Ein Abend des Innehaltens und des Aufbruchs
„Der Jahresanfang ist immer ein besonderer Moment“, begann Bürgermeisterin Bettina Weist ihre Begrüßungsrede. „Ein Moment, in dem man kurz innehält, zurückblickt und nach vorne schaut – mit all dem im Herzen, was hinter uns liegt, und mit all dem, was vor uns liegt.“ Weist machte deutlich, dass 2026 ein Jahr werden könne, das von Fortschritt und gemeinsamer Verantwortung geprägt ist.
Wohlfahrt als Fundament des städtischen Miteinanders
Im Zentrum des Abends stand die Frage, wie sehr Gladbeck von seinen sozialen Organisationen getragen wird. Karl Hesse, Theologischer Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Gladbeck, Bottrop, Dorsten und Sprecher der AG Wohlfahrt, führte eindrucksvoll vor Augen, wie tief die Angebote der Verbände in den Alltag vieler Menschen hineinwirken:
- Über 18.000 Gladbecker nutzen derzeit Leistungen der Wohlfahrt.
- 3.400 Beschäftigte und 1.800 Ehrenamtliche engagieren sich täglich für die Stadtgesellschaft.
Hesse erinnerte daran, dass viele Menschen erst dann bemerken, wie wichtig diese Strukturen sind, wenn sie selbst Unterstützung benötigen – sei es in der Kinderbetreuung, in der Jugendarbeit oder in der Pflege älterer Angehöriger. Mit einem Bild aus der Tierwelt verdeutlichte er, wie selbstverständlich wir oft das übersehen, was uns trägt: So wie Fische das Wasser um sich herum kaum wahrnehmen, übersehen wir manchmal die Werte und Hilfesysteme, die unser Leben stabilisieren.
Demokratie, Zusammenhalt und Verantwortung
Sowohl Hesse als auch Weist betonten, dass soziale Verbände, Vereine und Ehrenamtliche eine zentrale Rolle für die Zukunft der Stadt spielen. Gleichzeitig machte die Bürgermeisterin deutlich, dass auch die Verwaltung ihren Beitrag leisten müsse, um Fortschritte sichtbar zu machen.
Trotz eines angespannten Haushalts plant die Stadt Investitionen von 56,6 Millionen Euro – vor allem in Infrastruktur, Kitas und Bildung. Weist stellte klar, dass Gladbeck mehr sei als seine Herausforderungen: mehr als Baustellen, mehr als finanzielle Engpässe, mehr als Schlaglöcher.
Ausblick auf 2026
Mit einem optimistischen, aber realistischen Blick nach vorn formulierte Weist ihre Erwartung an das neue Jahr: „2026 kann ein gutes Jahr werden. Nicht perfekt. Aber gut und besser.“