Foto: aureus GmbH
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Masken im Schulunterricht

Ein Mund-Nasen-Schutz auch im Unterricht, wie soll das funktionieren? Wir haben nachgehört, wie die Lehrer und Schüler damit umgehen.

Kirchhellen - Viele waren zunächst nicht erfreut, als es hieß, dass Mund-Nasen-Bedeckungen nun von Schülern und Lehrern auf dem gesamten Schulgelände getragen werden müssen. Besonders die heißen Wochen im August sollten für viele eine Herausforderung werden. Wir haben mit dem Schulleiter des Vestischen Gymnasiums Kirchhellen Guido von Saint-George sowie mehreren Schülern gesprochen und nachgehakt, wie sie die ersten Wochen mit einem Mundschutz auf dem gesamten Schulgelände erlebt haben.

Seit Schuljahresbeginn am 12. August 2020 gibt es nun auch Regelungen für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer, dass diese auch in der Schule einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. „Angesichts wieder steigender Infektionszahlen gilt es, achtsam zu sein und angemessene Maßnahmen zu wählen. Die Ausweitung der Hygienevorgaben auch auf eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung dienten der Stärkung des Infektionsschutzes an Schulen und sind Ausdruck der Sorgsamkeit in Bezug auf die Gesundheit aller am Schulleben Beteiligten,“ heißt es von Seiten des Schulministeriums NRW. „Lehrkräfte, die Unterricht in den Jahrgängen der Primarstufe erteilen, können vom Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung im Unterricht absehen, wenn stattdessen der empfohlene Abstand von 1,5 Meter eingehalten wird. An allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen besteht im Schulgebäude und auf dem Schulgelände für alle Schülerinnen und Schüler sowie für alle weiteren Personen ebenfalls eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung. Sie gilt für die Schülerinnen und Schüler an den vorgenannten Schulen grundsätzlich auch für den Unterrichtsbetrieb auf den festen Sitzplätzen in den Unterrichts- und Kursräumen. Soweit Lehrkräfte im Unterrichtsgeschehen den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Meter nicht sicherstellen können, haben auch diese eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen.“

Nachgefragt

Nun haben auch wir uns als LebensArt Redaktion gefragt, wie genau solch konkrete Vorgaben umgesetzt werden können und wie es den Schülern dabei ergeht. Auf die Frage, ob es nach einer Woche Mundschutz für alle auf dem gesamten Schulgelände Probleme gegeben habe, antwortet Schulleiter Guido von Saint-George: „Bisher hat es wirklich keinerlei Beschwerden seitens der Eltern und Kinder gegeben. Die Angst, dass Schulen erneut geschlossen werden müssen, hat deutlich überwogen, weshalb man sich mit der Pflicht des Tragens eines Mundschutzes schnell abgefunden hat. Bereits bei einer Schulkonferenz zum Thema Reiserückkehrer gab es ein starkes Votum für die Masken. Auch ich sehne mich nach dem Alltag, besonders traurig war die Einschulung, die nicht wie üblich musikalisch untermalt werden konnte. Nun stehen wir aber vor der gegebenen Situation und bisher gab es keine negativen Rückmeldungen.“ Die Schülerschaft steht ähnlich zu der Situation, wenn auch nicht ganz so positiv, wie der Schulleiter des VGK. „An den heißen Tagen hatten wir nur bis 12 Uhr Unterricht und das war auch gut so, die Sonne scheint sehr auf die Räume und dazu kommt noch, dass meine Brille nach kurzer Zeit beschlägt, das ist natürlich nicht so schön. Man hat auch gemerkt, dass zur Mittagszeit die Konzentration nachgelassen hat und ich langsam Kopfschmerzen bekommen habe. Trotzdem wissen wir, dass es jetzt wichtig ist, die Masken zu tragen, auch wenn die Kombination mit den sehr warmen Tagen nicht optimal war,“ erzählt uns eine Achtklässlerin nach der ersten Schulwoche. Eine Schülerin aus der neunten Klasse wiederum berichtet, dass es durchaus Ausnahmen gebe, aber in der Regel würden sich auch alle Schüler an die Vorgaben halten. „Auf dem Schulhof dürfen wir die Masken abnehmen, sofern wir 1,5 Meter Abstand zueinander halten.

Sportunterricht findet jetzt nur noch draußen statt und es gibt ausschließlich Ausdauer- und Kraftsport, um Berührungen zu vermeiden, außerdem dürfen höchstens acht Personen gleichzeitig in die Umkleidekabine. Das sind einige Dinge, an die man erst einmal denken muss und es kommt schon vor, dass die Lehrer uns an die Masken erinnern müssen. Alles in allem funktioniert das aber ganz gut.“. Dass die Schüler in dem langen Zeitraum, in dem sie die Mund-Nasen-Bedeckungen tragen müssen, einer höheren Belastung ausgesetzt sind, war von vornherein klar. Insgesamt lassen sich jedoch durchaus positive Rückmeldungen nach den ersten Schulwochen feststellen. Den Kindern und Jugendlichen ist bewusst, dass sie mit dem Tragen der Masken die Allgemeinheit unterstützen und setzen die Vorgaben so gut es geht um. Es bleibt zu hoffen, dass entsprechend verschärfte Vorgaben angepasst an die Allgemeinsituation zukünftig wieder vermindert werden können. // ak

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