Meesters weiter.
„Alle Beteiligten sind stolz darauf, dass sich so viele Bürger und Akteure aus der Region beteiligt und das Projekt mit breiter Akzeptanz zum Erfolg geführt haben. Nun hängt es sehr stark von den Ergebnissen der Ausschreibungen ab, ob zukünftig noch Bürgerprojekte umgesetzt werden können“, sagte Klaus Schulze-Langenhorst, Geschäftsführer der SL NaturEnergie.
Reiner Priggen, Vorsitzender des LEE NRW, gab zu bedenken: „Projekte wie hier in Schermbeck zeigen vor allem eines: Die Bürger in NRW wollen die Energiewende mitgestalten. Es muss daher weiterhin die Aufgabe der Politik sein, diesen Weg nicht nur zu unterstützen, sondern voranzutreiben: Wir brauchen ein starkes Bekenntnis zur Bürgerenergie. Nur so kann die nötige Akzeptanz für den weiteren erforderlichen Ausbau der Erneuerbaren Energien erreicht werden.“ Priggen kritisierte, dass durch das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) so erfolgreiche Projekte wie in Schermbeck schwieriger würden – die Bürgerenergie drohe abgewürgt zu werden. Dabei werde für eine erfolgreiche Energiewende gerade die breite Beteiligung der Bevölkerung dringend benötigt. In diesem Sinne untersuche eine gemeinsame Studie des Weltwindenergieverbandes (WWEA) und des LEE NRW in den nächsten zweieinhalb Jahren, ob überhaupt und wenn ja, wie Bürgerwindprojekte in NRW weiterhin entwickelt werden.

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