Nutzungskonflikten mit Bürgern
„In den vergangenen Jahren ist es in Gladbeck zu einer vergleichsweise hohen Anzahl von
Wildgänsen, insbesondere von Kanadagänsen, gekommen“, beschreibt Jürgen Harks, Leiter
des Amtes für Umwelt, Klima und Energie, die Situation. „Aufgrund ihrer hohen
Reproduktionsrate haben sich stabile Populationen entwickelt, die vor allem in
gewässerreichen Bereichen wie dem Nordpark und Wittringen anzutreffen sind. Dies führte
zunehmend zu Nutzungskonflikten mit Bürgern sowie zu
Beeinträchtigungen des Verkehrs und zu Verschmutzungen öffentlicher Flächen.“
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, führt die Stadtverwaltung seit 2021 ein
umfassendes Gänsemanagement durch. Dieses umfasst neben einer systematischen
Bestandsaufnahme und gezielten Vergrämungsmaßnahmen insbesondere die sogenannte
Gelegebearbeitung, bei der ein Teil der Eier aus den Nestern entnommen wird, um den
Bruterfolg zu reduzieren. Dabei ist ausdrücklich zu betonen, dass die Gelege nicht vollständig
entfernt werden, sondern in der Regel ein bis zwei Eier im Nest verbleiben, um das natürliche
Brutverhalten der Tiere aufrechtzuerhalten und tierschutzrechtlichen Anforderungen gerecht
zu werden. Diese Maßnahme erfolgt auf Grundlage einer Genehmigung der Unteren
Naturschutzbehörde des Kreises Recklinghausen und entspricht den geltenden
artenschutzrechtlichen Vorgaben. „Die bisherigen Ergebnisse zeigen deutlich, dass die
Gelegebearbeitung ein wirksames und zugleich tierschutzgerechtes Instrument zur
Regulierung der Bestände ist. In Jahren mit Eientnahme konnte der Nachwuchs so signifikant
reduziert werden.“, so Harks.
Flächen für die Gänse unattraktiver machen
Ein weiterer wichtiger Baustein der Maßnahmen sind Umgestaltungen der Vegetation, um
Sichtachsen zwischen Gewässern und angrenzenden Wiesenflächen zu unterbrechen.
Dadurch sollen die Flächen für die Gänse unattraktiver werden, insbesondere während der
Mauserzeit, in der die Tiere flugunfähig sind.
Auf Basis dieser Erkenntnisse soll das Gänsemanagement auch künftig fortgeführt werden. Da
die aktuelle Genehmigung Ende 2026 ausläuft, plant die Stadt bereits im Laufe des Jahres
eine Verlängerung zu beantragen.
Prüfung eines Fütterungsverbots für Wildgänse und Stadttauben
Ergänzend zur Gelegebearbeitung sind weitere Maßnahmen vorgesehen, um die Konflikte
nachhaltig zu reduzieren. Dazu gehört unter anderem die Prüfung eines Fütterungsverbots
für Wildgänse und Stadttauben im Stadtgebiet. Ziel ist es, Fehlentwicklungen durch
künstliche Nahrungsangebote zu vermeiden, die unter anderem zu erhöhten Beständen,
gesundheitlichen Problemen bei den Tieren sowie zur Anlockung von Schädlingen führen
können.
Mit der Fortführung und Weiterentwicklung des Gänsemanagements verfolgt die Stadt
Gladbeck weiterhin das Ziel, eine ausgewogene Koexistenz zwischen Mensch und Tier zu
ermöglichen und die Lebensqualität in den städtischen Parks nachhaltig zu sichern.