Gladbeck
Foto: Privat
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Kulturspektakel mit Gladbecker Künstlerin

Über 70 Künstler haben bei dem Drive In-Event „Nachtbrötchen“ im Parkhaus des Flughafens Köln/Bonn ausgestellt – Kunstwerke von Annette Dyba waren mit dabei

Gladbeck -

Das Konzept von „Nachtbrötchen“ ist doch eher ungewöhnlich: Das Parkhaus P1 des Flughafens Köln/Bonn hat sich in eine Drive-In-Galerie verwandelt. Besucher konnten mit ihrem Auto durch die Ausstellung fahren und dort Kunst und Musik genießen.

Das Konzept der Organisatoren ist inspiriert durch den Mudd Club in New York. Dieses Projekt half bereits im vergangenen Jahr vor allem denjenigen, die unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie gelitten haben: Künstlern. Eine eher unkonventionelle Methode, die großen Erfolg hatte. Die Branche sendete ein Lebenszeichen und auch Kunstinteressierte kamen endlich wieder auf ihre Kosten.

Schon im vergangenen Jahr konnte Annette Dyba an der Veranstaltung teilnehmen. „Eine Ausstellung in dieser Form hatte es zuvor noch nicht gegeben. Es war mir eine große Freude bei etwas so Besonderem als ausstellende Künstlerin dabei gewesen zu sein. Im Anschluss gab es eine internationale Berichterstattung“, erinnert sich Dyba.

Einstieg in die dritte Dimension

Die Künstlerin nutzte die Corona-Zeit, um sich neuen künstlerischen Ausdrucksformen zu widmen. Dyba spielte schon länger mit der Idee, in den Raum hineinzuarbeiten. Eine Testphase mit 3D-Druck zeigte aber, dass diese Vorgehensweise der Künstlerin nicht zusprach. Stattdessen entdeckte die Künstlerin das Material Epoxidharz für sich neu. Während ihres Studiums hatte sie dies als Medium für den Formenbau genutzt.

Bisher arbeitet sie hauptsächlich mit Acrylfarben auf Leinwand. Dabei vollzieht sich die Handlungsebene auf zwei Dimensionen. Die dritte Dimension, die Tiefe, ist hier nur durch das Illusionieren mit Form und Farbe gegeben. Bei den Gussbildern ist die 3. Dimension wirklich greifbar: „Die nach wie vor überwiegend abstrakten Motive musste ich von Acryl zu Harz adaptieren und notwendigerweise modifizieren. Die Gussbilder, in denen neben Farbpigmenten auch Kohle und Blattgold verarbeitet werden, kommen so gut an, dass ich nun vorhabe, auch größere Formate zu erstellen“, erklärt die Gladbeckerin.

Foto: Privat
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Bei dem Agieren mit Harz wird die Künstlerin durch das Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Loslassen inspiriert. Zum einen entwirft Dyba die Motive und gibt beim Gießen dem Material kontrolliert Impulse, zum anderen ist das chaotische Strömungsverhalten des Materials ein Faktor im endgültigen Werk. Zum ersten Mal hat sie die Epoxidbilder bei der Drive-In-Ausstellung Nachtbrötchen im Kölner Flughafen im Juni präsentiert.

Ausblick

In Zukunft werden die Kunstwerke von Annette Dyba an mehreren Orten ausgestellt. Ab dem 25. Juli sind beispielsweise ihre neuen Epoxidbilder in der Galerie 23 in Velbert-Langenberg zu bestaunen. Vom 10. bis 12. September sind abstrakte Acryl-Bilder mit drei Metern Breite im LWL Industrie-Museum Henrichshütte in Hattingen im Rahmen der Revierkunst ausgestellt. Das kulturelle Leben nimmt langsam, aber sicher wieder Fahrt auf. „Es ist gut, dass der Kulturbetrieb wieder losgeht. Ich freue mich auf die bevorstehenden Veranstaltungen“, sagt Annette Dyba.

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Valerie Misz

Valerie Misz

v.misz@aureus.de

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