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Kirchhellen gegen Blutkrebs

Am 15. Juni 2019 besteht die Möglichkeit, sich als Knochenmarkspender registrieren zu lassen – Spendenaktion geht einher mit dem Kirchhellener Grillfest

Kirchhellen - Wen die Diagnose Blutkrebs trifft, der hat in der Regel nur eine wirkliche Heilungschance: eine passende Stammzellenspende. Doch die Datenbanken umfassen viel zu wenig Spendenwillige, Erkrankte müssen oft eine lange Zeit bangen. „Das ist wirklich schlimm für Betroffene, dabei ist es doch so einfach, sich registrieren zu lassen“, erzählt Astrid Kläsener. Deswegen hat sie mithilfe vieler Freunde, Bekannter und Arbeitskollegen bereits zweimal zu einer Typisierungsaktion aufgerufen – mit Erfolg: „Alleine nach der zweiten Aktion haben sich elf Lebensretter finden können.“ Ein perfekter Grund, noch einmal an die Kirchhellener zu appellieren: „Kommt am 15. Juni i2019 n die Volksbank Kirchhellen und gebt eine Speichelprobe ab. Vielleicht ist einer von euch ja der nächste Lebensretter.“

Wie schnell man wirklich dazu werden kann, hat Florian Seiffert erfahren. Er arbeitet in der Backstube der Familie Kläsener und hat sich 2015 registrieren lassen. „Irgendwann kam dann ein Anruf von der DKMS, dass ein Spender gesucht wird und ich dafür infrage kommen würde. Dann ging plötzlich alles ganz schnell.“ Und auch die Typisierung selbst funktioniert schnell und unkompliziert. Mittlerweile braucht es tatsächlich nur noch eine Speichelprobe. Wer dann auch noch einige Grundvoraussetzungen (wie Alter und gesundheitliche Aspekte) erfüllt, der landet in der Datenbank der DKMS (Deutsche Knochenmarkspende). Auf diese Datenbank wird zugegriffen, sobald eine Person Knochenmark benötigt und im näheren Umfeld niemanden hat, der als Spender infrage kommt. Mithilfe eines Wattestäbchens wird eine Speichelprobe entnommen, aus der sich alle notwendigen Daten ablesen lassen.

Informieren, spenden, Spaß haben

Alle 15 Minuten erhält in Deutschland ein Patient die Diagnose Blutkrebs, doch nur ein Drit tel aller Blutkrebspatienten findet innerhalb der Familie einen passenden Spender. „Es ist immer noch erschreckend, wie viele Menschen die DKMS nicht kennen. Das möchten wir ändern“, so Astrid Kläsener. Um den Kirchhellenern zu zeigen, dass Helfen die wahre Freude ist, werden sie nicht einfach zum Spenden aufgerufen. Die Aktion findet inmitten eines tollen Rahmenprogramms statt. Auf dem Johann- Breuker-Platz wird am selben Tag das Kirchhellener Grillfest für köstliche Gerichte sorgen. Bis 22 Uhr darf man hier gesellig zusammen sein, essen, trinken und Spaß haben. Für die Kinder wird es eine Hüpfburg geben und einige Kirchhellener Schulen und Kindergärten bieten an ihren Ständen Kinderschminken und weitere Aktionen an. „Wir laden also eigentlich zu einem bunten Familiennachmittag ein – aber eben mit der Möglichkeit, einen kurzen Abstecher in die Volksbank zu machen, um sich über die DKMS, über Stammzellenspende und über Blutkrebs zu informieren und sich sogar typisieren zu lassen.“ Von 13 Uhr bis 18 Uhr stehen dafür Helfer bereit.

Große Hilfsbereitschaft

Wie wicht ig das Thema ist, zeigt die Hilfsbereitschaft zu den Vorbereitungen des Tages: Immer mehr Menschen bieten Astrid Kläsener ihre Hilfe und Unterstützung an, verteilen Flyer, stehen als helfende Hand bei den Probe-Entnahmen zur Verfügung und sorgen dafür, dass die Leute den 15. Juni auf dem Schirm haben. „Da wird dann so einiges zu erleben sein. Die Klinikclowns haben sich angekündigt, Bezirksvorsteher Ludger Schnieder wird vor Ort sein und hat sich sogar als Schirmherr gefunden. Auch der Oberbürgermeister findet die Aktion klasse. Da er selbst nicht vor Ort sein kann, hat er spontan eine finanzielle Spende im Namen der Stadt Bottrop angeboten.“ Die Hilfsbereitschaft ist also groß. Deswegen freut sich Astrid Kläsener, dass die Typisierung parallel zum Grillfest stattfindet, um den Besuchern auch zu zeigen: „Hey, das ist toll, dass ihr da seid. Genießt das Zusammensein, tauscht euch aus und habt Spaß.“ Als weiteres Highlight dürfen sich Star Wars Fans über die Unterstützung der German Garrison freuen, die einige Stormtrooper nach Kirchhellen schicken möchte.

Spontan Haare spenden

Mit im Boot ist übrigens auch der City-Friseur am Johann-Breuker-Platz 5. Hier wird die Möglichkeit geboten, spontan Haare zu spenden, die dann an eine Perückenmanufaktur gehen, die Echthaarperücken fertigt. „Man dar f nicht vergessen, dass viele Menschen während einer Chemotherapie ihre Haare verlieren. Für viele ist das eine große zusätzliche Belastung. Deswegen bin ich froh, dass Britta Wagner auf mich zukam und anbot, die Haare zu schneiden und weiterzugeben.“ Ein Termin ist nicht notwendig, doch muss mindestens 25 Zentimeter Länge gelassen werden.


So funktioniert die Stammzellspende:

  • Mittels eines Abstrichs lassen sich zunächst Gewebemerkmale analysieren
  • Passen die Gewebemerkmale zu denen eines Patienten, werden diese Merkmale anhand eines Blutbildes noch einmal geprüft und im besten Fall bestätigt
  • Es folgt ein gründlicher Gesundheitscheck, nach dem dann die Einverständnis zur Spende gegeben werden muss
  • Zunächst geht es dann zur peripheren Stammzellentnahme. Diese ähnelt einer Blutplasmaspende und hat keine Langzeitnebenwirkungen zur Folge
  • Bei 20 Prozent aller Spenden wird unter Vollnarkose Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen. Auch hier sind keine Langzeitnebenwirkungen zu befürchten, ein Risiko beschränkt sich im Wesentlichen auf die Narkose.
  • Abschließend werden die Stammzellen transplantiert. Sie nisten sich in den Knochenhohlräumen des Patienten ein und beginnen dort neue, gesunde Blutzellen zu bilden.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie unter www.dkms.de

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