Foto: Privat - Pastor Xavier Muppala

Schermbecker spenden für Indien

Durch Schermbecker Spendengelder konnten Lebensmittel gekauft und an mittellose Familien übergeben werden.

Schermbeck - Das Coronavirus hat momentan die gesamte Welt in der Hand, dadurch geraten viele andere Nöte gerade fast in Vergessenheit. Pastor Xavier Muppala hat während seiner Zeit in Schermbeck eine Hilfe für Indien etabliert, die nun dank großzügiger Spenden aus der Gemeinde einen großen Lebensmitteleinkauf für indische Tagelöhner ermöglicht hat.

„In Indien leiden mehr Menschen an der Hungersnot als unter dem Coronavirus, das sagen auch Experten und Aktivisten“, bestätigt Pastor Xavier Muppala im Gespräch mit unserer Redaktion. „In Indien gibt es viele Tagelöhner und nur wenig Angestellte, in einer Form, wie wir Angestelltenverhältnisse kennen. Momentan bleiben große Bauprojekte aus, das heißt, dass die indischen Tagelöhner gerade überhaupt kein Gehalt beziehen. Die Angestellten aus den Firmen verdienen zwar noch ein bisschen Geld, aber dennoch ist es insgesamt schwierig, ihre Familien davon zu ernähren“, sagt Pastor Xavier. Stark betroffen von der Pandemie sind auch die sogenannten Wanderarbeiter, da auch ihr Lebensunterhalt von täglicher Arbeit abhängig ist. „Insgesamt müssen momentan viele Menschen um ihre Existenz bangen“, heißt es von der Gemeinde.

Spenden zum Gedenktag

Am 14. Mai war der Gedenktag der heiligen Corona, der Schutzpatronin gegen Seuchen. Zum diesjährigen Gedenktag wurden Lebensmittel an die Familien der Tagelöhner und Wanderarbeiter verteilt. Jede Familie bekam eine Ration von zehn Kilo Reis, zwei Kilo rote Linsen und einem Liter Koch-Öl. „Damit können sie für einige Tage überleben. Eine dreiköpfige Familie kann davon gut zwei Wochen essen. Es ist nichts Hochwertiges, aber die Menschen müssen wenigstens nicht hungern“, erklärt Pastor Xavier. Auch Papst Franziskus hatte im Vorfeld dazu aufgerufen, den Gedenkdonnerstag am 14. Mai als Tag des Gebetes, Fastens und der Werke der Barmherzigkeit für ein Ende der Corona-Pandemie zu begehen. In Ponugodu, der Partnergemeinde Schermbecks, und in umliegenden Dörfern konnten insgesamt 300 Familien mit den Lebensmitteln unterstützt werden.

Pastor Xavier konnte zwar nicht selbst vor Ort sein, ein Teil seiner Familie lebt aber noch immer in Indien. „Wir haben das Geld, das die Schermbecker gespendet haben, nach Indien überwiesen. Meine Schwester, die vor Ort als Ordensschwester tätig ist, hat von diesem Geld dann die Lebensmittel eingekauft.“ Die erfreuliche Nachricht: Pastor Xaviers Indienhilfe hat insgesamt 3.000 Kilo Reis, 600 Kilo rote Linsen und 300 Liter Koch-Öl von den Spenden kaufen und verteilen können. „Unser herzlicher Dank gilt natürlich in erster Linie den vielen großzügigen Spendern, die dieses Projekt unterstützen“, verkündet Xavier Muppala erfreut. // jl

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