Gladbeck
Foto: aureus GmbH - Aileen Kurkowiak
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Team-Gladbeck jetzt online

Hilfsangebote systematisch geordnet, gut organisiert und verständlich kommuniziert – die neue Gladbecker Plattform bündelt den Bedarf ukrainischer Flüchtlinge

Gladbeck -

Hand in Hand für Menschen in Not aus der Ukraine: Das Team-Gladbeck, ein Netzwerk verschiedener Organisationen, hat jetzt die gemeinsame Website www.team-gladbeck.de vorgestellt. Als einzige Stadt im Kreis Recklinghausen präsentierten die Initiatoren kürzlich das Konzept des digitalen Netzwerkes. Viele Unterstützer waren gekommen, um sich noch einmal zu der Thematik auszutauschen.

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine war ein Schock für die europäische Bevölkerung. Dass Gladbecker Bürger, Institutionen und Unternehmen helfen möchten und im Krisenfall zusammenstehen, hat sich schon während der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr abgezeichnet. So sollte es auch in der aktuellen Ukraine-Krise kommen. Viele Betroffene des Krieges haben sich auf den Weg in die umliegenden Länder gemacht, um vor Tod, Zerstörung und Terror zu flüchten – um sich in Sicherheit zu bringen. Während inzwischen rund 250 Flüchtlinge in Gladbeck angekommen sind, ist noch längst nicht klar, wie viele weitere Menschen es zu uns verschlagen wird. Für den Fall und auch für die bereits angekommenen Ukrainer möchte man eine bestmögliche Hilfe bieten.

Während bereits viele Organisationen Hilfsangebote unterbreitet und massenweise Sachspenden gesammelt haben, war es an der Zeit, Struktur in die vielfältigen Angebote zu bringen. Denn es bedarf nicht „nur“ Sachspenden für die Grenzgebiete, sondern auch direkte Hilfe hier vor Ort in Gladbeck. Während einige Flüchtlinge bei Bekannten oder der Familie untergekommen sind, wird außerdem Wohnraum gesucht, der denjenigen zugutekommt, die hier keine Kontakte haben. „Obwohl aktuell nicht absehbar ist, wie sich die Lage in der Ukraine entwickelt und wie viele Ukrainer nach Deutschland kommen, rechnen wir damit, dass wir als Team Gladbeck in den nächsten Wochen Unterstützung von weiteren Helfern gebrauchen können“, heißt es auf der Website und außerdem: „Aktuell bereiten wir uns darauf vor, Hilfe anzubieten, sobald sie benötigt wird. Deine Hilfe könnte unter anderem für folgende Tätigkeiten benötigt werden: Verpflegungsausgaben, Kinderbetreuung, Sprachkurse, Dolmetschertätigkeiten, Logistikaufgaben sowie praktische Hilfen in unterschiedlicher Form. Aus diesem Grund freuen wir uns, dass du mit dem Besuch dieser Webseite Interesse zeigst, dich im Rahmen der Spontanhilfe für geflüchtete Menschen zu engagieren. Wenn du Interesse hast, registriere dich im untenstehenden Anmeldeformular, sodass wir dich kontaktieren können, sobald es Bedarf gibt.“

„In Gladbeck haben wir eine große Kultur des Helfens, das sieht man besonders im Zuge des Ukraine-Krieges. Wir haben eine Vielzahl an Ehrenamtlichen, bisher fehlte ein Medium, das den Bedarf und die Hilfe bündelt. Das haben wir mit dieser Website geschaffen, denn so können wir gemeinsam die bestmögliche Unterstützung bieten“, lobt Norbert Dyhringer vom Netzwerk Freiwilligenarbeit.

Auch Bürgermeisterin Bettina Weist unterstützt gemeinsam mit der Gladbecker Verwaltung das Projekt: „Unser Ziel ist es, flüchtenden Menschen Schutz und ein Zuhause auf Zeit anzubieten. Gladbeck ist ein sicherer Hafen, in dem Menschen in Not gut aufgenommen und unterstützt werden. Mein herzlicher Dank geht an die Hilfsorganisationen, Glaubensgemeinschaften, Wohlfahrtsverbände und Ehrenamtliche, die sich zusammengetan haben und innerhalb kürzester Zeit diese neue Website geschaffen haben – so wird aus vielen kleinen Angeboten und Projekten etwas Großes.“ Mitwirkende am neuen Netzwerk sind unter anderem die Stadt Gladbeck, das DRK, die Malteser, die AWO, die Diakonie, die Caritas, die Gladbecker Fluthilfe, die Türkisch Islamische Gemeinde zu Gladbeck, der evangelische Kirchenkreis und K4.  

So funktioniert es

Die Onlineplattform teilt sich in drei Spaten auf: „Ich kann helfen“, „Ich brauche Hilfe“ und ein Hilfsformular für Unternehmen. Einerseits entsteht so eine große Datenbank von Ehrenamtlichen, die bei Hilfsbedarf angefragt werden können, andererseits können sich Hilfesuchende direkt mit ihrem Anliegen melden. Besonders praktisch: Die Website ist auf Deutsch, Ukrainisch und Englisch abrufbar, sodass Verständnisprobleme bestmöglich verhindert werden. Die Plattform ist auch auf der Homepage der Stadt Gladbeck verlinkt.

„Der große Unterschied zu Spontanhilfen ist, dass die Struktur im Vorfeld ersichtlicher ist und man im Rahmen von Filtern und speziellen Angeboten ganz klar gezielt unterstützen kann“, erklärt Wilhelm Walter, Vorsitzender und Kreisrotkreuzleiter des DRK. Schon während der Hochphasen der Corona-Pandemie hat das DRK ein solches Netzwerk zur Verfügung gestellt, um aktuelle Bedarfe zu versorgen. Außerdem rät er: „Je mehr Menschen sich registrieren, desto breiter ist das Angebot und die Filter werden noch besser.“

Für die angebotene Hilfe im Netzwerk gibt es logischerweise keine Bezahlung, denn: Diese Arbeit ist unbezahlbar.  

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Aileen Kurkowiak

Aileen Kurkowiak

aileen.kurkowiak@aureus.de

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