Gladbeck
Foto: Stadt Gladbeck
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Pläne gehen in Luft auf

Viktoria-Quartier: Stadt, Sparkasse und GWG stellen die Pläne vorerst zurück

Gladbeck -

Die Pläne für die Entwicklung des sogenannten „Viktoria-Quartiers“ werden vorerst zurückgestellt. Das ist das Ergebnis der Abstimmung zwischen Stadt, Stadtsparkasse und GWG. Dazu Bürgermeisterin und Sparkassen-Verwaltungsratsvorsitzende Bettina Weist: „Derzeit ist die Projektierung, gerade für die Sparkasse, mit hohen wirtschaftlichen Unwägbarkeiten verknüpft. Die Baukostenentwicklung, der Krieg in der Ukraine und eine herausfordernde Marktlage erschweren im Moment die Planungssicherheit.“

Übereinstimmend ist man aber der Meinung, nur vorübergehend die Pause-Taste zu drücken und das Thema mittelfristig wieder anzugehen. „Wir haben dort eine Fläche, die eine große Chance für die Stadtentwicklung bietet. Die Möglichkeit zur Umgestaltung behalten wir deshalb natürlich im Auge.“

Viktoria-Quartier als beste Alternative?
Im März 2020 waren erste Überlegungen zum Viktoria-Quartier vorgestellt worden. Ausschlaggebend war der dringende Sanierungsbedarf des Sparkassenturms und der angrenzenden Tiefgarage. Angedacht war, eine komplette Überplanung des gesamten Geländes mit etwa 7.500 Quadratmetern vermietbarer Fläche in Angriff zu nehmen. Dazu sollten GWG, Stadtsparkasse und Stadt eng zusammenarbeiten, geplant war eine Nutzung durch städtische Dienststellen und weitere Ankermieter.

Mit dem städtischen Inhaber des Parkplatzes und der Sparkasse als Inhaber des Turmes und der Tiefgarage überlegten die beteiligten Parteien, wie mit dem Grundstück an der ehemaligen Viktoriastraße verfahren werden könne. Der Abriss des Turmes konnte vor allem deshalb eine Alternative sein, denn „die Sparkasse hat aufgrund deutlich effizienterer Arbeitsweisen inzwischen einen geringeren Flächenbedarf“, erklärte bei den damaligen Gesprächen das ehemalige Vorstandsmitglied der Sparkasse Gladbeck Ludger Kreyerhoff. Beide Parteien, Sparkasse und Stadt, können sich gut vorstellen, dass die Errichtung des neuen „Viktoria-Quartier“ im Bereich des Möglichen sei.

Ambitionierte Pläne

Für das dann potenziell entstehende große Grundstück zwischen Rathaus, Kulturamt und Sparkasse gab es auch durchaus schon Überlegungen: Ein neues Gebäude auf dem bisherigen Gelände mit grünen Verbindungsstraßen wie der historischen Viktoriastraße ausgehend von der Friedrichstraße hoch zum Rathaus sowie eine Grünverbindung zwischen Rathauspark und Pastoratswäldchen waren hier angedacht (Abbildung 1). So würde nicht nur das Wegenetz ausgebaut, auch neue Räumlichkeiten für verschiedene Zwecke seien dann eine Möglichkeit, so Alt-Bürgermeister Ulrich Roland. Künftige Nutzer könnten neben der Sparkasse und deren bisherigen Mietern auch städtische Dienststellen sein. Konkret wurde überlegt, in einem „Haus der Sicherheit“ Ordnungsamt, Kommunalen Ordnungsdienst und nach Möglichkeit auch die Polizei zusammenzufassen. Weitere Nutzungen könnten eine zusätzliche innerstädtische Kita, ein Hotel, eine Gastronomie, Büros oder Dienstleister sein. Einzelhandel und Wohnen sollen dagegen ausdrücklich ausgeschlossen werden.

Für eine mögliche Entwicklung des „Viktoria-Quartiers“ wurden drei Varianten skizziert. Alle zeichneten sich durch eine attraktive Neubebauung aus, die sich an der Architektur des Neuen Rathauses orientiert und sich harmonisch in die vorhandene Bebauung einfügt. Um das Parkplatzangebot zu erhalten, war eine große Tiefgarage unter dem neuen Komplex geplant. „Selbstverständlich wissen wir heute noch nicht, ob so ein ambitioniertes Projekt am Ende wirtschaftlich funktioniert. Angesichts eines möglichen Abrisses von Parkdeck und Turm der Sparkasse wäre es fahrlässig, die Chancen, die sich für die Weiterentwicklung der Stadtmitte ergeben, nicht ernsthaft zu prüfen. Weder Stadt noch Sparkasse oder GWG werden ein nichtkalkulierbares finanzielles Risiko eingehen!“ waren sich die drei Beteiligten einig.

Den Pause-Knopf gedrückt

Dieses Vorhaben liegt nun ohnehin erst einmal auf Eis. Stadtbaurat Dr. Volker Kreuzer sagt jetzt: „Vielleicht müssen wir die Idee des Viktoria-Quartiers noch einmal neu denken, unter anderem auch das Thema Wohnen einbeziehen.“ Die Sparkasse wird nun prüfen, ihren notwendigen Raumbedarf bei Wegfall des Turmes durch eine Aufstockung der Kundenhalle umzusetzen. Dazu hat nun auch der Verwaltungsrat grünes Licht gegeben. Dazu Marcus Steiner, Vorstands-Vorsitzender: „Wir planen aber so, dass eine zukünftige Entwicklung eines potentiellen Viktoria-Quartiers weiterhin möglich ist.“ Auch der Aufsichtsrat der GWG wurde gestern darüber informiert, dass die Pläne für das Gelände vorerst zurückgestellt werden.

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