Foto: aureus GmbH - Julia Liekweg
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Abschlüsse für Schermbecker Schüler im Autokino

Nach bestandenen Prüfungen feiern die zehnte Jahrgangsstufe und die Abiturienten der Gesamtschule Schermbeck einen besonderen Abschluss.

Schermbeck - Corona hatte alles verkompliziert. Schüler mussten um ihren Abschluss bangen, sahen sich von jetzt auf gleich auf eine harte Probe gestellt. Kurz vor den Sommerferien wurde der Schulbetrieb geschlossen, Schüler und Prüflinge machten Erfahrungen mit dem Lernen im Homeoffice. Es waren turbulente Monate für die Schüler, doch im Juni wurden sie endlich mit dem Zeugnis zum Schulabschluss entlohnt. Gefeiert wurde zwar, aber das mal ganz anders!

Mitte Juni feierten die Schülerinnen und Schüler des zehnten Jahrgangs ihren Schulabschluss, Ende Juni die Abiturienten im Autokino im Dorsten. „Wir konnten ja nicht wie gewohnt den Abschlussgottesdienst feiern und auch in den Sälen, die für die Feiern vorgesehen war, hätten wir uns mit allen gar nicht aufhalten dürfen“, heißt es zusammengefasst aus der Schüler-, Eltern- und Lehrerschaft. Also hat man sich gedacht: Unter freiem Himmel mit Regenschutz, das muss doch möglich sein. Das Ergebnis waren hübsch dekorierte Bühnen, eine riesige Leinwand, ein roter Teppich und das Autopublikum.

„Unseren Schülern beider Abschlussjährgänge blieben die Feierlichkeiten verwehrt“, erklärte Schulleiter Norbert Hohmann in einer Ankündigung. Dies bezog sich insbesondere auf die üblichen Abschlussgottesdienste, die Abschlussfeiern und natürlich die Abschlussbälle.

Abschluss der zehnten Jahrgangsstufe

Eigentlich hätten die Absolventen im Ramirez gefeiert. Doch wie auch die Abiturienten wurde die Feier in das Autokino in Dorsten verlegt. Um trotz besonderer Umstände so viel Normalität wie nur eben möglich zu bewahren, gab es eine etwas andere Andacht, die die Absolventinnen und Absolventen gemeinsam mit den Pfarrern Klaus Honermann und Hans Herzog vorbereitet hatten. Danach begann die offizielle Entlassfeier mit Begrüßungen durch Norbert Hohmann und Oliver Katzenberger, dem Vorsitzenden der Schulpflegschaft. Emma Katzenberger und Nina Schimkat übernahmen stellvertretend für den Absolventenjahrgang das Wort und natürlich besuchte auch Bürgermeister Mike Rexforth diese besondere Abschlussfeier. Musikalische Stücke von Schülern und Lehrern untermalten den feierlichen Anlass.

Abiturjahrgang

Foto: aureus GmbH - Julia Liekweg
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Wie auch beim Zehnerjahrgang hatte die Abschlussfeier mit einer ebenso besonderen Andacht mit den Schermbecker Pfarrern Klaus Honermann und Hans Herzog stattgefunden. Beide Abschlussjahrgänge haben ihre Feiern mit tollen Musikstücken untermalt. Die Lehrer- sowie Schülerschaft hatte sich auf die Bühne getraut. Oliver Katzenberger, der als Vater eines Abiturienten selbst involviert ist, bedauerte natürlich die Umstände, unter denen die jungen Erwachsenen nun in das Leben nach der Schule entlassen werden. „Unseren Kindern wurde viel abverlangt und das Abitur stellte eine noch größere Herausforderung dar. Diese extremen Belastungen wurden von den Jugendlichen gemeistert und mit der entsprechenden Ernsthaftigkeit in Eigenregie bewältigt. Und trotzdem fehlt am Ende etwas: Der besondere Abschluss. Es fehlt der Abschluss als Gruppe, als Jahrgangsstufe, als Gemeinschaft, die sich zusammengerauft und die Ungewissheit, die durch andere geschaffen wurde, bewältigt hat. Zu guter Letzt möchte ich Ihnen als Vater eines 2020er-Abiturienten noch meine persönliche Meinung dazu mitteilen: Mir ist es wichtig, meinem Sohn einen erinnerungswürdigen Tag zu gestalten. In dieser wirklich ernsten Zeit ist es notwendig, dass wir Momente schaffen, an die sich unsere Kinder gerne zurückerinnern. Das Abitur ist einer davon. Es gibt leider keine schönere, umsetzbare Alternative“, wandte er sich im Vorfeld an die Feiern in einem Brief an die Eltern des Abiturjahrgangs.

Darüber, dass am Ende doch eine schöne Feier, wenn auch in einem etwas anderen Stil, haben sich aber alle gefreut. Die Bühne wurde geschmückt, alle hatten einen Grund, einen schönen Anzug oder ein Kleid zu tragen und selbst das ein oder andere Auto hatte sich mit bunten Luftballons herausgeputzt. Denkwürdig ist ein Schulabschluss immer, aber für die Absolventen beider Jahrgänge in diesem Jahr noch ein wenig mehr.

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