Kirchhellen
Foto: Valerie Misz

Recyclinghof bleibt bis Jahresende an der Raiffeisenstraße

Der Mietvertrag für den Recyclinghof an der Raiffeisenstraße wurde unerwartet verlängert - Verzögert sich der geplante Umzug auf das Zechengelände nur?

Kirchhellen -

Der Kirchhellener Recyclinghof bleibt nun doch bis zum 31. Dezember dieses Jahres am bisherigen Standort an der Raiffeisenstraße. Mit dieser Nachricht überraschte das Bottroper Entsorgungsunternehmen BEST kürzlich (11.6.). Noch vor wenigen Monaten war angekündigt worden, dass der Hof mit Auslaufen des Mietvertrags zum 30. Juni auf das ehemalige Zechengelände von Schacht 10 umziehen soll. Wie es danach weitergeht, will das Unternehmen nach eigenen Angaben rechtzeitig bekannt geben.

Das Grundstück an der Raiffeisenstraße gehört der AGRi V, die bereits vor langer Zeit Eigenbedarf für die Fläche angemeldet hatte. Vor fünf Jahren wurde der Mietvertrag letztmalig verlängert. Seitdem wurde nach Lösungen gesucht, um den Recyclinghof langfristig oder zumindest übergangsweise an einem anderen Standort weiterbetreiben zu können. Zwar gibt es inzwischen eine Fläche für einen dauerhaften Neubau, bis dort tatsächlich gebaut werden kann und der Betrieb aufgenommen wird, dürften jedoch noch einige Jahre vergehen.

Plan wird verschoben

Um eine Versorgungslücke für die Bürgerinnen und Bürger in Kirchhellen zu vermeiden, wurde Anfang des Jahres eine Übergangslösung präsentiert. Demnach sollte der Recyclinghof zum 1. Juli auf das Gelände von Schacht 10 umziehen. Die Fläche galt als geeignet, da sie ausreichend Platz bietet, bereits versiegelt ist und nur vergleichsweise geringe bauliche Anpassungen erforderlich erschienen. Die Stadt Bottrop hatte damals zugesichert, den notwendigen Bauantrag zügig zu prüfen und die Nutzung der Fläche zu ermöglichen.

Warum dieser Plan nun offenbar verschoben wird, ist mittlerweile geklärt: Die Baugenehmigung liegt noch nicht vor. Auf Nachfrage der Redaktion sagt BEST-Verwaltungsratsvorsitzender Emilio Pintea: „Wir sind sehr froh, dass wir den Vertrag am bisherigen Standort vorsorglich bis zum Jahresende verlängern konnten und dass er für uns zur Verfügung steht. Damit haben wir uns abgesichert.“ Er rechnet mit einer baldigen Genehmigung für Schacht 10.

Tragfähige Lösung für Kirchhellen

AGRi-Geschäftsführer Stefan Nießing bestätigte dies und erklärte, sein Unternehmen habe sich daraufhin entschlossen, die Fläche noch einmal für sechs Monate zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass es sich dabei um eine endgültige Verlängerung handele. Danach werde das Gelände für eigene betriebliche Zwecke benötigt.

Für Erleichterung sorgt die Entscheidung in der Kirchhellener Politik. Bezirksbürgermeister Hendrik Dierichs begrüßte die Verlängerung, zeigte sich aber ebenso überrascht wie viele andere Beteiligte: „Bis heute Morgen bin auch ich davon ausgegangen, dass die Verlagerung nach Schacht 10 wie angekündigt umgesetzt wird.“ Gleichzeitig mahnt er an, die gewonnene Zeit nun sinnvoll zu nutzen. Die zusätzlichen sechs Monate dürften nicht dazu führen, dass die Suche nach einer tragfähigen Lösung erneut aufgeschoben werde: „Wir benötigen eine langfristige Perspektive für Kirchhellen.“

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Valerie Misz

Valerie Misz

v.misz@aureus.de

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