Damit die Mieter beste Voraussetzungen haben, bereiten Landwirt Burkhard Sagel und sein Kollege Henning Bloch die Flächen schon lange vor Saisonbeginn vor. Der kräftige, lehmige Sandboden ist besonders fruchtbar und erwärmt sich schnell, was ideale Bedingungen für eine erfolgreiche Ernte schafft.
Für einen Jahresbeitrag von 259 Euro können die Hobbygärtner rund 45 Quadratmeter Beetfläche mieten. Die Aussaat übernehmen die Landwirte bereits im Vorfeld, sodass alle mit denselben Startbedingungen in die Saison gehen.
Ein bunter Gemüsekorb
Und die Auswahl kann sich sehen lassen: Rund 20 Gemüsesorten wachsen auf den Feldern, darunter verschiedene Kohlsorten, Zwiebeln, Gurken, Brokkoli, Salate, Möhren oder Kürbis. Geerntet werden kann von Mai bis in den Oktober hinein. Selbst an die Wasserversorgung wurde gedacht: Ein Wasseranschluss direkt an den Feldern erleichtert den Freizeitgärtnern die Arbeit erheblich.
Besonders freut sich Burkhard Sagel über Familien mit Kindern. „Die Kleinen lernen hier, dass Möhren nicht einfach im Supermarkt entstehen, sondern dass viel Arbeit dahintersteckt“, sagt der Landwirt. Viele Kinder erleben auf dem Feld zum ersten Mal hautnah, wie Gemüse wächst.
Unter den Mietern sind allerdings nicht nur Anfänger. Einige besitzen bereits einen Schrebergarten, stoßen dort aber an ihre Grenzen. „Viele haben gar nicht die Voraussetzungen wie guten Boden oder einfach zu wenig Platz“, berichtet Sagel.
Der Bauer hat für die neuen Gärtner auch gleich einen praktischen Rat parat: Wer jetzt regelmäßig Unkraut entfernt und „Gas gibt“, spart sich später viel Arbeit. „Wenn das Beet erst mal zugewuchert ist, wird es deutlich schwieriger“, sagt er.
Wichtiger Austausch
Die Zahl der Gemüsegärtner habe sich in den vergangenen Jahren zwar etwa halbiert, wirtschaftlich lohne sich das Projekt kaum noch. Trotzdem hält Sagel aus Überzeugung daran fest. „Das ist eigentlich nur noch just for fun“, sagt er offen. Viel wichtiger seien ihm der Austausch mit den Menschen und das Bewusstsein für faire Landwirtschaft und Tierhaltung.
Wenn die Gärten einmal angelegt sind, läuft vieles eigenständig. Henning Bloch steht den Mietern zwar mit Rat und Tat zur Seite, den Großteil der Arbeit erledigen die Hobbygärtner aber selbst. Und die kommen längst nicht nur aus Kirchhellen: Auch aus Bottrop, Oberhausen, Gelsenkirchen, Gladbeck oder Recklinghausen zieht es viele aufs Feld nach Kirchhellen.