Foto: Privat - Schmücker Hof
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Landwirte freuen sich über den späten Sommer

Von einer enttäuschenden Erdbeerernte bis hin zum zufriedenstellenden Apfelertrag – Ernteerträge sind in diesem Jahr eher durchwachsen

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Jede Menge Erdbeeren gab es beim Gourmetfest auf dem Hof Umberg – dennoch war die Gesamternte eher schlecht.
Foto: Egon Maier

Beerige Zeiten auf Hof Umberg

Ein ähnlich durchwachsenes Resümee zieht auch Jörg Umberg. „Die Spargelsaison war eher durchwachsen. Und durch den verregneten Mai und Juni mussten wir gut eindrittel Verlust bei der Erdbeerernte einstecken“, sagt der Kirchhellener Landwirt. „Durch das nasse Wetter kam es zu einem schnellen Verderb.“ Doch nicht nur der Ertrag war in diesem Jahr ernüchternd, auch die Nachfrage war durch das schlechte Wetter weniger. Ausgezahlt hat sich in diesem Jahr jedoch die Investition in die Folienhäuser. „Zwar sind die Erdbeeren teurer, doch viele Kunden zahlen gerne mehr, für die bessere Qualität“, weiß Jörg Umberg:

Im Gegensatz zu der eher durchschnittlichen Erdbeerernte freut sich Jörg Umberg über einen zufriedenstellenden Ertrag bei der Himbeer- und Brombeerernte. „Da wir diese in einem geschützten Bereich anbauen, sind die Erträge hier sehr gut ausgefallen.“ Alle Beerenfreunde dürfen sich noch bis in den November auf die süßen Köstlichkeiten freuen, die Jörg Umberg in seinem Hofladen anbietet.

Für den Landwirten geht die Erntesaison auf den Apfelfeldern ebenfalls noch bis Ende Oktober. Zahlreiche Sorten hat der Kirchhellener Obstbauer im Angebot. Erste Sorten sind dabei bereits ausverkauft. „Insgesamt war der Äpfelertrag schwächer als im vergangenen Jahr. Viel haben wir durch Hagelschäden verloren.“ Am ersten Oktober-Wochenende dürfen sich Äpfelfreunde noch einmal auf vier verschieden Sorten freuen. Donnerstags bis sonntags ist das Selbstpflückfeld von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

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Die Zwiebel- und Kartoffelernte konnte dank des späten Sommers noch einigermaßen erfolgreich abgeschlossen werden.

Hof Miermann mit Zwiebelernte zufrieden

Johannes Miermann junior kann ebenfalls nicht von einer rundum guten Ernte sprechen. „Beim Spargel war der Ertrag stabil – nicht so viel wie im Jahr zuvor, aber okay. Vor allem waren die Preise dadurch konstant, das war gut für Landwirt und Verbraucher.“ Der viele Regen im Mai hat dem Spargel nicht gut getan, die Temperaturen fehlten ebenso wie die Sonne. „Dadurch ist der Spargel erst spät aus dem Winterschlaf gekommen“, sagt Johannes Miermann. Bei den Frühkartoffeln hat die Ernte gut begonnen, dann kam jedoch im Mai die Nässe und dadurch ein hoher Krankheitsdruck und Pilzbefallgefahr auf. „Sowas stresst die  Pflanzen und mindert den Gesamtertrag.“ Ebenso bei den Zwiebeln – auch hier litten die Pflanzen unter der Staunässe. „Dennoch konnten wir hier bei uns in der Region noch relativ gut ernten.“

Was jedoch für Getreide und Mais nicht gilt. Da mussten Ernteausfälle von 20 bis 30 Prozent verzeichnet werden. „Erst war es viel zu nass, dann viel zu trocken. Die Nährstoffe wurden aus dem Boden ausgewaschen und als dann die Sonne endlich kam, war es zu spät für die Pflanzen – beim Mais konnte man das schon an der Höhe der Pflanzen erkennen“, erklärt der Jungbauer. Aber er ist zuversichtlich: „Nächstes Jahr wird’s besser – das ist das Spannende am Beruf Landwirt: Man weiß nie, was kommt und macht immer neue Erfahrungen!“ kb/gj

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