Nachkommen des Gladbecker Bergmanns Johann Huber (1881-1946) haben dem Stadtarchiv
nun einen weiteren Personenbestand übergeben. Dieser lässt für die Geschichte von Arbeit
und Arbeitern in der Region für die Zeit zwischen den Weltkriegen aufhorchen! Huber, auf
der Zeche Graf Moltke I/II als einfacher Arbeiter seit 1914 tätig, gläubiger Katholik, verstorben
nach Kriegsende im Alter von 65 Jahren in Gladbeck, schrieb zeitlebens Tagebuch. Der
Nachwelt hinterlässt er eine einzigartige Sammlung von persönlichen Aufzeichnungen aus
dem Alltagsleben der Familie in Gladbeck, die insgesamt fünfundzwanzig handschriftliche
Einzelbände und Einzelhefte im Umfang von knapp 5.500 Seiten umfasst. Der Bestand wird
durch Digitalbilder und andere elektronische Dokumente des Nachlassgebers, z.B.
Transkriptionen, Stammbäumen oder Abbildungen von Unterlagen aus auswärtigen Archiven,
sinnvoll ergänzt.
Zeitlebens Tagebuch geführt
Dank des umsichtigen Handelns der Enkelgeneration war eine rechtzeitige Sicherung des
Nachlasses Johann Huber im Historischen Archiv der Stadt Gladbeck möglich. Nach der
Verzeichnung sowie der Schadensdokumentation sämtlicher Einzelstücke wird im
kommenden Jahr zunächst ein Spezialdienstleister mit der Reinigung der Sammlung zu
beauftragen sein. Anschließend wird eine einzelstückbezogene Digitalisierung der
Originalzeugnisse an den Scansystemen des Stadtarchivs erfolgen, um die Unterlagen
insbesondere für die historische Bildungsarbeit mit den Gladbecker Schulen nutzbar zu
machen.
Detaillierte beschreibende Informationen zum Nachlassbestand Johann Huber und den
einzelnen Archivalien (elektronisches Findmittel) finden Sie demnächst im Archivportal
„Archive in NRW“.