Dorsten
Die Schuleingangsuntersuchungen für Dorstener Grundschulkinder finden in diesem Jahr nicht statt.
Auch ohne Schuleingangsuntersuchung können Kinder problemlos im Sommer eingeschult werden.Foto: CNC / Unsplash

Keine Schuleingangsuntersuchung für Dorstener Erstklässler

Wegen der Corona-Pandemie ist die Untersuchungspflicht für die kommenden Erstklässler aufgehoben

Dorsten -

Kinder können aber auch ohne die obligatorische Untersuchung problemlos eingeschult werden.

Dr. Wiebke Selle, Ressortleiterin des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes des Kreises Recklinghausen, erklärt: „Wir haben uns auch im Jahr 2021 mit dem Schulamt und den Grundschulen im Kreisgebiet darüber verständigt, dass Kinder auch ohne vorangegangene Untersuchung eingeschult werden. Darüber informieren wir die Eltern auch noch in einem zusätzlichen Brief. Natürlich können sich Eltern aber mit allen Rückfragen immer an den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst wenden.“

Untersuchungen nach Absprache

Ob dennoch eine Schuleingangsuntersuchung stattfindet, liegt jetzt unter anderem im Ermessen von Schulen und Kindergärten. Diese können, nach Rücksprache mit den Eltern, den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst auffordern, eine Untersuchung durchzuführen. „Es ist wichtig, dass wir in dieser besonderen Zeit Hand in Hand arbeiten. Das Fachpersonal in den Kindergärten und später die Lehrkräfte an den Schulen sind es, die die Kinder täglich sehen.“ Sollten sie Auffälligkeiten bemerken, geht eine Rückmeldung an den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst, der wiederum das Kind zu Schuleingangsuntersuchung einlädt. „Wir überprüfen dann den Entwicklungsstand des Kindes und erläutern Möglichkeiten, wie Eltern ihr Kind noch fördern können, um ihm so einen guten Start zu ermöglichen.“

Pädagogischer Vorschultest „Schulspiel“

Gleiches gilt, wenn die Grundschulen bereits beim sogenannten „Schulspiel“ im vergangenen Jahr einen Anlass gesehen haben, dass ein besonderes Auge auf ein Kind geworfen werden sollte. Das Schulspiel ist ein pädagogischer Vorschultest, bei dem die Kinder spielerisch Stationen durchlaufen. Lehrer beobachten die Kinder dabei und sehen, inwieweit Eigenschaften wie Motorik, Wahrnehmung, Konzentration oder Sozialverhalten ausgeprägt sind. „Für unsere Planung ist es hilfreich, wenn wir bereits aus dem Schulspiel Erkenntnisse übermittelt bekommen.“ Die Grundschulen seien erfahrungsgemäß sehr sensibel und wenden sich dann auch an den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst, wenn sie auch dort etwas bemerken.

Schuleingangsuntersuchungen in Deutschland

Mit der Einschulung von Kindern ist in Deutschland die Schuleingangsuntersuchung verbunden. Die Einschulungsuntersuchungen werden in den Gesundheitsämtern nach einem einheitlichen Standard durchgeführt und bestehen aus ausführlicher Anamnese, einer körperlichen Untersuchung, bei der zum Beispiel das Hören, Sehen, Größe, Gewicht, Haltung und Beweglichkeit untersucht werden sowie der körperliche, geistige und soziale Entwicklungsstand des Kindes. Diese Untersuchungen dienen dazu, die Gesundheit und den Entwicklungsstand des Kindes einzuschätzen. Manchmal zeigen sich bei der Schuleingangsuntersuchung bisher unbekannte Befunde oder Beobachtungen. Diese werden mit den Eltern besprochen und an die jeweilige Grundschule übermittelt. So ist es möglich, dass die Lehrerinnen und Lehrer den besonderen Bedarf eines Kindes vom ersten Schultag an berücksichtigen können.

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Julia Liekweg

Julia Liekweg

julia.liekweg@aureus.de

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