Ernte gut? Alles gut?

Wetterextreme setzen den Landwirten weltweit bei der Ernte zu – Kirchhellener Bauern dürfen trotzdem zufrieden sein

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Friedrich Steinmann ist Vorsitzender der Landwirte des Kreisverbands Recklinghausen.

„Der Ernteertrag der Gerste liegt sieben Prozent unter dem Vorjahr. Dieser Prozentsatz liegt aber im Rahmen der normalen Schwankungen.“ Mit mehr Sorge blickten die Bauern da schon eher auf den Mais. „Im Sommer drohte der Mais notreif zu werden. Das hätte ein Missernte nach sich gezogen. Zum Glück konnte der einsetzende Regen hier die größten Schäden vermeiden.“ So habe der Mais noch gute Kolben ausbilden können, so dass auch hier kein außergewöhnlich hoher Verlust erwartet wird. „Weil Mais als Futtermittel bei der Viehzucht eingesetzt wird, ist er regional von großer Bedeutung.“ Die Maispflanzen lieben zudem den leichten, sandigen Kirchhellener Boden.

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Vor allem die Obstbauern müssen in diesem Jahr Ertragseinbußen hinnehmen.

Landwirt Jörg Umberg musste in diesem Jahr jedenfalls schon die Preis leicht nach oben korrigieren. „Bei der Apfelselbstpflücke hatten wir nun über zehn Jahre für das Kilo einen Euro berechnet, in diesem Jahr müssen wir den Preis auf 1,20 Euro anheben.“ Grund ist auch hier der Ernteausfall auf Grund der Wetterlage. 15 bis 30 Prozent weniger Ernte verzeichnen die Obstbauern bei den verschiedenen Sorten. Dafür gab es bei der Qualität der Früchte keine Kompromisse. Ob Himbeeren, Erdbeeren oder die jetzt reifen Zwetschgen, in Süße und Saftigkeit überzeugen die Obstsorten. „Den Mirabellen hat jedoch der starke Regen der vergangenen Wochen zugesetzt. Trotzdem können wir in diesem Jahr zum ersten Mal auch Mirabellen zum Selbstpflücken anbieten.“ Die Kartoffelbauern haben ihre Ernte zeitweise unterbrechen müssen.

Die Flächen sind durch die Regenmassen so stark aufgeweicht, dass sie nicht mit schwerem Gerät befahrbar sind. „Aber hier stehen wir noch am Anfang der Ernte. Noch werden nur kleine Mengen für den zeitnahen Verkauf und nicht für die Einlagerung gerodet“, sagt Friedrich Steinmann. Denn um die Kartoffel langfristig lagern zu können, muss sich noch ihre Schale festigen. Solange keine Staunässe auftritt, wird die Kartoffel auch nicht geschädigt. Und sobald das Wetter trockener ist, werden auch die Kartoffelbauern wieder aufs Feld fahren können und für Nachschub in den Läden sorgen. „Insgesamt muss man aber sagen, dass uns weder Versorgungsengpässe drohen, noch Existenzen der hiesigen Bauern durch die in diesem Jahr extreme Wetterlage bedroht sind“, betont Friedrich Steinmann. gk/gj

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